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Rhön: Wandern zum Kreuzberg - und zum Klosterbier

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Wandern in der Rhön  

Rhön: Wandern im wahrgewordenen "Land der offenen Fernen"

12.11.2013, 11:54 Uhr | Margit Boeckh, srt

Rhön: Wandern zum Kreuzberg - und zum Klosterbier. Rhön: Wandern auf dem Rhön-Höhen-Weg über dem Himmeldunkberg. (Quelle: Rhön Marketing GbR)

Die Rhön: gemütlich wandern in einer unaufgeregten Landschaft mit Weitegefühl. (Quelle: Rhön Marketing GbR)

Es gab eine Zeit, da war Wandern out. Es galt als öde und langweilig, alt und verstaubt: gemütliches Spazierengehen für "ältere Semester". Dann erwachte der Wandersport auch für die jüngere Generation zu neuem Leben - Trekking, Hiking oder auch "auf Tour gehen" zogen in den Sprachgebrauch ein, zusammen mit einem verstärkt sportlichen Anspruch: Höhenmeter, Geschwindigkeit, Länge. Doch für viele ist Wandern nach wie vor kein Akt des Wettkampfes, sondern der Ruhefindung. In der fränkischen Rhön findet man es noch, das Wandern um des Wandern willens. Sehen Sie selbst in unsere Foto-Show.

Die fränkische Rhön - Wandern ohne Druck

Das gibt es noch? Gegenden, wo man unterwegs so ganz bei sich sein darf. Wandern ohne den kategorischen Imperativ zu erreichender Tagesziele? Oh ja! Da sind wir wohl angekommen in diesem Gegenentwurf zum Hochleistungswandersport, hier, in der Rhön. Genauer: dem fränkischen Teil dieses Dreiländer-Mittelgebirges. Da, wo es sich von seiner Seele streichelnden Seite zeigt.

Der Slogan "Land der offenen Fernen", mit dem die Tourismusleute für diesen besonderen Streifen Deutschland werben, ist fast schon ein Klischee. Besonders schön erlebt man dieses gerühmte Weitegefühl an klaren Herbsttagen. Das Codewort "sanfter Tourismus" zieht vor allem Menschen an, die einfach mal die Seele baumeln lassen wollen. Denen Kategorien wie "Tagespensum" und Kilometerschrubben vollkommen egal sind. Die "entschleunigt" genießen möchten, was diese Landschaft bietet - so verschwenderisch wie unaufgeregt. Wälder, Felder und Wiesen satt. Kontrastiert von steilen Basaltkuppen, einsamen Hochflächen, dunklen Mooren. Freundliche Fachwerkorte zeigen überraschende kulturhistorische Schätze. Und nach dem Wandertag wartet eine deftige Brotzeit auf gut Fränkisch.

Eine Gegend zum Durchatmen

Unterwegs gibt es jede Menge zum Schauen und Staunen. Die gelassen grasenden Rhönschafe etwa mit ihren dunklen Gesichtern. Immer mal ist ein Wanderstopp einzulegen zwecks Ratespiel, was das nun wieder für eine seltene Pflanze sein mag, von denen hier so viele wachsen. Unterwegs wirkt der unendlich weite Ausblick aus immer neuer Perspektive wie das eingelöste Versprechen des Marketing-Slogans vom Land der offenen Fernen.

Ganz klar: Diese sanfthügelige Landschaft ist eine Gegend zum Durchatmen, Besinnen. Hier lässt es sich wirklich noch zur Ruhe kommen. Was nicht heißt, dass man hier gänzlich allein ist. Immer mal flitzen ein paar Skater über die gut ausgebauten Radwege, Radler sowieso. Auch PS-starke Biker lieben die kurvenreichen Strecken. Sollen sie nur...

Deutschlands größte Kirchenburg

Zur Rast locken idyllische Städtchen. Ostheim etwa. Das zeigt sich so malerisch wie beschaulich und hat doch eine faustdicke Überraschung in petto: Deutschlands größte und wohl schönste Kirchenburg. In solche Schutzareale rund um eine Kirche konnten sich im Mittelalter Bewohner zurückziehen, wenn mal wieder ein feindlicher Rittertrupp nahte. Wir nehmen schnell noch ein Eis auf die Hand vom freundlichen Italiener am Markt, dann geht es über holpriges Kopfsteinpflaster nur wenige Dutzend Meter hinauf zu dem imposanten Gemäuer.

