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Schneeschuhwandern mitten im Sommer: Store Mosse Nationalpark

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Unterwegs im Store Mosse Nationalpark: Schneeschuhwandern mitten im Sommer

05.07.2013, 11:23 Uhr | Christian Nowak, srt

Schneeschuhwandern mitten im Sommer: Store Mosse Nationalpark. Schneeschuhwandern im Store Mosse Nationalpark. (Quelle: SRT /Christian Nowak)

Breitbeinig durch die Landschaft stapfen - ohne Schneeschuhe würde man im Store Mosse Nationalpark hoffnungslos einsinken. (Quelle: Christian Nowak/SRT )

In der Region Småland liegt eines der größten Moorgebiete Schwedens: der Nationalpark Store Mosse. Eine Wandertour ist hier, nordwestlich der Kleinstadt Värnamo, auch im Sommer nur mit Schneeschuhen möglich. Die ungewöhnliche Wanderung führt durch eine zauberhafte Landschaft. Durch eiszeitliche Sanddünen voneinander getrennte Hoch- und Niedermoore wechseln sich ab mit beschaulichen Seen und verwunschenen Kiefernwäldern. Sehen Sie mehr in unserer Foto-Show: Schneeschuhwandern im Store Mosse Nationalpark.

Moorwanderung mit Schneeschuhen

Unsere kleine Gruppe trifft sich an einem schönen Sommertag auf einem Waldparkplatz am Rande des Store Mosse Nationalparks. Unter fachkundiger Leitung wollen wir eine ganz besondere Moorwanderung unternehmen. Als Erstes bekommt jeder ein Fernglas, eine Lupe - und ein Paar Schneeschuhe. Ja, Schneeschuhe. Wozu das? Cornelia vom Informationszentrum des Nationalparks löst das Rätsel: "Nur so kommt Ihr später ins Hochmoor. Ohne Schneeschuhe versinkt Ihr dort." So für alle Eventualitäten gerüstet, schlendern wir, die Schneeschuhe noch in der Hand, in den hügeligen Kiefernwald.

Store Mosse Nationalpark: Geboren in der Eiszeit

Cornelia geht vorneweg, erklärt dabei den Unterschied zwischen Blaubeeren, Preiselbeeren und Krähenbeeren, spürt Pilze, Libellen und Käfer auf. Sie erläutert auch die Entstehung des Store Mosse: Vor rund 18.000 Jahren begann das Eis der letzten Eiszeit zu schmelzen und bildete reißende Flüsse und große Seen. Sand und Moränenmaterial wurden mitgerissen und blieben schließlich in den Seen liegen. Besonders große Eisblöcke schmolzen erst viel später und bildeten Hohlformen im Gelände, die sogenannten Toteislöcher. Als erstes besiedelten Gräser, Kräuter und Flechten das vom Eis befreite Land, vor rund 11.000 Jahren wuchsen dann die ersten Kiefern und Haselnüsse.

Einige Tausend Jahre später wurde das Klima milder und feuchter, die Sandheide versumpfte, und die ersten Torfmoose überzogen die Landschaft. Stetig wuchs der Moorboden in die Höhe, bis der Wasserstand sank und die Pflanzen den Kontakt zum Grundwasser verloren, aus dem Niedermoor wurde so ein Hochmoor, ein sehr nährstoffarmer Lebensraum. Heute besteht der Store Mosse Nationalpark aus mehreren von Sanddünen getrennten Hochmooren und Niedermooren.

Schneeschuhe verhindern das Einsinken im Moor

Bald kommen wir aus dem Kiefernwald ins Moor, doch noch laufen wir bequem über Bohlenwege. Am Ufer des Svartgölen Sees endet dann der Bohlenweg an einem Picknickplatz. Ab hier kommen die Schneeschuhe zum Einsatz. Noch etwas zögerlich springen wir einer nach dem anderen auf den feuchten, federnden Moosboden und sind überrascht, dass wir kaum einsinken. Anfangs sind die XXL-Füße etwas ungewohnt, doch wenn man etwas breitbeinig geht und die Knie etwas höher hebt, klappt es mit dem Schneeschuhwandern ganz gut.

