Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reisemagazin > Aktivurlaub >

Klettergebiete Geheimtipps: Hier klettern die Experten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Geheimtipps Klettern: die schönsten Kletter-Spots

08.11.2013, 11:41 Uhr | SP, KGK

Klettergebiete Geheimtipps: Hier klettern die  Experten. Die schönsten Klettergebiete. (Quelle: Peter Manhartsberger/AustriAlpin)

Die schönsten Klettergebiete? Wir haben bei den Profis nachgefragt. (Quelle: Peter Manhartsberger/AustriAlpin)

Wo packt der Kletterer am liebsten sein Seil aus und klemmt die Keile in die Wand? Wo legt der Boulderer am liebsten seine Hand an den Fels? Ganz einfach: Eigentlich überall dort, wo der Fels fest, die Landschaft beeindruckend und das ganze "Drumherum" passend erscheint. Bei der Fülle an bekannten und weniger bekannten Klettergebieten fällt die Auswahl schwer. Wir haben die Profis gefragt, für welche Spots sie sich immer und immer wieder begeistern können. Sehen Sie mehr in unserer Foto-Show: Die schönsten Klettergebiete.

Olaf Perwitzschky ist Redakteur bei der Zeitschrift ALPIN, staatlich geprüfter Bergführer und Verfasser einer Reihe von Kletterbüchern und -führern. Am liebsten testet er die neueste Alpinausrüstung in der bayerischen Heimat.

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt. Karwendel, Wetterstein, die Ammergauer Alpen und das Lechtal bieten unendlich viele Möglichkeiten zum Klettern. Mit teilweise erstklassiger Felsqualität. Ein Klettererleben reicht nicht aus, um hier alle lohnenden Ziele abzugrasen.

Gut, das Karwendel ist verschrien als brüchiger Steinhaufen. Wer sich aber mal moderne Routen ansieht, wird oftmals an bombenfestem Fels über mehrere Seillängen unterwegs sein.

Und selbst bei mir unmittelbar vor der Tür finden sich viele gute Klettermöglichkeiten, auch zum Sportklettern. Rund um Oberammergau tut sich gerade sehr viel. Vom Anfänger-4er bis zum Profi-10er findet man alles. Ein neuer Führer ist in Arbeit und wird spätestens 2014 erscheinen.

Dann wäre da noch das Oberreintal: Ein Kletterdorado und das schon seit Generationen. Und trotzdem nicht abgeklettert. In der Oberreintal-Hütte findet man auch eine Bleibe für Kletterer, die unter sich sein wollen. Wanderer verirren sich nur höchst selten hierher und sind (nach wie vor) nicht wirklich willkommen.

Wer etwas mehr Ruhe haben möchte, der sucht sich die Freispitze in den Lechtalern aus. Ein längerer Zustieg und recht anspruchsvolle Touren bewirken, dass die Routen hier ganz sicher nicht überlaufen sind.

Ralf Gantzhorn ist Alpinist, Bergautor und Fotograf. Er hat zig Tourenführer und Bildbände herausgebracht und viele davon gelten als absolute Klassiker. Aktuell steht sein neuestes Kletterwerk zu den Dolomiten kurz vor der Veröffentlichung.

Die schönsten Berge der Welt (auch wenn ich kein Freund von Superlativen bin) sind für mich die Dolomiten. Gut – damit stehe ich nicht allein da. Selbst Reinhold Messner ist dieser Meinung. Bei Kletterern jedoch genießen die Dolomiten im Zeichen von Bohrhaken-Fastfood einen schlechten Ruf. Brüchig sei das Gestein, die Absicherung dank uralten Rostgurken haarsträubend. Man mag diesem gar nicht wirklich widersprechen. In 1000 Meter Wänden findet sich nun mal der eine oder andere lose Block und die Absicherung – nun ja... Angeblich soll sich das ja alles im Kopf abspielen. Letztendlich sorgen aber all diese Faktoren für eine relative Ruhe im Gebirge. Hurra! Zumindest in den etwas schwierigeren Routen.

Wer sich davon überzeugen möchte, sollte meine absolute Lieblingshütte in den Dolomiten aufsuchen – das Rifugio Bosconero in der gleichnamigen Gruppe im Südosten der Dolomiten. Zu klettern gibt’s unter anderem die "Navasa" (VII-), die "KCF" (VII+) und mein persönliches Highlight, die "Strobel" (VII). Alle Routen sind mindestens 500 Meter lang und nur mäßig gut mit Schlaghaken gesichert. Man darf jedoch sicher sein, dass die Begehung jeder dieser Touren ein Erlebnis mit lang anhaltender Freude daran ist.

Katrin Mark-Winkler ist im Pitztal aufgewachsen und seit frühester Kindheit am Fels zu finden. Inzwischen leitet sie die Klettermarke AustriAlpin im Nachbartal Stubai – und empfiehlt hier ein weiteres ‘Heim’-Tal: Im Tiroler "Climbers Paradise" kommt jeder auf seine Kosten.

Warum so viele Tiroler unter den besten Kletterern der Welt sind? Es liegt nicht nur in unseren guten Genen! Ein wenig hängt es wohl auch mit dem schier unerschöpflichen Angebot an heimischen Klettermöglichkeiten zusammen. Eines der Zentren, wo es Felsen genug und zwar für jedermann, jederfrau und jeden Schwierigkeitsgrad gibt, ist Ötz am Eingang zum Ötztal. Für "schnell mal ein paar Routen spulen", gehen wir in den Klettergarten am Ortseingang. Wenn man es schafft, die vorbeifahrenden Autos zu ignorieren, bietet sich hier abwechslungsreiche Kletterei von UIAA 5 bis 9-.