Fünf Türme, sechs Bastionen, eine doppelte Wehrmauer: Mittelalter-Kulisse vom Feinsten. Ein trutziger Torbogen ist zu durchschreiten. Dann stehen wir vor der mächtigen Kirche, die einem ein paar Nummern zu groß erscheint. Geweiht ist sie dem heiligen Michael, jenem Erzengel mit der Lizenz zum Schutz der Deutschen. Wer sich hierhin flüchtete, fühlte sich geborgen und im Schutz einer höheren Macht - das ist die Botschaft. Leiblich wohl versorgt mit den Vorräten aus den sogenannten Gaden. Diese in die Mauern eingelassenen Speicher sind heute Museum und lassen ahnen, wie es sich denn damals so lebte in der Kirchenburg, umzingelt vom Feind.

Kreuzberg, Kloster, Klosterbier

Von dort ist es nur wenige Kilometer zum Kreuzberg. Plötzlich werden die Wandererströme deutlich dichter. Für die, die es bequemer mögen, verkehren Busse zum "Heiligen Berg der Franken". Seit dem Mittelalter ziehen Prozessionen auf den 928 Meter hohen Berg mit den eindrucksvollen Golgatha-Kreuzen auf dem Gipfel. Und schon seit 1620 sorgen Franziskaner im Kloster für Seele und Leib der bis zu 800.000 Pilger und Wanderer im Jahr.

Lose Zungen verbreiten das Motto vom "Büßen - Beten - Biertrinken" für eine Kreuzbergtour. Was auf das berühmt gute Bier zielt, das die Mönche seit dem 18. Jahrhundert hier brauen. Die Internetadresse des Klosters lautet kurioserweise www.klosterbier.de. Vielleicht nicht so recht im Sinne des Herrn, oder? Bruder Martin Domogalla, der als Guardian der geistliche Chef des weitläufigen Anwesens samt der derzeit sechs Franziskaner-Mitbrüder gilt, nimmt es mit Humor: "Die Domain Kloster Kreuzberg hat uns einer weggeschnappt. Die Variante mit dem Bier ist ja auch nicht richtig falsch."

Ein Muss beim Wandern in der Rhön

Nö, schon klar. Da braucht es bloß einen Blick auf die Gäste, die seelische Erbauung mit leiblichen Genüssen fröhlich verbinden. Um die frühe Mittagszeit ist einiges los im Klosterhof und den Wirtsstuben. Vor den Küchentresen harren endlose Warteschlangen lammfromm der deftig-fränkischen Köstlichkeiten. Und zu Schweinshaxen und Bratwurst passt eine schäumende Maß allemal.

Doch ansonsten herrschen strenge Sitten. Härtere Sachen als Bier und Wein werden nicht ausgeschenkt. "Damit nicht allzu zechfreudige Wanderer an unserem Ruf nagen", erläutert Bruder Martin. Lautes Singen und Grölen wird streng geahndet. Abends punkt Acht ist unbarmherzig Zapfenstreich. Von einem leibhaftigen Kardinal soll der Holperreim stammen: "Den Berg hinauf wallt ein langer Zug - die meisten zum Kreuze, fast alle zum Krug." Nicht nur, aber wohl auch wegen des süffigen Bieres ist der Kreuzberg so etwas wie ein Muss für alle, die unterwegs sind in der schönen Rhön.

Weitere Informationen: Wandern in der fränkischen Rhön

Broschüren und Infos: Tourist-Information Bischofsheim - Kreuzberg/Rhön, Kirchplatz 7, 97653 Bischofsheim an der Rhön, Tel. 09772/910150, tourist-info@bischofsheim-rhoen.de, www.bischofsheim.info, www.rhoen.info;

Kloster Kreuzberg: Franziskaner Klosterbetriebe, Kreuzberg 2, 97653 Bischofsheim, Tel. 09772/91240, service@kreuzbergbier.de, www.kreuzbergbier.de, täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet, Übernachtung mit Frühstück ab 24 Euro pro Person, Weihnachtsmarkt am 1. Adventswochenende.

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