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Angeln am Unteren Neckar: Fisch satt zwischen Rhein und Odenwald

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Fisch satt zwischen Rhein und Odenwald

10.09.2013, 11:37 Uhr | Kurt de Swaaf, trax.de

Angeln am Unteren Neckar: Fisch satt zwischen Rhein und Odenwald. Angeln am Neckar: Heidelberg. (Quelle: Kurt de Swaaf)

Angeln am Neckar: Nicht nur in Heidelberg kommen Angelfans auf ihre Kosten. Mittlerweile tummeln sich wieder rund 30 Fischarten in dem Fluss. (Quelle: Kurt de Swaaf)

Der Untere Neckar ist ein hervorragendes und abwechslungsreiches Angelgewässer mit einem vielfältigen Fischbestand. Von der Festung Dilsberg über Heidelberg bis zur Mündung des Neckars in den Rhein bei Mannheim kommen vor allem Zander-, Wels- und Barben-Fans auf ihre Kosten. Aber auch Weißfische und Barsche fühlen sich in dem inzwischen wieder sauberen Fluss wohl.

Angeln am Unteren Neckar: Raubfische auf Beutezug

Das Flachwasser neben der Kiesbank gerät plötzlich in Bewegung. Kleinfische springen panisch umher, verfolgt von einer bemerkenswert großen Bugwelle. Es folgt ein lautes Platschen, als ob ein kleiner Sprengsatz an der Wasseroberfläche explodiert. Ein Raubfisch auf Beutezug. Vermutlich ist es ein kapitaler Rapfen, oder gar ein Hecht. Der Graureiher am Ufer lässt sich vom Tumult nicht stören. Er stakst bedachtsam zwischen ein paar Steinen herum und lauert selbst auf Futter. Am Himmel kreist derweil ein Bussard, in der Ferne ertönt das Rufen spielender Kinder.

Ilvesheimer Neckarschleife: Kleinod am Altarm des Neckars

Ort des Geschehens: das Naturschutzgebiet Ilvesheimer Neckarschleife, nur wenige Kilometer vom Großstadttrubel Mannheims entfernt. Das Areal umfasst den größten Teil des Altneckars stromabwärts von Ladenburg und ist ein echtes, grünes Kleinod. Das Flussbett ist in diesem Bereich noch weitgehend naturbelassen, Flachwasserzonen, schnell fließende Bereiche und tiefe Gumpen wechseln miteinander ab.

Vom 15. März bis zum 15. August ist das Gebiet wegen der Vogel-Brutzeit gesperrt, aber danach darf es zum Angeln betreten werden. Bei Fliegenfischern ist diese Strecke überaus beliebt. Sie fangen hier prächtige Nasen und andere Weißfische mit Nymphen, oder Barsche und Rapfen mit Streamern. Auch Flohkrebs-Imitationen, angeboten an einer sinkenden Schnur, bringen schöne Fische an den Haken. Spinnfischen kann an diesem Flussabschnitt ebenfalls sehr erfolgreich sein, vor allem wenn man im Herbst auf Barsch aus ist.

Gewässerqualität des Neckar seit den 80ern deutlich verbessert

Die Ilvesheimer Neckarschleife ist indes nicht der einzige Angel-Hotspot in der Region. Der gesamte Untere Neckar zwischen der Festung Dilsberg im vorderen Odenwald und seiner Mündung in den Rhein bei Mannheim beherbergt einen erstklassigen Fischbestand. Das war allerdings nicht immer so. Noch bis Anfang der Achtziger setzte die Wasserverschmutzung dem Fluss schwer zu. Diverse Fischarten waren komplett verschwunden, andere eine Seltenheit. Dank strenger Bestimmungen für den Gewässerschutz und des Baus von immer moderneren Kläranlagen hat sich die Lage jedoch enorm verbessert. Heutzutage fühlen sich im Unteren Neckar nicht nur rund 30 Fischspezies, sondern auch zahlreiche andere Tiere wieder wohl. Sogar Biberspuren wurden schon gefunden.

Zander und Welse zu Füßen des Heidelberger Schlosses

Unter den Raubfischen des Unteren Neckars ist in erster Linie die Zanderpopulation hervorzuheben. Die schlauen Stachelritter kommen nicht nur in guten Stückzahlen, sondern auch in beachtlichen Größen vor. Exemplare jenseits der 70-Zentimeter-Marke sind keine Seltenheit. Solche Fische sind allerdings nur mit List und Geduld zu überlisten. Eine erstklassige Stelle für den Zanderfang liegt in Sichtweite des weltberühmten Heidelberger Schlosses, direkt stromabwärts vom Karlstor-Stauwehr.

