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Nicaragua: Abenteuer-Reise ins Land der 1000 Vulkane

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Trekking in Nicaragua  

Nicaragua: Abenteuer-Reise ins Land der 1000 Vulkane

11.11.2013, 10:29 Uhr | Monika Neiheisser

Nicaragua: Abenteuer-Reise ins Land der 1000 Vulkane . Nicaragua: Vulkan-Trekking. (Quelle: Monika Neiheisser)

Von den vierzig Vulkanen, die sich in Nicaragua entlang der Pazifikküste aneinanderreihen, sind viele noch aktiv. (Quelle: Monika Neiheisser)

Nicaragua: Brodelnde Vulkane, tropischer Regenwald, schmucke Kolonialstädte, herrliche Strände und hinreißende Menschen. Längst vorbei ist die Zeit des Bürgerkriegs und der Sandinisten, trotzdem erwacht der Tourismus nur langsam. Doch das Land in Mittelamerika ist in Bewegung und auch Reiseautorin Monika Neiheisser will sich im Urlaub bewegen. Auf trax.de berichtet sie von ihrer Pioniertour im "Land der 1000 Vulkane". Fünf der Feuerberge hat sie bestiegen. Mehr zum Vulkan-Trekking und Dschungeltouren in Nicaragua sehen Sie in unserer Foto-Show.

Vulkanbesteigung in Nicaragua

Ich habe mich einer kleinen Reisegruppe angeschlossen. Und nun heißt es: Früh aufstehen. Um 4.30 Uhr zippe ich mich aus meinem Schlafsack, begrüße Hühner und Ferkel, die vor meinem Zelt spazieren und beobachte den Bauern beim Melken meiner Kaffeemilch. Im Morgengrauen brechen wir aus unserem Camp an einem Bauernhof auf. In der Morgenkühle müssen wir Strecke machen, bevor die Sonne erbarmungslos brennt, denn wir wollen zwei Vulkane auf einen Streich schaffen.

Der Pfad schlängelt sich durch Trockenwald, der jetzt struppig und leicht begehbar ist, da die Bäume im Trockenwald ihre Blätter während der Trockenzeit abwerfen. Kaum zu glauben, dass man während der Regenzeit die Machete braucht, um durchzukommen. Seit Sonnenaufgang rinnt der Schweiß bei tropischen Temperaturen. Erst in hässlichen Flecken auf dem T-Shirt sichtbar, dann hemmungslos aus jeder Pore über Gesicht und den ganzen Körper.

Jeder Stopp ist willkommen, ob zum Trinken oder Staunen. Tourguide Immanuel, gebürtiger Kemptner, drückt mir eine frisch gepflückte Maracuja zum Reinbeißen in die Hand, zeigt uns einen 500 Jahre alten Guanacaste-Baum, dessen Früchte wie Ohrringe aussehen, erklärt die Namen uns unbekannter Früchte und lässt uns an der Nationalpflanze Sacuanjoche mit ihren zarten weißen Blütenblättern riechen. Scharen tropischer Vögel und Zikaden begleiten uns singend dabei.

Marslandschaft auf den Gipfeln der Vulkane

Nach vier Stunden Gehzeit die letzte Pause im Schatten zu Füßen des Vulkans Pilas, unserem ersten Ziel in 1088 Meter Höhe. Die haben wir verdient! Ab jetzt wird die Landschaft lebensfeindlich. Schwarzes Lavagestein, wohin wir gucken. Hitze wie aus dem Backofen und gähnende Einsamkeit. Unsere Schritte werden kleiner, der Anstieg steiler und der kegelförmige Krater El Hoyo will kaum näher kommen. Erst später bringt der Abstieg durch ein Akazienwäldchen etwas Entspannung, bis der 45-minütige Aufstieg über Geröll und Felsen auf den Krater des Cerro Negro, den schwarzen Hügel, auf 726 Meter Höhe unsere letzten Kräfte abverlangt.

Der schwarze Glutofen wechselt in eine farbenfrohe Gesteinslandschaft. Eisen, Schwefel und Magnesium leuchten rot, gelb und weiß um die Wette wie von Malerhand erschaffen. Fast wie eine Marslandschaft. Schwefeldämpfe wabern durch die Luft, und um mich herum blubbert es aus unzähligen Babyvulkanen.

Rasante Abfahrt auf Schuhsohlen

Ein besonderes Abenteuer verspricht die Abfahrt vom Vulkan. Der 41 Grad steile Hang mit seiner geröllartigen Vulkanasche ist bekannt unter den Adrenalin-Junkies. Auf einer Art Surfboard liegend, kann man mit einer Geschwindigkeit bis von zu 89 km/h talwärts rasen. Schneller noch geht es mit dem Mountainbike. Der Österreicher Markus Stöckl erreichte 2011 den Weltrekord mit 164,5 km/h.

Wir nehmen die Schuhsohlen. Das Körpergewicht Richtung Berg auf die Fersen verlagert und ab geht die Post in Riesenschritten. Mit wehender Staubfahne heizen wir kreischend den 600 Meter langen Hang hinab. Schwarz paniert kommen wir glückselig lachend am Fuße des Feuerbergs an und genießen frische Mango, Wassermelone, Käsespieße und Oliven, die unser französischer Camp-Koch Jean-Paul appetitlich zubereitet hat.

