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Grande Traversata delle Alpi - ein unvergleichlicher Weitwanderweg

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Grande Traversata delle Alpi: Weitwanderweg durch die "vergessenen Täler" des Piemont

11.03.2014, 14:21 Uhr | Helena Pleier, KGK

Grande Traversata delle Alpi - ein unvergleichlicher Weitwanderweg. Grande Traversata delle Alpi. (Quelle: Iris Kürschner, www.powerpress.ch)

Die Grande Traversata delle Alpi gilt für manche als der schönste Weitwanderweg überhaupt. (Quelle: Iris Kürschner, www.powerpress.ch)

Mainstream-Touren am Kilimanjaro, Hüpfburgen auf 2500 Metern Höhe in Tirol, Entertainment und Hütten-Gaudi: Der Massentourismus in den Alpen boomt, viele Ziele verlieren ihren Reiz. Nicht so die Grande Traversata delle Alpi (kurz GTA). Der Weitwanderweg vom Piemont bis zum Mittelmeer ist eine der faszinierendsten Strecken im Alpenraum. In traumhafter 4000er-Kulisse findet man noch regionale Vielfalt, Traditionen, echte Geschichten. Grund genug, die Alpenüberquerung vorzustellen. Überzeugen Sie sich von der einmaligen Schönheit des Weitwanderwegs Grande Traversata delle Alpi in unserer Foto-Show.

Die Entstehung der Grande Traversata delle Alpi

Die Grande Traversata delle Alpi wurde in den frühen 80ern eingerichtet - nicht geschaffen! Statt Baggern und Planierraupen kam die Buschschere zum Einsatz und befreite alte Arbeits- und Verbindungswege zwischen den Dörfern vom Buschwerk. Saumpfade, königliche Jagdsteige und Militärstraßen, Salz- und Schmugglerrouten wurden aufbereitet und wieder nutzbar gemacht. Kurz gesagt: Anstelle einer neuen Infrastruktur griff man auf das historisch Vorhandene zurück. Das Projekt GTA war geboren: Der Weitwanderweg startet am Griespass, dem nördlichsten Punkt des Piemont. Von hier aus führt sein Weg am gesamten nordwestitalienischen Alpenbogen entlang vom Monte Rosa im Wallis bis zu den Ligurischen Alpen. Nach 900 Kilometern und 65.000(!) Höhenmetern in durchgehend markiertem, technisch meist leicht zu bewältigendem Gelände erreicht der Wanderer Ventimiglia am Mittelmeer - das Ende der Überquerung.

Weitwanderweg auf alten, einsamen Pfaden

Die Tagesetappen führen den Wanderer in die hohen Pässe, circa 1000 Höhenmeter sind pro Tag zu bewältigen. Geschlafen wird in den tiefer gelegenen Bergdörfern. Warum? Zwei die es wissen müssen, sind Iris Kürschner und Dieter Haas. Die beiden Bergjournalisten und Fotografen haben in ihrem Bildband "Grande Traversata delle Alpi" die schönsten Momente ihrer Reise festgehalten. "Das Projekt GTA ist ein Versuch, das Abwandern der Einwohner, das Aussterben der Alpendörfer zu verhindern. Die Wanderer stellen für die Bewohner eine zusätzliche Einnahmequelle dar - die lokale Landwirtschaft und das Handwerk werden gefördert." Keine Alpenklischees, sondern etwas "Echtes" erwarte den Wanderer: Gastfreundschaft und Einblicke in eine fast vergessene Welt abseits des touristischen "Mainstreams". Anderen Touristen begegne man auf der GTA eher selten. Das werde sich auch in den nächsten Jahren nicht großartig verändern, so Haas: "Die Höhenmeter, die der Wanderer jeden Tag zu bewältigen hat, erfordern eine gewisse Anstrengung. Dem ist nicht jeder gewachsen." 

Landschaftliche und spirituelle Vielfalt auf dem GTA

Beim Wandern auf dem GTA trifft man immer wieder auf verlassene Weiler, leere Häuser, Geisterdörfer. Eine zugleich spannende und schockierende Erfahrung: "Manches Haus wirkt, als sei es Hals über Kopf verlassen worden. Da liegen noch Bücher und Hausrat herum, da steht noch eine offene Flasche Wein", erzählen Kürschner und Haas in ihrem Bildband. Dabei seien viele Dörfer bereits in den 1950er- und 70er-Jahren entvölkert worden.

Aber die GTA ist auch eine spirituelle Reise. Teile des Wanderweges führen auf uralten Pilgerwegen: Kapellen, Klöster, heilige Berge sind Wallfahrtsstätten. Vor allem aber erlebe man auf der GTA die Alpen, wie man sie sonst nicht kennt, so die Buchautoren: "Die meisten Gegenden sind absolut untouristisch und einzigartig ursprünglich."

Eine Gourmet-Reise durch die Piemontesische Küche

Eigenproduzierter Käse, selbst gekelterter Wein, hausgemachte Wurstspezialitäten, lokale Hopfenkreationen: Kulinarische Spezialitäten gibt es für den hungrigen Wanderer-Magen auf der gesamten GTA und auch "die Küche der meisten Unterkünfte ist eine Gaumenfreude!", wissen Kürschner und Haas. Drei bis vier Gänge erwarten den Alpenüberquerer, wenn er sich - was die beiden GTA-Experten dringlich empfehlen - rechtzeitig zum Essen anmeldet. Wer einen Blick über die Schulter des Kochs wirft, erfährt zudem wertvolle Geheimtipps der piemontesischen Kochtradition.

Die GTA in Etappen - problemlos mit Bus und Bahn

"Wer die GTA einmal angefangen hat, wird immer wieder zurückkehren", so die beiden Fotografen. Es ist somit durchaus positiv, dass die GTA insgesamt eine Strecke von 900 Kilometern aufweist. Meist kommen die Wanderer für ein oder zwei Wochen und setzen ihre Reise im nächsten Jahr fort. Kürschner und Haas empfehlen Anfang Juli bis Ende September als optimale Reisezeit und weisen auf eine durchdachte, solide Ausrüstung hin. Als völlig unproblematisch beschreiben die Autoren den Einstieg in und den Ausstieg von der GTA: "Alle größeren Städte in der Nähe erreicht man mit dem Zug. Von dort gehen täglich Busse in die Täler. Umgekehrt funktioniert es genauso - so lässt sich die GTA super in Wochenblöcke einteilen." 

Weitere Literatur und Informationen

Iris Kürschner, Dieter Haas: "Grande Traversata delle Alpi", Bergverlag Rother, 2014; www.powerpress.ch.

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