Vielfältige Flora im Store Mosse Nationalpark

Früher wurde im Store Mosse Torf abgebaut, wovon heute aber kaum noch etwas zu sehen ist. Pflanzen haben es im Moor wegen der nährstoffarmen Böden schwer. In den mäßig nassen Senken wachsen gelbgrüne und grüne Torfmoose sowie der fleischfressende Sonnentau. Er kann sich mit Hilfe seiner klebrigen Blätter, die Verdauungsenzyme ausscheiden, einen Teil seiner Nährstoffe aus kleinen Insekten beschaffen.

Die richtig nassen Bereiche hingegen bieten höheren Pflanzen kaum eine Nahrungsgrundlage. An relativ trockenen Stellen wachsen Heide, Glockenheide, Moosbeeren, Wollgras, Zwergbirken und Krüppelkiefern. Die Krüppelkiefern werden wegen der Nährstoffmangels zwar nur mannshoch, können aber trotzdem einige Hundert Jahre alt sein. In ihren Stämmen liegen die Jahresringe so dicht beieinander, dass man ihr Alter oft nur mit einem Mikroskop bestimmen kann.

Klatschnass, aber glücklich

Vom Svartgölen See wandern wir zum Vitgölen, nehmen in seinem tiefschwarzen Wasser ein Bad, machen an seinem Ufer Picknick und stapfen schließlich zurück zum Ausgangspunkt. Dank der Schneeschuhe ist zwar keiner im Morast versunken, aber die Schuhe sind pitschnass und riechen noch tagelang nach Moor. Auch Hose und Jacke sind völlig durchnässt. Keiner von uns hat eine Gehtechnik gefunden, die das hätte verhindern können. An diesem sonnigen, warmen Sommertag aber hat es niemanden gestört.

Weitere Informationen:

Store Mosse Nationalpark, 33033 Hillestorp, Tel. 0046/370-23792, www.storemosse.se. Das Infozentrum liegt an der Str. 151 nordwestlich von Värnamo. Im Nationalpark gibt es circa 40 km Wanderwege, außerdem mehrere Türme zur Vogelbeobachtung. Zur Schneeschuhwanderung Donnerstag und Samstag (jeweils von 11-15 Uhr) sollte man sich einen Tag vorher anmelden.

Übernachten: Im Nationalpark befinden sich drei einfache, ganzjährig geöffnete Übernachtungsmöglichkeiten. In Kittlakull wohnte einst der Verwalter des inzwischen stillgelegten Torfabbaus. Svänö und Lövö liegen auf Moränenhügeln im Moor, die Häuser gehörten früher zu Bauernhöfen. Buchung der Unterkünfte über Värnamo Turism, Tel. 0046/370-188 99, www.visitvarnamo.se. Das Scandic Värnamo (Storgatsbacken 20 E, 33130 Värnamo, Tel. 0046/370-656600, www.scandichotels.se) ist ein Stadthotel in zentraler Lage. Die meisten Zimmer wurden von bekannten schwedischen Designern gestaltet. Vor allem die Suiten sind hochwertig und sehr individuell eingerichtet.

Sehenswert: Bruno Mathsson Center, Tånnögatan 17, 33127 Värnamo, Tel. 0046/370-30 05 40, www.bruno-mathsson-int.se, Mo-Fr 13-17 Uhr. Professor Bruno Mathsson war Schreinermeister, Architekt, Unternehmer, Philosoph und einer der bekanntesten schwedischen Möbeldesigner des 20. Jahrhunderts. In Värnamo kann man sein Elternhaus und sein erstes Glashaus sowie viele seiner Arbeiten besichtigen.

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