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Bergsteigen im Himalaya - sechs Erstbesteigungen des DAV-Damen-Expeditionskaders

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DAV-Frauen bringen sechs Erstbesteigungen aus dem Himalaya mit

29.10.2013, 14:11 Uhr | SP, KGK

Bergsteigen im Himalaya - sechs Erstbesteigungen des DAV-Damen-Expeditionskaders. DAV-Damen-Expeditionskader: Himalaya-Expedition. (Quelle: DAV/Dörte Pietron)

Zweieinhalb Jahre wurden die Nachwuchsalpinistinnen im DAV-Damen-Expeditionskader ausgebildet. Die Himalaya-Expedition war der krönende Abschluss im wahrsten Sinne. (Quelle: DAV/Dörte Pietron)

Mit einer ganzen Liste an Erfolgen ist der erste Frauen-Expeditionskader des Deutschen Alpenvereins (DAV) soeben aus dem indischen Himalaya heimgekehrt. Sechs Erstbesteigungen auf über 5000 Meter hohe Gipfel kann das Team aus Nachwuchs- Alpinistinnen verzeichnen. Darauf hatten sie sich über zweieinhalb Jahre vorbereitet. So lange dauerte die alpine Ausbildung für die sechs Athletinnen – mit der fünfwöchigen Himalaya-Expedition als krönendem Abschluss. Wir haben mit Yvonne Koch gesprochen, einer der erfolgreichen Heimkehrerinnen. Sehen Sie mehr zur Expedition der DAV- Frauen in unserer Foto-Show.

SP: Yvonne, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch – und schön, dass Ihr alle wieder wohlbehalten zurück seid. Ist das der größte Erfolg?

Yvonne Koch: Natürlich, von den tollsten Touren und Gipfeln hat man auch nichts, wenn man sich dabei die Zehen abfriert oder noch Schlimmeres passiert.

Gab es viele brenzlige Situationen oder lief alles mehr oder weniger nach Plan?

Wirklich brenzlige Situationen gab es Gottseidank keine. Aber nach Plan lief es auch nur teilweise. Aber Planung ist natürlich einfach auch schwierig bis unmöglich bei solch einer Unternehmung. Wir hatten uns Projekte vorgenommen...

Und eines davon wurde vom Wetter durchkreuzt?

Wir hatten uns alle etwas in den Nordgrat des Brahmasar verguckt. Das ist mit 5850 Metern der höchste Gipfel des Satling Valley und es wäre eine Erstbesteigung gewesen. Für die Tour hätten wir zwei bis drei Tage gebraucht. Aber der Monsun wollte nicht aufhören. Anfangs hat es viel und sehr weit herunter geschneit. Es lag extrem viel Schnee in der Wand und am Grat. Außerdem hatten wir keinen Wetterbericht, wussten also nie, ob das gute Wetter jetzt mal länger als einen Vormittag hält. Da steigt man in so was Langes dann nicht ein, das wäre zu gefährlich.

Was war für dich persönlich der größte Erfolg?

Gesund zurück zu sein, inklusive aller Zehen und Finger! Bergsteigerisch war es für mich die Tour auf das Ice Wave auf der Nordseite des Satling Tals. Das waren 450 Klettermeter im Eis-, Schnee- und Mixed-Gelände. Eine logische, schöne Linie und dazu ein bislang noch unbestiegener Berg, auch wenn wir "nur" auf dem Westgipfel waren.

Und die größte Niederlage? Oder kann man davon gar nicht sprechen?

Kann man schon. Für mich ist leider nur eine Tour rausgesprungen. Danach hat mein Ohr wieder Probleme gemacht. Ich hatte es mir zwei Monate vorher verletzt... Das ist dann schon frustrierend! Du weißt, dass von der Fitness mehr drin wäre und die Motivation ist natürlich auch da – und dann ist man gezwungen, im Basislager rumzuhocken...

Was wirst du vor allem aus diesen fünf Wochen mitnehmen?

Haufenweise indische Gewürze!

Wie sehr habt ihr euch auch mit Land und Leuten beschäftigen können?

Nicht so richtig viel. Das ist oft der Nachteil einer so durchgeplanten Expedition. Wir waren nur jeweils zur An- und Abreise zwei Tage in Delhi. Dort haben wir vor allem viel darüber gelernt, wie die Bürokratie und das Land an sich funktionieren. Auf unserm Trek ins Basislager hatte wir natürlich Kontakt zu den Trägern, die aus Indien und Nepal stammten. Man kommt dann nur noch durch ein paar Dörfer. Aber ansonsten ist man leider doch viel unter sich und hat wenig näheren Kontakt zu den Leuten.

Mit eurer Rückkehr geht nun auch eine besondere Zeit für euch zu Ende. Wirst du daran zu knabbern haben? Oder hast du bereits andere Projekte im Auge, die du auch alleine umsetzen kannst?

Projekte gibt’s immer und es war eine schöne, sehr prägende Zeit, die mich als Alpinistin sehr voran gebracht hat. Aber es ist auch gut, dass es abgeschlossen ist. Jetzt hat man wieder mehr Zeit, seinen eigenen Projekten und Zielen nachzugehen. Es ist etwas anderes, wenn man auf sich gestellt ist beziehungsweise auch was wirklich Tolles, wenn man alles auf seine Art und Weise machen kann. Mit so einer großen Gruppe muss man ja doch immer irgendwo Kompromisse machen.

Und wie sehr freust du dich wieder unter Männern zu sein?

Ist das physisch oder psychisch gemeint? Sagen wir so: Es tut schon gut!!

Weitere Informationen zur Himalaya-Expedition des DAV-Kaders:

Folgende Touren wurden an über 5000 Meter hohen Bergen unternommen:

  • Pala Devi, Erstbesteigung
  • Ostgrat Left Rabbit's Ear, Erstbesteigung
  • Ostgrat Cathedral, Erstbesteigung
  • Punta Alaia, Erstbesteigung
  • Ice Wave, N-Couloir, Erstbegehung bis auf den Grat
  • Phallus Point Liliput, Erstbesteigung
  • Cream Topping, der Versuch der Erstbesteigung endete 30 Höhenmeter unter dem Gipfel, weil das Team für die technische Kletterei kein Material dabei hatte.

Für alle jungen Alpinistinnen, die von den Fördermöglichkeiten des Expeditionskaders profitieren wollen: Vom 14. bis 22. Juni 2014 findet in Chamonix das Sichtungscamp für die nächste Staffel statt. Die Ausschreibung dazu wird Anfang 2014 auf www.alpenverein.de veröffentlicht.

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