In Heidelberg gehen regelmäßig auch große Welse an den Haken. Die Bärtelträger haben sich ab Mitte der Neunziger Jahre stark im Neckar ausgebreitet und sind dort seitdem einer der beliebtesten Angelfische. Der Hechtbestand dagegen ist nicht bemerkenswert. Seit der Kanalisierung des Flusses in den 1920ern fehlt es dieser Fischart schlichtweg an geeigneten Laichplätzen. Gezieltes Hechtangeln ist deshalb nur am Altneckar im Heidelberger Ortsteil Wieblingen und an der Ilvesheimer Neckarschleife sinnvoll.

Weißfische und Barben im Unteren Neckar

Der Untere Neckar verfügt auch über gute Weißfisch-Populationen. Rotaugen und Ukeleie treten fast überall in Schwärmen auf, prächtige Brachsen können vor allem im angestauten Bereich zwischen Ladenburg und Edingen-Neckarhausen sowie bei Feudenheim im Osten von Mannheim erbeutet werden. Der Döbel war bis vor etwa zehn Jahren schon fast eine Plage. Manchmal fing man kaum etwas anderes, egal ob mit der Spinnrute oder mit Naturköder. Inzwischen jedoch hat sich seine Zahl normalisiert – vielleicht dank der Welse.

In den stärker strömenden Abschnitten leben, neben den bereits erwähnten Nasen, zahlreiche Barben. Mancher von ihnen bringt mehr als vier Kilo auf die Waage. Diese Kraftpakete lassen sich bestens mittels Feedermontagen und Maden, Würmern oder Käse als Köder fangen. Hin und wieder attackieren kapitale Barben auch Wobbler oder kleine Köderfische, die eigentlich für den Zander gedacht sind. Karpfen kommen im Neckar zwischen Mannheim und Odenwald nicht sehr häufig vor, wachsen aber in diesem relativ warmen Fluss zu regelrechten "Wasserschweinen" heran. Lohnende Ziele für Spezialisten.

Barsche erobern den Unteren Neckar

Noch vor wenigen Jahren gab es stromaufwärts vom Ladenburger Stauwehr nur wenige Barsche. Erfreulicherweise ändert sich das nun zusehends. Die flinken Kleinräuber haben sich in den vergangenen vier Sommern deutlich vermehrt und wachsen zudem sehr gut. Schon bald dürften gute Barsche von mehr als 30 Zentimetern Länge auch in den Bereichen um Heidelberg und Neckargemünd keine seltene Ausnahme mehr sein.

Der Grund für diese Entwicklung ist noch unklar. Die auch weiterhin stattfindenden, positiven ökologischen Veränderungen im Neckar spielen wohl eine Rolle. So hat die Gewässertrübung stetig abgenommen, wodurch sich der Wasserpflanzen-Bewuchs in Ufernähe ausbreiten konnte. Davon profitieren wahrscheinlich gleich mehrere Fischarten. Schlechte Nachrichten gibt es dafür in Sachen Aal. Die Schlängler gehörten einst zu den wichtigsten Angelfischen des Unteren Neckars, doch ihr Bestand hat sich hier wie in ganz Europa deutlich verringert. Vorerst herrscht ein ganzjähriges Fangverbot.

Zuwanderung aus dem Osten über den Rhein-Main-Donau-Kanal

Der Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals ist auch am Neckar nicht spurlos vorbeigegangen. Die Wasserstraße öffnete diversen Tierarten aus dem Osten das Tor zum Rhein-Einzugsgebiet. Der inzwischen weit verbreitete Rapfen gehört dazu, und laut einigen Experten auch der Wels. Ein weiterer Zuwanderer ist die Zährte, die im Neckar gleichwohl nur wenig vorkommt.

Dafür ist der Fluss seit wenigen Jahren von einer regelrechten Invasion von Schwarzmeergrundeln der Gattungen Proterorhinus und Neogobius betroffen. Vor allem die Kesslergrundel, Neogobius kessleri, ist am Unteren Neckar heutzutage ein alltäglicher Fang. Leider, denn die maximal 22 Zentimeter langen Bodenfische vertilgen nicht nur große Mengen Wirbellose, sondern auch viel Fischbrut. Sie selbst eignen sich immerhin als Köderfische für den Zanderfang. Ein Ende des Grundel-Booms ist nicht abzusehen, man wird sich als Angler mit ihnen arrangieren müssen.

Weitere Informationen:

Angelscheine für den Unteren Neckar gibt es unter anderem bei: Angelsport Häffner, Gutenbergstraße 23, 68167 Mannheim, Tel.: 0621-401 774 73

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