Die nächsten drei Tage sind den Vulkanen Mombacho, Momotombo und Telica gewidmet. Abschluss-Highlight ist die Besteigung des ständig aktiven Vulkans San Cristobal, der mit seiner Höhe von 1776 Meter alle anderen überragt und immer ein weißes Dampfhäubchen trägt. Vom Kraterrand reicht der Blick bei klarem Wetter bis zum Pazifik, Honduras und El Salvador. Doch wir sehen nur grau wabernde Schwefeldämpfe, die aus dem unschätzbar tiefen Krater aufsteigen. Die Erde lebt!

Walbeobachtung und Kanutouren

Nach soviel Staub, Rauch und Asche wollen wir ans Meer. Im Resort Marina Puesta del Sol, an der nördlichen Pazifikküste chillen wir und baden im tropenwarmen Meer. Bootsausflüge zum Whalewatching und in Mangrovenwälder sind spannend und entspannend zugleich.

Sportlich hingegen ist unsere Kanutour mit dem Sit-on-top-Kajak zwischen den Isletas de Granada am nördlichen Rand des Nicaragua-Sees, der fünfzehnmal größer ist als der Bodensee. Über 360 Inselchen, die durch die Eruption des Vulkans Mombacho entstanden sind, grenzen an ein Naturwunder, das entdeckt werden will. Wie ein Wächter thront der monumentale Feuerspucker am Ufer des Sees.

Fullspeed zum Archipel Solentiname

Wir wollen auch den Archipel Solentiname kennenlernen, der ebenfalls vulkanischen Ursprungs ist. In der Inselwelt am südlichen Ende des Nicaragua-Sees leben gerade einmal 1000 Menschen. Unser Ziel ist Mancarròn, die größte der 36 Inseln. Ein Propellerflugzeug bringt uns ins Fischerdorf San Carlos. Von dort aus düsen wir fullspeed mit dem Motorboot über den See in eine andere Klimazone. Schon beim Anlanden am Bootssteg prahlen die Bäume mit mehr Grüntönen als jeder Wasserfarbkasten hergibt. Wir sind im Regenwald!

Ein Trampelpfad führt zu unserem Hotel Mancarrón, eine Oase der Ruhe mitten im Grünen direkt am See. Kleine Chalets reihen sich aneinander, von der Terrasse aus höre ich den See rauschen, Papageien kreischen und ein Kolibri fliegt von der lila Bougainvillea zum rot blühenden Cashew-Baum hinüber. Ein echter Aussteigertraum. Das dachte auch Immanuel und schon traf Amors Pfeil Nubia, die warmherzige Besitzerin des Hotels. Er heiratete sie und engagiert sich nun seit Jahren für ökologischen Tourismus in Nicaragua. Auch Künstler lassen sich von der Schönheit des Tropenparadieses inspirieren, und stellen sie in der naiven Malerei und in Bildhauerkunstwerken farbenfroh dar.

Mit dem Boot durch den Regenwald

Regenwald pur erleben wir während einer Bootsfahrt auf dem Fluss Papaturro, die ins Naturschutzgebiet Los Guatuzos führt. Der Bootsführer stellt immer wieder den Motor ab. So können wir dem tropischen Vogelkonzert lauschen und entdecken eine neue Art der Langsamkeit. Ganze Fledermauskolonien kleben kopfüber an Urwaldriesen. Eisvögel, Kormorane, Tigerreiher und viele uns unbekannte Vögel fliegen zwischen Bananen, Palmen und all den Urwaldbäumen, die das Ufer säumen.

Zu Fuß geht es noch tiefer in den tropischen Garten. Zugleich erschrickt mich ein Brüllaffe mit seinem ohrenbetäubenden Schrei, der in der Mittagshitze faul zwischen den Ästen hängt. Auch wir wollen in die Affenperspektive. Über eine elf Meter hohe Leiter gelangen wir auf eine Hängebrücke, die 150 Meter weit zwischen Baumwipfeln und Palmenwedeln verläuft. Eine sehr schauklige Angelegenheit.

Granada und León: Nach viel Natur ein bisschen Kultur

Granada, am Fuße des erloschenen Vulkans Mombacho, ist das koloniale Vorzeigestädtchen mit vielen aufwändig restaurierten Häusern. Besucher versetzt es in die Zeit der spanischen Eroberung zurück. Ein besonderes Flair hat León, die zweitgrößte Stadt Nicaraguas. Abends tummeln sich Studenten, die aus dem ganzen Land gekommen sind, um an der ältesten Universität Lateinamerikas zu studieren, auf den Straßen und die Auswahl an Bars, in denen internationale Musik-Hits aus den Boxen dröhnen, ist groß.

Tagsüber verwandelt sich der zentrale Platz vor der Kathedrale in einen bunten Markt, auf dem Kunsthandwerk dargeboten und lautstark verhandelt wird. Jeder Verkäufer ist stolz auf seine Arbeit und erzählt gerne seine ganz persönliche Geschichte. So nehme ich einen Koffer voller Geschichten und bunter Eindrücke mit nach Hause. Gerne hätte ich es Immanuel gleich getan, doch es fehlte Amors Pfeil.

Weitere Informationen:

Geführte Vulkan-Trekkingtouren mit Aufstieg auf fünf Vulkane bei Hauser-Exkursionen für 1995 Euro. Nächste Termine 27.12.2013 - 10.01.2014, 07.02. - 21.02.2014.
Einreise: Mit Reisepass ohne Visum, keine Impfpflicht
Allgemeine Infos: www.nicaraguaportal.de

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