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Urlaub in Italien: im Trentino Radfahren und Wandern

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Ledrosee: der ruhige Bruder des Gardasees

19.02.2014, 10:00 Uhr | Armin Herb, srt

Urlaub in Italien: im Trentino Radfahren und Wandern. Radfahren über dem Ledrosee / Italien. (Quelle: SRT /Armin Herb)

Mit dem Mountainbike oder E-Bike geht es hoch über den Ledrosee, den kleinen, ruhigen Bruder des Gardasees. (Quelle: Armin Herb/SRT )

Ein Urlaub in Italien muss nicht immer an den Gardasee gehen. Eine ruhige Alternative zum Radfahren und Wandern ist gerade im Oktober der kleinere Ledrosee im Trentino: Die Hochzeit ist jetzt vorbei und der Trubel längst nicht so groß wie am benachbarten Gardasee. Ob man mit dem Mountainbike die Trentiner Berge erklimmen will, mit dem E-Bike eine Radtour durch das Ledrotal macht oder um den Ledrosee herum kunstvoll wandern geht - die für das Trentino einzigartige Kulinarik darf nicht zu kurz kommen. Wie das Radfahren und Wandern am Ledrosee aussieht, zeigen wir Ihnen in der Foto-Show.

Ledrosee-Hotel mit Fünf-Sterne-Panorama

Der Ausblick vom Frühstückstisch ist schlichtweg grandios: ein kristallklarer Bergsee, eingerahmt von Fast-Zweitausendern mit dichten, dunkelgrünen Wäldern und zackigen Felsgipfeln. Und dieser Traumblick hat sich seit 1927 kaum verändert. Denn seit damals thront das Hotel Lido Ledro wie eine herrschaftliche Villa am Westufer des Ledrosees bei Pieve di Ledro. Das Angenehme daran: Das Traditionshaus mit dem Fünf-Sterne-Panorama ist heute ein bezahlbares Familiendomizil mit bodenständiger Trentiner Küche.

Marco, der Juniorchef des Hotels, legt Wert auf Ursprüngliches, möglichst aus der direkten Umgebung, vor allem beim Essen: etwa auf die Gebirgsforellen und den Saibling aus den Fischweihern am Ponalebach in Biacesa oder auf das Carne Salada, eingelegtes Rindfleisch, aus dem Nachbardorf Bezzecca. Oder etwas ganz Besonderes: Einige der Kräuterliköre und Schnäpse in der Hotelbar stammen aus der alten Apotheke Foletto in Pieve, wo der feurigrote, rassige Picco Rosso, ein hochprozentiger Himbeer-Erdbeer-Likör, oder der Amaro Valle di Ledro, der magenfreundliche Kräuterbitter, noch mit viel Liebe angesetzt werden.

Kulinarisches Ledtrotal

Was das Kulinarische betrifft, so stellt das Ledrotal eine Trentiner Besonderheit dar: Die Küche ist nämlich böhmisch beeinflusst. Ja, böhmisch! Denn während des ersten Weltkrieges lag das Tal direkt auf der Kampflinie, so dass ein Großteil der Bevölkerung von 1915 bis 1918 in die Nähe von Prag ins tschechische Exil auswanderte. Deshalb sollte sich kein Besucher über Serviettenknödel und Saftgulasch auf der Speisekarte wundern. Die in Italien so beliebte Polenta wird hier meist auch nicht aus Mais, sondern aus Kartoffeln geköchelt. "Diese Polenta di Patate, die Kartoffelpolenta, ist das bekannteste Gericht im Ledrotal", erzählt Stefania, Wanderführerin für das Tourismusbüro. "Kartoffeln gab es nämlich früher in jedem Haushalt, denn jeder besaß einen Garten."

Im Oktober gehören die Berge im Trentino den Mountainbikern

Stefania zeigt ihren Gästen das wichtigste Gut der Region, die Trentiner Berge und die Wälder rundherum. Bis in die Zweitausender-Region stoßen die vielen Bergpfade und Almwege vor, nicht selten sind sie steil und einsam. Da bleibt viel Zeit und Muße für die Kräuter und Pilze am Wegesrand. Gegen einen kleinen Obolus können Gäste von Mai bis September fast täglich an einer der geführten Wandertouren teilnehmen - von sanft bis anspruchsvoll, und mit Themenschwerpunkten, wie Käsen auf der Alm oder der alpinen Vegetation.

