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Bootsangeln auf Dorsch an der Ostsee

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Bootsangeln auf Dorsch an der Ostsee

18.02.2014, 13:28 Uhr | Kurt de Swaaf

Bootsangeln auf Dorsch an der Ostsee. Angeln: Dorsch. (Quelle: imago/Caro)

Dorsche können zu wahren Prachtkerlen heranwachsen. Doch schweres Gerät braucht es an der Ostsee nicht unbedingt. (Quelle: Caro/imago)

Die Ostseeküste eignet sich hervorragend fürs Bootsangeln. Vor allem das Angeln auf Dorsch ist das ganze Jahr über erfolgversprechend. Bekannt ist das "Pilkern" von großen Fischkuttern aus, doch schweres Gerät ist gar nicht nötig und ein relativ kleines Boot tut es auf der meist recht ruhigen Ostsee auch. Wir geben Tipps zu Ausrüstung, Montage, Köder und Methode.

Die Ostsee ist ein Paradies fürs Bootsangeln

Der Außenborder schnurrt, Wellen klatschen gegen den Bug, und vor einem erstreckt sich der weite Horizont der Ostsee: Schöner kann ein Tag kaum beginnen. Das Boot, ein gut vier Meter langes, norwegisches Modell, schaukelt in der Dünung, aber das Wetter ist ruhig. An Bord sind Angelruten, Lunchpaket, eine Thermoskanne Tee, ein großer Kescher (man weiß ja nie!) und natürlich jede Menge Köder. Die Fahrt hinaus dauert nicht lange. Nach einer knappen Viertelstunde ist die erste vielversprechende Stelle erreicht. Hier gibt es in rund acht Metern Tiefe eine Ansammlung von Felsblöcken. Und hoffentlich Fische.

Die Ostseeküste ist ein wahres Paradies für Bootsangler. Neben den zahlreichen Bodden und Buchten beherbergt auch das offene Meer in nur ein, zwei Kilometern Entfernung zum Strand reiche Fischbestände. Anders als auf der Nordsee und im Wattenmeer muss man sich nicht mit tückischen Gezeitenströmen herumschlagen, und auch der Wellengang ist meist geringer. Ideale Bedingungen sogar für Anfänger. Das heißt allerdings nicht, dass die Ostsee ein vollkommen ungefährlicher Ententeich sei. Auch hier gibt es gewisse Regeln für die Sicherheit zu beachten. Doch darüber später mehr.

Dorschangeln mit leichter Ausrüstung

In der westlichen Ostsee sind Plattfische und Dorsche die Hauptbeute der Küstenfischer. Im Frühling gesellen sich Heringe dazu, im Sommer Hornhechte. Das Dorschangeln von kleinen Booten aus ist praktisch das ganze Jahr über möglich, insofern es die Wetterbedingungen erlauben. Es ist eine spannende Fischerei. Schweres Gerät, so wie man es von den Pilkertouren (Pilker sind oft relativ schwere, glänzende Köder aus Metall, Anm. d. Red.) auf großen Kuttern kennt, sollte man besser zu Hause lassen. Stattdessen kommen robuste Spinn- oder Jigruten mit Wurfgewichten von 20 bis 80 Gramm und passende, möglichst leichte Rollen zum Einsatz. Der Gebrauch geflochtener Schnüre in Stärken von 0,12 bis 0,20 Millimetern ist auf jeden Fall zu empfehlen. Mit ihnen hat man aufgrund der mangelnden Dehnung einen schnelleren, direkteren Kontakt zum Fisch, und sie üben im Wasser weniger Reibungsdruck aus, was beim Driftangeln vom treibenden Boot aus sehr vorteilhaft ist.

Dorsche lassen sich gut mit Kunstködern überlisten. Für diese Methode geht man am besten vor Anker und montiert einen schlanken Küstenblinker oder -wobbler an der Spinnrute. Weite Würfe sind sinnvoll, weil dadurch größere Bereiche abgefischt werden können. Der Köder sollte nach dem Auswerfen bis in Bodennähe absinken. Viele Angler machen den Fehler, dass sie anschließend in zu hohem Tempo einholen. Dorsche neigen zu einer gewissen Gemächlichkeit. Blinker oder Wobbler sind deshalb möglichst langsam und tief zu führen. Der Anbiss jedoch erfolgt in der Regel rabiat. Hin und wieder scheint es, als ob der Haken an irgendeinem Hindernis festhängt - bis dann das Hindernis in Bewegung kommt. Große Dorsche müssen oft an die Oberfläche "gepumpt" werden. Im Zweifelsfall aber sollte man sich etwas mehr Zeit nehmen, anstatt einen Schnurbruch zu riskieren.

