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Schneeschuhwandern im Allgäu - mit Iglubau, Winterbiwak und Huskys

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Überwintern wie die Eskimos: Wenn der Süden Bayerns zum Norden Europas wird

16.01.2014, 14:58 Uhr | Monika Neiheisser

Schneeschuhwandern im Allgäu - mit Iglubau, Winterbiwak und Huskys. Iglubau und -Übernachtung im Allgäu. (Quelle: Monika Neiheisser)

Im Iglu übernachten - selbst die Eskimos übernachten heutzutage nur noch während der Jagd so abenteuerlich. (Quelle: Monika Neiheisser)

Schlittenhunde, Iglubau und Schneeschuhtour: Klingt nach Skandinavien? Ist aber Deutschland! Winteraktivitäten aus dem Hohen Norden gibt es auch bei uns in den Allgäuer Alpen. Und auch wenn unsere Autorin nicht im Iglu übernachtet hat, sondern im Winterbiwak, hat sie ihr persönliches Winterabenteuer erlebt - nicht im hohen Norden Europas sondern im tiefen Süden Bayerns. Machen Sie sich in der Foto-Show zum Schneeschuhwandern mit Schlittenhund und Iglubau selbst ein Bild vom winterlichen Allgäu.

Zwischen Winterbiwak und Iglu

Sanftes Dämmerlicht weckt mich am Morgen. Als ich den Reißverschluss meines Zeltes aufzippe, platscht ein Schneebrett vom Zeltdach und spritzt in meinen Schlafsack. Ich traue meinen Augen nicht: Die bunten Zelte des Winterbiwaks haben sich in weiße Iglus verwandelt: 30 Zentimeter Neuschnee über Nacht. Günter, einer der Biwak-Teilnehmer, kehrt sein Zelt frei: "Ich mache Kehrwoche, sonst bricht mein Haus ein." Die Huskys sind verschwunden.

Tatsächlich hatten wir am Vorabend drei Iglus geschaufelt, die sich am Morgen kaum von den anderen weißen Halbkugeln im Schnee unterscheiden. Gemeinsam mit neun Abenteuerlustigen wollte ich eine Nacht im Schnee verbringen, wie die Eskimos einst den ganzen Winter.

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    Schneeschuhwandern in Ofterschwang im Allgäu

    Mit der Weltcup-Express-Bergbahn in Ofterschwang im Allgäu schweben wir auf 1312 Meter zum Startpunkt unserer Schneeschuhtour. Dort begrüßen uns vier bellende Huskys, während der Musher Hans seinen Schlitten anspannt. Auch wir können es kaum erwarten, bis es losgeht. Tourguide Horst zeigt uns den Duckstep (Entenschritt) für die Ebene, den Kickstep (Treppenschritt) für steile Passagen und den Gleitschritt für den Abgang. Techniken, die leicht zu erlernen sind. Doch elegant ist unser Schritt nicht, als wir im 20 Zentimeter tiefen Neuschnee abseits vom Pistenrummel eine neue Spur zum Ofterschwanger Horn legen. Die Huskys schnellen voraus, wir stapfen hinterher. "Immer schön breitbeinig", ruft uns Horst zu.

    Grünten, der Wächter der Allgäuer Alpen

    Schneeüberzuckerte Bäume und glitzernde Eiskristalle bilden die perfekte Szenerie für Märchen aus der Winterwelt. Nur das Knirschen der Schneeschuhe im watteweichen Untergrund unterbricht die Stille. Nach einem kurzen Aufstieg erreichen wir durchgeschwitzt den Gipfel auf 1406 Metern Höhe. Beim Anblick des Panoramas über die Allgäuer Alpen bis hin zu den Tiroler Bergen im Tannheimer Tal halten wir inne. Erhaben grüßt der Grünten mit weißem Haupt, der Wächter des Allgäus.

    Iglubau von Profis

    Zwei Stunden später schwitzen wir wieder. Nach einem Teilabstieg vom Gipfel errichten wir unseren Winterbiwak-Platz. Der Snowscooter bringt schneespritzend unser Übernachtungsgepäck. Farbige Schneeschaufeln werden verteilt und wir lernen: "Pulverschnee ist kein Iglu-Schnee". Doch Horst zückt die Schneebox, ein patentiertes Spezialgerät zum Iglubau, in das wir Schnee hineinschaufeln. Den Bau übernehmen Horst und seine Crew, damit die Statik stimmt.

