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Der Dachstein ist sein Zuhause: Bergführer und Fotograf Herbert Raffalt

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"Der Dachstein ist ein sehr lebendiger Freund"

05.06.2013, 12:07 Uhr | Ein Interview von Johanna Stöckl, trax.de

Der Dachstein ist sein Zuhause: Bergführer und Fotograf Herbert Raffalt. Herbert Raffalt: Bergführer und Fotograf. (Quelle: Herbert Raffalt)

Herbert Raffalt hat den vielleicht schönsten Arbeitsplatz der Welt. Als Bergführer und Fotograf bringt er die Berge der Steiermark auch "Normalsterblichen" nahe. (Quelle: Herbert Raffalt)

Herbert Raffalt kennt den 2995 Meter hohen Dachstein wie seine Westentasche. Als staatlich geprüften Berg- und Skiführer zieht es ihn mit Kunden immer wieder auf den höchsten Berg der Steiermark. Unsere trax.de-Autorin Johanna Stöckl hat den Mann vom Dachstein getroffen. Ein Gespräch über Vielfalt, Fernsicht, magische Momente, über Promis als Kunden und die Jagd nach dem perfekten Fotomotiv. Sehen Sie mehr in unserer Foto-Show: Faszination Dachstein - Herbert Raffalt und sein Berg.

Herbert, was spricht für einen Urlaub in der Region Dachstein?

Unsere Region ist mit zwei völlig unterschiedlichen Gebirgszügen sehr vielfältig. Im Norden des Ennstales erhebt sich das Karstgebirge des Dachsteinmassivs. Ein wahres Klettereldorado für anspruchsvolle Bergsteiger. Im Süden erstreckt sich mit den Niederen Tauern ein eiszeitlich geformtes Wanderparadies. Diese beiden unterschiedlichen Terrains sind nah beieinander. Wenn man sich als Gast bei uns aufhält, kann man also jeden Tag aufs Neue entscheiden, auf welcher Seite man unterwegs sein möchte.

Heißt, die Region ist ein Outdoor-Spielplatz für Groß und Klein?

In der Tat. Bei uns kommt jeder auf seine Kosten: Kinder, Erwachsene, Jung, Alt, Alpinisten, Wanderer, Naturliebhaber und Genießer. Außerdem verfügen wir über eine sehr gute, gewachsene touristische Infrastruktur. Man kann in der Region Dachstein viel unternehmen: Kajakfahren, Mountainbiken, Wandern, Klettern, Paragleiten, Eisklettern, Skifahren, Langlaufen, Schwimmen...

Wie oft warst du eigentlich schon auf dem Dachstein?

Sehr oft. Es gibt Wochen, da bin ich täglich im Dachsteinmassiv unterwegs. In Summe sicher viele hunderte Mal. (Lacht) So gesehen hab’ ich wohl schon ein paar meiner Lebensjahre am Dachstein verbracht.

Lohnt es sich immer wieder hochzusteigen?

Der Dachstein ist ein vielfältiger Berg, der mir ständig neue Gesichter zeigt: Mal ist er lieblich-schön, dann wieder wild-bedrohlich. Dieser Berg ist ein langjähriger, sehr lebendiger Freund.

Wie sieht der perfekte Tag in der Region für dich aus?

Der perfekte Tag ist ein stiller. Vielleicht einer im September? Die Luft ist im Herbst so schön trocken und klar. Man fühlt sich körperlich wohl. Die Fernsicht ist gigantisch. Keine Gewitter drohen. Es gibt keine Vereisungen, keine Schneereste mehr. Das Licht ist grandios. Dann auf einem Gipfel stehen zu dürfen – schöner geht’s eigentlich gar nicht.

Endet der perfekte Tag auf einer Lieblingshütte?