Driftangeln auf Dorsch: Tipps zu Montage und Technik

Wenn an einer Stelle nichts beißen will, ist Ortswechsel angesagt: Anker heben, den nächsten potentiellen Hotspot ansteuern, und dort sein Glück versuchen. Die Mobilität ist zweifelsfrei einer der größten Vorteile der Bootsangelei. Wenn der Wind nicht zu stark ist, kann man die Fische auch passiv suchen. Einfach das Boot treiben lassen. Für diese Methode greift man zu relativ schweren Gummiködern oder setzt eine Naturköder-Montage ein. Hierzu wird die Hauptschnur durch ein spezielles, geknicktes Kunststoff- oder Metallröhrchen geführt. Das Schnurende sollte aus dem längeren Röhrchenarm herausragen. Dort wird eine Gummiperle eingefädelt und anschließend ein passender Wirbel angeknotet. Letzterer dient zur Befestigung des rund 80 Zentimeter langen Vorfachs aus 0,30- bis 0,40 Millimeter starker, monofiler Schnur. Zum Schluss ein einzelner Haken, Größe 2 bis 2/0, beködert mit Wattwürmern oder Seeringelwürmern, und ein 40 bis 80 Gramm schweres Birnenblei, welches am zweiten Wirbel im Knick des Röhrchen eingehängt wird. Fertig.

Der Clou beim Driftangeln liegt darin, den Gummifisch oder die Naturköder-Montage schnell absinken (nicht auswerfen!) und sich dann wenige Zentimeter über dem Grund bewegen zu lassen, während das Boot langsam über die Meeresoberfläche treibt. Wenn das Blei dabei ab und zu aufsetzt und Sand aufwirbelt - um so besser. Das lockt hungrige Fische an. Die Methode funktioniert selbstverständlich nicht bei starkem Wind. Der Köder wird dann zu schnell durch das Wasser gezogen und verliert zudem den Bodenkontakt.

Bei ruhiger Witterung dagegen können die Ergebnisse erstaunlich sein. Nicht nur Dorsche greifen sich gerne bewegliche Naturköder-Brocken, auch große Flundern langen immer mal wieder zu. Die Plattfische lassen sich sogar mit kleinen Gummiködern erbeuten, aber das gelingt nur bei ganz geringen Windstärken und fehlender Strömung. Wer es auf Steinbutt abgesehen hat, kann einen toten Sandaal, auch Tobiasfisch genannt, durch den Kopf haken und diesen über dem Grund präsentieren. Der Anbiss ist meist deutlich spürbar. Dann sollte der Rollenbügel aufgeklappt und etwas Schnur gegeben werden. Der Raubfisch hat dadurch Gelegenheit, Köder und Haken richtig ins Maul zu nehmen. Wenige Sekunden später wird der Anhieb gesetzt. Tiefgekühlte Sandaale sind oft in Angelfachgeschäften erhältlich. Auch Dorsche mögen sie.

Hotspots zum Angeln auf Dorsch

Es ist nicht immer leicht, gute Angelplätze auf dem offenen Wasser zu finden. Seekarten leisten hier gute Hilfe. Auf ihnen sind Rinnen, Felsriffe und Wracks angezeigt, wo sich vor allem Dorsche gerne herumtreiben. Ansonsten lohnt es sich, nach Stellen mit dunklem Boden Ausschau zu halten. Sie können auf Muschelbänke, Steinansammlungen und ähnliche Hotspots hinweisen. Wer gerne auf Technik zurückgreift, kann einen elektronischen Fischfinder nutzen. Zum Glück jedoch ziehen Dorsche oft in kleinen Schwärmen herum und kreuzen dabei auch über sandige, monotone Bodenpartien. Dann trifft man sie beim Driftangeln.

Kleinboote mit Außenbordern bis zu 15 PS dürfen an der Ostseeküste von jedem gefahren werden, für stärkere Motoren braucht man einen entsprechenden Führerschein. In einigen Küstenorten sind Angelboote preisgünstig zu mieten. Wer sich nicht auf dem Meer auskennt, solle auch bei ruhigem Wetter nicht mehr als etwa zwei Kilometer hinausfahren. Sagen Sie Freunden oder Familie, wo sie den Fischen nachstellen wollen, damit man im Notfall weiß, wo man nach Ihnen suchen soll. Und natürlich hat man vor der Angeltour genau die Wettervorhersage studiert. Ab fünf Beaufort Windstärke haben Unerfahrene draußen auf dem Wasser nichts mehr verloren. Ebenfalls lebenswichtig: immer Ruder an Bord haben. Falls der Motor ausfällt, kann man sich damit noch vorwärts bewegen und ist Wind und Wellen nicht völlig wehrlos ausgesetzt.

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