    Viele Schaufeln sind nötig, bis am Ende nur noch ein kleines Loch im "Dach" bleibt. Das zu schließen, ist die größte Herausforderung. Der Eingang wird mit einer Säge aus der Schneewand gefräst und am Boden mit einem Schneebalken blockiert, damit die Kälte nicht eindringt. Die Innen- und Außenwände werden noch mit Schnee "verputzt" - fertig. Erschöpft setze ich mich in die selbstgebaute Höhle, meine Augen wandern entlang der gewölbten Schneedecke und ich staune nur: "Dass das nicht einkracht…"

    Statt Iglu-Übernachtung zum Winterzelten

    Nach vier Stunden Schaufelarbeit stehen drei Zwei-Personen-Wohnungen im Durchmesser von 2,20 Metern und in Mannshöhe im Schnee, ebenso wie fünf bunte Zelte. Jetzt brauchen wir eine Pause. Die Huskys liegen mit der Schnauze im Schnee und ruhen sich ebenfalls aus. Kasuuta, der grönländische Schlittenhund, guckt mich durchdringend mit seinen klaren blauen Augen an und wedelt wild mit dem Schwanz, als ich sein Fell streichle. Unglaublich weich und dick ist der Pelz, durch den keine Kälte zu dringen scheint. Der Himmel ist inzwischen wolkenverhangen und Reiseveranstalter Norbert Schehle wittert Schneefall. So verkriechen wir uns im Gemeinschaftszelt wie in einer wohlig warmen Wohnstube. Allerdings sitzen wir auf Eisbänken mit Isomatten bei 12 Grad Celsius, löffeln deftige Kartoffelsuppe und sperren eisige -14 Grad Celsius aus.

    Gut durchgewärmt suche ich in der Nacht im schmalen Lichtkegel der Stirnlampe mein Zelt auf. Eine Iglu-Übernachtung wäre mir doch etwas unheimlich. Als ich in meinen kuscheligen Schlafsack schlüpfe, lasse ich nur Nase und Mund herausgucken und falle bald in wohligen Schlaf. Die Schlittenhunde biwakieren unter freiem Himmel und trotzen der Kälte, puh.

    "Ich mache nie wieder Biwak im Winter"

    Meine Zeltmitbewohnerin Manuela begrüßt mich grimmig am Morgen: "Ich mache nie wieder Biwak im Winter". Die Kälte hat ihr den Schlaf geraubt. Ich genieße noch die Wärme in meinem Schlafsack und überlege nur, wie ich den Weg zur Outdoor-Toilette zurücklege. Der Trampelpfad ist nicht mehr erkennbar, denn der geahnte Schneefall in der Nacht hat die Landschaft und unser kleines Igludorf verwandelt. Ich pelle mich aus meiner wärmenden Hülle, quäle mich in meine steif gefrorene Outdoor-Kleidung und in die fast gefrorenen Schuhe.

    Minuten später versinke ich bis über die Knie im Schnee. Zum Glück trage ich Gamaschen. Der Duft von frischem Kaffee aus dem Gemeinschaftszelt erfüllt die Luft, und der Anblick der verzauberten Winterwelt, die sich mit der aufsteigenden Sonne von Weiß in Pastellrosa färbt, ist Balsam für die Seele. Doch die Schlittenhunde sind nicht mehr zu sehen, auch Hans ist verschwunden.

    Wenn der Süden Bayerns zum Norden Europas wird

    Das Frühstück auf den Eisbänken ist begleitet von einem wilden Stimmendurcheinander. Jeder hat sein persönliches Winter-Abenteuer erlebt - und das nicht im hohen Norden Europas, sondern im tiefen Süden Bayerns. Selbst die Eskimos übernachten heutzutage nur noch während der Jagd so abenteuerlich. Plötzlich erscheint Hans im Eingang und erzählt die Aufregendste aller Geschichten: "In stockdunkler Nacht musste ich mit meinen Schlittenhunden vom Biwak ins Tal absteigen, um sie an ein geschütztes Plätzchen zu bringen. Zu heftig waren der Schneefall und der Wind. Die halbe Nacht haben wir im Auto und im Anhänger verbracht". Jetzt lugt Kasuuta wieder durch den Zelteingang und signalisiert schwanzwedelnd: "Streichle mich", und ich wärme meine kalten Finger in ihrem warmen Fell.

    Weitere Informationen

    Der Reiseveranstalter allnatours hat nordische Sportarten ins Allgäu gebracht. Er bietet verschiedene Wochenend- und Mehrtagesprogramme, ebenso wie einzeln buchbare Aktiv-Bausteine an. Schneeschuh-Schnuppertour 1 Stunde, 14 Euro pro Person, Kinder 7 Euro.

    Kostenfreier Wintertag im Schneeschuhpark am 25.01.2014 mit Iglubau und Husky-Camp, Allgäu Natours, Tel.: 0831-523 2720, www.allnatours.de

    Übernachtung: Hotel zum alten Senn mit Museumsgaststätte, 87541 Oberjoch/Bad Hindelang, Tel.: 08324/7715, www.zumaltensenn.de, Übernachtung mit Frühstück ab 54 Euro. 

    Informationen zur Region: www.allgaeu.info

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