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Die Alm: von der Schutzhütte zum komfortablen Urlaubs- und Wanderziel

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Alm-G'schichten: Urlaub auf der Almhütte

18.09.2013, 17:55 Uhr | BW, KGK

Die Alm: von der Schutzhütte zum komfortablen Urlaubs- und Wanderziel. Urlaub auf der Alm: Komfort statt Verzicht. (Quelle: Maierl Alm & Chalets)

Ein wohliges Bad an der frischen Luft und in herrlicher Bergkulisse: Urlaub auf der Alm bedeutet heutzutage Komfort statt Verzicht. (Quelle: Maierl Alm & Chalets)

Die Alm... Zweckmäßig und spartanisch gewährt sie einst wie heute den Schutz-Suchenden Unterschlupf und eine Mahlzeit. Doch in den letzten Jahren ist viel passiert. Heute sind viele Berghütten selbst zum Ziel der Wanderung geworden: Wo früher Vieh gehalten wurde, befinden sich heute Tagungs-Räume; wo einst die Tränke stand, steht ein Whirlpool. Almen wurden zu Luxushotels, Sterne-Restaurants, Ateliers, Therapie- und Meeting-Räumen. Einfach nur Wandern war gestern. Wie man heute auf der Alm lebt, zeigen wir in unserer Foto-Show. Wie machen Sie am liebsten Urlaub auf dem Berg? Stimmen Sie oben rechts ab!

Die Alm – damals und heute

Ursprünglich wurden Almen von Sennern genutzt. Sie brauchten eine Unterkunft, um während der Sommermonate in den Bergen Landwirtschaft zu betreiben. Schutz suchenden Bergsteigern gewährten sie ein Dach über dem Kopf, die kulinarische Verpflegung bestand aus Almerzeugnissen.

Doch auch auf der Alm hielt die Technisierung Einzug: Die ersten Wirtschaftswege, Allradfahrzeuge und Liftanlagen entstanden und brachten den Almen Strom, Wasser, Heizung und täglich frische Lebensmittel.

Lifestyle auf der Almhütte: Die Nachfrage formt das Angebot

Natürlich gibt es sie noch, die karge Hütte in den Bergen, in der Abenteurer ihre geschundenen Körper mit einer großen Portion Schlaf im Matratzenlager und einer noch größeren Portion Kasspatzn wieder auf Vordermann bringen. Doch einfach nur Wandern war gestern. Heute locken die Almhütten auch Nicht-Alpinisten mit verführerischen Angeboten auf den Berg: Sauna, Weinprobe, Schwimmbad, Konferenzraum, Kegelbahn. Einrichtungen, die nicht wirklich in das traditionelle Bild von Alm und Schutzhütte passen. So wandelt sich schon einmal der alte Stadl in einen "einzigartigen FirstClass PanoramaFerienStadl", wie die Bienenalm in der Steiermark...

Austern statt Almkäse – und dazu Champagner

Einige Berghütten haben sich zu wahren Sterneküchen gewandelt: Mehrseitige Speisekarten mit edlen Kreationen verdrängen das einfache Bergsteigeressen. Der Kaiserschmarrn muss dem Kaviar weichen, statt Topfenstrudel gibt es Tiramisu. Die Gourmet-Einkehr ist in vielen Top-Skigebieten nicht mehr wegzudenken. Die "Schnuraln"-Wandertour im Pinzgau ("schnuraln" = entdecken wollen, Anm. d. Red.) lockt zum Beispiel mit einem "gut gefüllten Programm aus einer 'schnuralen' Sechs-Gang-Menüwanderung, Tafelrunden in der Schmiede oder Bergwerkswanderungen".

Und wenn selbst das größte Angebot nicht mehr ausreicht, wird man eben selbst kreativ. So veranstaltet die Sektionsgruppe für Bergsteiger "Vorsicht Friends" ein Kochduell auf der Selbstversorgerhütte. Der Haken: Die Teilnehmer dürfen maximal vier Zutaten mitbringen. Und nicht einfach irgendwelche: Man nehme den letzten Buchstaben von Vor- und Nachname, gehe im Alphabet drei Buchstaben zurück, und besorge Zutaten, die mit den so ermittelten Buchstaben beginnen. Nicht so aufregend wie das Gefühl des Gipfelsturms, aber immerhin.

Alm deluxe: für höchste Ansprüche

Die Ansprüche sind noch höher? Kein Problem, die Alm hält mit. Nach dem Schlemmen geht es zum Gourmet-Schlummern: Hoch droben locken Almen Luxus-Alpinisten aus aller Welt. Die Wedelhütte im Hochzillertal bietet beispielsweise Fünf-Sterne-Almenflair mit Whirlpool auf der Terrasse, Saunieren im Wellness-Bereich und kulinarischen Genüssen – die traumhafte Alpenkulisse immer im Blick. Standesgemäß für die Region Kitzbühel genießt man (mit dem nötigen Kleingeld im Geldbeutel) auf den Maierl Alm & Chalets Hammam und Massagen. Urig sind die Abende auf der Couch vor dem Flachbildschirm nicht wirklich – und auch nicht das Feuer, das im Hintergrund im Design-Kamin knistert. Dafür gibt es zur Entspannung noch die ganze Bandbreite an Party-Programm mit "heißen Beats und coolen Drinks" oder Volksmusikabenden.

Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd? Nackte Tatsachen

Kreativ geht es auf der Reitlehenalm im Salzburger Land zu: Beim Aktzeichnen auf 1280 Metern kann der Bergfreund sein künstlerisches Talent ausleben – aus einer Perspektive und mit Hintergründen, die ein "normales" Atelier nicht bieten kann. Unter professioneller Anleitung entstehen selbstgemalte Meisterwerke.

Auf der Alm is' Ruh': therapeutische Nutzung

Die Rückzugsorte in den Bergen dienen aber nicht nur dem reinen Vergnügen. Die Medizin hat die Almen ebenfalls entdeckt. Kein klingelndes Telefon, keine E-Mails, keine Deadlines. Eine Umgebung, in der man im Krankheitsfall Abstand zur stressigen Welt "da unten" gewinnen kann und sich vom Burnout erholt. Die Abgeschiedenheit ist zudem hilfreich bei Suchtproblemen aller Art. Aber egal ob Burnout oder Abhängigkeit: Nicht nur die Abgeschiedenheit hilft. Die Einbindung in feste Abläufe zeigen dem Patienten wieder, wie ein geordnetes Leben mit Struktur und gesundem Rhythmus aussieht.

Arbeiten auf der Alm: Produktivität in der Höhe

Neben dieser Entwicklung gibt es auch Betreiber, die das Gegenteil versuchen. Sie bringen die Menschen zum Arbeiten auf die Alm. Nicht zum Buttern und Käsen, sondern zum Meeting, Assessment-Center oder zum Brainstorming. Geboten wird, was dazu gebraucht wird. Seminarräume mit kabellosem Internet, Flipcharts, Beamer und Leinwand.
Aber nicht vergessen: Es gibt auch noch die kleinen, rustikalen Almen, die den Wanderer mit eigenen Produkten und wenig Tamtam versorgen – für alle, die sich den Luxus nicht leisten können – und auch gar nicht wollen!

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