Auf eine bestimmte Hütte möchte ich mich gar nicht festlegen. Mit netten Menschen einen erfüllten Tag in der Natur verbracht zu haben und dann gemeinsam am Tisch zu sitzen, ist per se schon toll. Ob dieser Tisch auf einer Almhütte steht oder im gemütlichen Wirtshaus unten im Tal, ist nicht so wichtig.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Ich bin Autodidakt, habe mir alles selbst beigebracht. Als Kind sammelte ich die schönsten Kalenderbilder. Ausgewogene, schöne Bilder haben mich schon immer fasziniert.

Zeit meines Lebens bin ich auf der Jagd nach stimmigen Bildern. Das ist meine Berufung. Ihr bin ich gefolgt. Dass ich heute unter anderem von der Fotografie leben kann, ist eine wunderschöne Entwicklung.

Heißt, Herbert hat die Kamera immer dabei?

Auf jeden Fall. Wenn ich mit Gästen unterwegs bin und ein Motiv außergewöhnlich gut ist, dann kann es schon passieren, dass ich die Tour kurzfristig unterbrechen muss, um die Situation fotografisch einzufangen.

Ich biete auch mehrtägige Fotokurse in der Region an. Ich bringe interessierten Menschen bei, was ein schönes Motiv überhaupt ausmacht, wie man ein Bild richtig in Szene setzt und wie wichtig ein guter Standort ist. Wir sprechen über Bildaufbau, Belichtung et cetera. Abends arbeiten wir die Bilder dann am Bildschirm aus.

Kann ich als Anfänger mit einer simplen Digitalkamera teilnehmen?

Natürlich. Das Fotografieren ist ja in erster Linie eine Schule des Sehens. Es geht darum den richtigen Blick zu entwickeln. Und wenn du dann noch die Technik beherrschst, können wunderschöne Aufnahmen entstehen.

Hattest du als Bergführer auch schon prominente Kundschaft?

Einmal war ich mit dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer am Berg unterwegs. Mit Bundeskanzler Werner Faymann bin ich sogar regelmäßig auf Tour. Ich habe Klaus Maria Brandauer am Berg getroffen, mit Arnold Schwarzenegger über das Bergsteigen am Dachstein geplaudert, habe etliche Skiprofis in die Berge begleitet und war auch schon mit Oliver Kahn auf einer Bergtour.

Wie begegnen dir die Promis am Berg?

Auf Augenhöhe. (Lacht) Oder sagen wir einmal so: Für kurze Zeit bin dann sogar ich der Chef. In den Bergen gibt es kein Rampenlicht. Da sind wir alle gleich: ungeschminkt und unverfälscht. Offen und natürlich.

Klettersteige erfreuen sich größter Beliebtheit. Gibt es bei euch viele davon?

Ich getraue mir zu sagen, dass der Dachstein ein wahres Klettersteig-Eldorado mit langer Tradition ist. Professor Friedrich Simony hat 1840 den heutigen Normalweg auf den Dachstein stellenweise versichern lassen. Somit wurde in frühen Jahren der Dachstein bereits einer breiteren Masse zugänglich gemacht.

Heute haben wir eine wahnsinnige Dichte an Klettersteigen in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden. 2010 zum Beispiel wurde der Klettersteig „Super-Ferrata“ durch die Südwände des Dachsteins eröffnet. Bis zum Gipfel klettert man 1200 Höhenmeter durch anspruchsvolles Gelände. (Lacht) Da weißt du am Dachsteingipfel stehend dann schon, was du gemacht hast.

Weitere Informationen:

Herbert Raffalt wurde 1964 im Ennstal geboren. In Schladming aufgewachsen, lebt er heute mit seiner Frau und seine beiden Kindern in Weißenbach. Der staatlich geprüfte Berg- und Skiführer hat als Fotograf und Autor bereits etliche Bücher und Bildbände veröffentlicht.

Sein aktuelles Werk „Tauernhöhenweg“ dokumentiert auf 160 Seiten hochwertig bebildert - beginnend in der Steiermark - in 40 Tagesetappen den wohl schönsten alpinen Pilgerweg der Alpen.

www.raffalt.com

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