"Bei uns ist eigentlich nur im Juli und August etwas mehr los, weil viele italienische Familien zum Badeurlaub an den Ledrosee kommen. Immerhin liegt die Wassertemperatur dann sogar höher als im nahen Gardasee, rund 600 Meter tiefer", sagt Stefania. "Nur die Mountainbiker sieht man von Mai bis Oktober. Allerdings stoppen die Bergradler höchstens auf einen Cappuccino am See auf dem beschwerlichen Weg hinauf zu ihrem Kultberg Tremalzo." Von dort oben fahren - oder besser gesagt: rutschen - sie auf ausgewaschenen, in den Fels gehauenen Militärwegen durch die grandiose Landschaft wieder zurück, tief hinunter ans Gardaseeufer.

Radweg durch das Ledrotal: E-Bikes vom Campingplatz

Stefania will aber nicht wandern, sondern den neuen Radweg durchs Ledrotal zeigen, und zwar ganz neuzeitlich auf E-Bikes, die Vanja und Uwe am Campingplatz in Molina verleihen. Sanft schwingt sich die Route durchs grüne Tal, meist weit entfernt von der Hauptstraße, an Bauernhöfen vorbei und an Sägewerken. Hier oben dominiert nicht mehr der Tourismus, sondern die Menschen leben vornehmlich von der Holzwirtschaft. Immerhin kommen 43 Prozent der gesamten italienischen Holzproduktion aus den Bergwäldern des Trentino. Unser Ziel ist der Lago d'Ampola, ein idyllisches Biotop unter Naturschutz, umringt von dichtem Schilfgras. Die Frösche quaken, die Enten schnattern, die Bienen summen, wie in einem Naturfilm von National Geographic. In einem Holzgebäude am Seeufer erklärt eine kleine Ausstellung das Wachsen und Gedeihen dieser Fauna und Flora.

Urlaub in Italien, ohne den Trubel am Gardasee

Auf dem Rückweg noch ein Abstecher ins Valle Concei: Der elektrische Rückenwind ermöglicht die zusätzlichen Höhenmeter ins Seitental. Vom Trubel am Gardasee spürt man hier absolut nichts mehr. In der Bar Tabacco in Locca sitzen am frühen Abend Alte und Junge bei einem Achtel Roten oder einem Glas Bier und halten ein Schwätzchen. Zwei heimische Mountainbiker rollen vorbei. Sie kommen vom Rifugio Pernici, einem rustikalen Alpenvereinshaus oben am Bergkamm, mit grandiosem Fernblick Richtung Sarcatal und auf die Berge im Norden des Gardasees.

Natürlich wartet neben viel ursprünglicher Natur auch eine Portion Kultur im Ledrotal - ganz alte und eine sehr zeitgenössische. Als 1929 zur Stromgewinnung der Wasserspiegel des Ledrosees abgesenkt wurde, kamen unzählige Pfähle aus der Bronzezeit zum Vorschein. Das Pfahlbauten-Museum am Seeufer in Molina bringt Besuchern die mittlerweile zum Weltkulturerbe der Unesco gehörenden Schätze näher.

Im Ledrotal wandern: kunstvoll um den Ledrosee

Mehr als 4000 Jahre jünger ist "Ledro Land Art", ein Kunstwanderweg im Tal von Pur hinter dem Südufer des Ledrosees. Zehn Trentiner Künstler verbinden mit ihren Skulpturen Landschaft und Kreativität. Da stehen plötzlich Kühe aus Steinkolossen, anderswo kriecht eine Riesenschnecke aus Eisen, oder es liegen verstreut überdimensionale Hände aus Holz im Weg. Ein ungewohntes Bild im Bergwald, aber nicht störend, sondern ein angenehmer Kontrast, schön eingepasst in die alpine Welt des Valle di Ledro.

Weitere Informationen:

Consorzio per il Turismo Valle di Ledro, Via Nuova 7, I-38067 Ledro (TN), Tel. 0039/0464/591222, www.vallediledro.com
Fahrradverleih (auch Mountainbikes und E-Bikes): Bikexpress am Campingplatz al Sole in Molina di Ledro, www.bikexpress.net
Hoteltipps: Hotel Lido Ledro in Pieve di Ledro direkt am See, www.hotellidoledro.it; Hotel Garden im historischen Ortskern von Pieve di Ledro, www.gardenledro.it

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