Wer nach mehr Herausforderung sucht, der kann auf der gegenüberliegenden Talseite die Felsen oberhalb des Piburgersees ausprobieren, da wird's erst ab dem 8. UIAA-Grad so richtig spannend und lohnend. Weiter hinten im Tal gibt's noch eine Fülle an Felsen, für Sportkletterer, Mehrseillängenfreunde und auch für absolute Alpinisten. Und egal wo es einen hin verschlägt, an warmen Tagen belohnen wir uns immer mit dem Sprung in den wunderschönen Piburgersee.

Für Gäste: Mit dem Zusammenschluss einzelner Regionen zum "Climbers Paradise" sind unsere Tiroler Täler auch wirklich optimal für den kletternden Urlauber. Von der App mit Gebietsbeschreibungen bis hin zu Toiletten an den Parkplätzen wurde an alles gedacht.

Michi Wohlleben ist Deutschlands jüngster Profibergsteiger, Mitglied im SALEWA Xtreme Team und staatlich geprüfter Bergführer.

Ich liebe die Vielseitigkeit. Deshalb gehören die Dolomiten auf jeden Fall zu meinen Lieblingsklettergebieten! Dort gibt es alles, was das Klettererherz höher schlägen lässt: Steile, große Wände, Klettereien mit allen erdenklichen Stilen, von athletischen Dächern bis zu technischen Platten. Für jeden ist etwas dabei.

Vor allem die Drei Zinnen sind für mich immer noch extrem beeindruckend! 2011 konnte ich mir dort mit der freien Begehung (also ohne technische Hilfsmittel) der Route Camilotto-Pellisier (8a+) an der Großen Zinne einen Traum erfüllen – ein wichtiger Punkt in meiner Profilaufbahn.

Und kulinarisch ist es einfach der Wahnsinn, vor dem Klettern einen guten italienischen Kaffee zu bekommen und nach dem Klettern eine leckere Pizza!

Guntram 'Gu' Jörg ist jung, Österreicher und ein großes Boulder-Talent. Neben dem Zillertal und dem Tessin ist er besonders gern im Silvretta-Gebiet unterwegs.

In der Silvretta bin ich einst noch mehr oder weniger allein umhergezogen. Heute trifft man immer mehr Leute. Das hochalpine Gelände ist einfach faszinierend, das Gestein ist scharf und es gibt super Lines in allen Schwierigkeiten.

Silvretta – auch bekannt unter dem Namen Silvapark – liegt am Rande der Tiroler Bergwelt zur Grenze an Vorarlberg, meiner Heimat. Auf circa 2500 Meter findet man ein roughes Blockfeld mit unzähligen Lines. Aufgrund der Höhe ist es ein super Sommerspot – da muss man selbst an heißesten Tagen seine Daunenjacke sicherheitshalber einstecken. Der Fels ist schon besonders scharf und auch unberechenbar. Fauxpas werden an den Gneisleisten nicht verziehen.

Und wie sich viele Tage klettern am Stück auswirken, sollte jeder selbst für sich in Erfahrung bringen. Ich kann das Leistenparadies mit über 160 Lines nur empfehlen – auch wenn man viele Anreisestunden dafür in Kauf nehmen muss. Die Linien sind einfach einmalig, die Auswahl groß und die Landschaft atemberaubend.

Alexandra Schweikart ist promovierte Chemikerin – und hat für den Sport ihre wissenschaftliche Karriere erst einmal zurück gestellt. Die Profiklettererin ist seit 10 Jahren im Frankenjura zu Hause und hier klettert sie auch besonders gern. Im Frühjahr beginnt das Training aber stets in Katalonien.

Das Frankenjura im Dreieck zwischen Nürnberg, Bayreuth und Bamberg ist mit seinen über 10.000 Sportkletterrouten ein absoluter Klassiker. Löchriger Kalk bietet eine Vielfalt an Routen in jedem Schwierigkeitsgrad. Viele Felsen sind recht niedrig, was Anfängern und auch Kletterern mit wenig Ausdauer entgegenkommt.

Geklettert wird vor allem im Frühjahr und Herbst, aber selbst im Sommer findet man eine schattige Wand im dichten Buchenwald. Genau das macht für mich auch den Reiz des Frankenjuras aus: Wälder und Täler, durch die sich Flüsse schlängeln; immer eine Brauerei oder ein großes Stück Kuchen in Reichweite. Auf den Campingplätzen trifft man vor allem im Sommer ein buntes, internationales Kletterpublikum und auch an den Felsen geht es sehr gesellig zu. Bei über 1000 Felsen, die in mehreren Kletterführern beschrieben sind, findet man aber auch einsamere Felsen abseits des Mainstreams.

Mein Kletterjahr jedoch beginnt traditionell im Februar in Katalonien, dem nordöstlichen Teil Spaniens bei Barcelona. Sonne und Wind, gemischt mit genialen Ausdauerrouten ziehen mich Jahr für Jahr nach Siurana, Terradets und Margalef, um schwierige Routen zu probieren und viele "Klettermeter" in leichten Routen zu sammeln. Spanien und das Frankenjura sind für mich optimale Trainingsgebiete für die hohen Alpinwände im Sommer!

Literatur:

Ralf Gantzhorn, Dolomiten: 50 alpine Kletterrouten. Bergverlag Rother (erschienen am 04. November 2013)
Olaf Perwitschky, Bergwandern – Bergsteigen. Bergverlag Rother.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Straßenlaterne rettet Leben 
Junge Frau hat das Glück ihres Lebens

An einer Kreuzung stoßen zwei Autos zusammen. Ein Peugeot verliert die Kontrolle, rast auf den Bürgersteig zu. Eine Straßenlaterne rettet einer jungen Passantin das Leben. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Reisethemen von A bis Z

Anzeige
shopping-portal