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Klettersteig mit Köpfchen: Ausrüstung, Technik und Sicherheit

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Klettersteig mit Köpfchen: Technik und Sicherheit

13.03.2014, 09:36 Uhr | AK, KGK

Klettersteig mit Köpfchen: Ausrüstung, Technik und Sicherheit. Klettersteig. (Quelle: Mammut / Robert Boesch)

Auf Klettersteigen kann man auch schwierige Routen sicher bestreiten - wenn man einige Dinge beachtet! (Quelle: Mammut / Robert Boesch)

Klettersteiggehen boomt: Als einfacher Einstieg in die Welt des Kletterns ist es für all diejenigen geeignet, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit mitbringen. Doch wie weiß man, welcher Klettersteig für einen geeignet ist? Und wie verhält man sich richtig im Steig? Wir geben hier einen kleinen Einblick in die benötigte Ausrüstung, die richtige Technik und die Sicherheit auf "Eisenwegen". Sehen Sie Bilder aus der Klettersteig-Welt in unserer Foto-Show.

Ausrüstungs-Check: Was brauche ich?

Wer vorhat, in die Welt der Klettersteige einzutauchen, muss sich mit der entsprechenden Ausrüstung eindecken und das "normale" Wanderzubehör um ein paar Dinge erweitern. Zur Grundausstattung gehören die sicherungsrelevanten Sachen - allen vorweg natürlich Klettergurt und Klettersteigset in Y-Form. Mit ihm hängt man sich ins Drahtseil ein. Im Falle eines Sturzes dämpft es diesen und fängt den Kletterer ab. Auch Handschuhe empfehlen sich, um Blasen an den Fingern zu vermeiden oder sich vor herausstehenden Drahtseilfasern zu schützen. Die Produkte aus dem Fachhandel sind normgeprüft und entsprechen dem neuesten Stand der Technik. Dazu kommen ein Helm gegen Steinschlag, geeignete Kleidung und Schuhe sowie ein kleiner Rucksack mit etwas Verpflegung, Erste-Hilfe-Kit und persönlicher Ausrüstung. Hier finden Sie detaillierte Informationen zur Klettersteigausrüstung.

Touren-Planung: Was kann ich, was will ich?

Die Schwierigkeit von Klettersteigen wird meist mit Buchstaben von A bis F angegeben, abhängig vom Gelände, der Routenführung, der Griff- und Trittmöglichkeiten. Während ein Steig der Kategorie A meist ein schmalerer Wanderweg mit Drahtseilsicherung ist, geht es ab Kategorie C schon in einen klettertechnisch recht anspruchsvollen Bereich, oft auch mit senkrechten bis leicht überhängenden Fels-Passagen. 

Lange Steige werden häufig abschnittsweise bewertet, um dem Kletterer einen umfassenden Überblick darüber zu bieten, was ihn erwartet. Die Länge muss jeder selbst für sich einschätzen, denn nicht nur Armkraft, sondern auch die mentale Stärke sind ein wichtiger Faktor: Ein langer, konditionell fordernder Steig der Kategorie B kann genauso anstrengend sein wie ein kurzer, knackiger C/D-Steig. Darüber gilt es sich vorab Gedanken zu machen, um seine Tour optimal planen und einteilen zu können. Anfänger mit etwas Geschick, der nötigen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit können Steige im Bereich A-B normalerweise ohne größere Schwierigkeiten bewältigen. Die ersten Versuche sollte man aber auf jeden Fall nur in fachkundiger Begleitung wagen! 

Im Steig: Wie bin ich sicher unterwegs? Wie spare ich Kraft?

Die beiden Karabiner, mit denen man sich ins Drahtseil einklinkt, bilden ein "redundantes System". Das heißt: Einer der beiden Karabiner reicht theoretisch aus, um den Kletterer abzusichern. Jedoch wäre er in der Phase des Umhängens an Verankerungspunkten des Drahtseils ungesichert. Hier kommt der zweite Karabiner ins Spiel. Wenn beide Karabiner im Seil sind, kann einer nach dem anderen umgehängt werden, der zweite verbleibt zur Sicherung im Seil. 

Um die Fallhöhe eines Sturzes möglichst gering zu halten, gilt es, dieses Umhängen immer recht bald vorzunehmen. Dabei aber keinesfalls unsicher auf Zehenspitzen balancieren oder ähnliches! Erst einen sicheren Stand suchen und dann den Karabiner umhängen. Auch mit dem Sturz eines anderen muss gerechnet werden. Deshalb sollte man - zumindest in senkrechten und schrägen Passagen - immer den nötigen Abstand wahren. So nämlich, dass der Vorauskletternde mit seinem Set mindestens schon über dem nächsten Ankerpunkt eingeklinkt ist. 

Energiespartipps

Die richtige Technik im Klettersteig entscheidet über die Sicherheit genauso wie über den Spaß der Tour. So gibt es auch "Energiespartipps" für den Steig. Vor allem bei Neueinsteigern lässt die Armkraft schnell nach. Instinktiv klammern sie sich mit angewinkeltem Arm ans Seil. Dabei kann man vor allem beim Umhängen hier viel Kraft sparen: Beim Hängen am gestreckten Arm werden zumindest die Schulter- und Oberarmmuskulatur weitgehend entspannt. Es ist eine reine Kopfsache und hilft auf Dauer ungemein. 

Mit etwas Geschick ist auch eine Rast möglich, bei der beide Arme vom Seil genommen werden und ausgeschüttelt werden können. Dabei stellt man das eine Bein auf eine der Verankerungen und klemmt es hinter das Drahtseil. Allgemein gilt es, möglichst viel aus den Beinen zu steigen, sie weiter hoch zu stellen und den Körper aus den Knien nach oben zu schieben. Die Beine sind aufgrund der menschlichen Anatomie kräftiger und ermüden nicht so schnell.

Natur und Wetter: Welche Gefahren gibt es?

Steinschlag ist eine der größten Gefahren im Gebirge und somit natürlich auch im Klettersteig. Steine können gelöst werden durch Vorauskletterende oder auch Rehe, Gämse und sogar durch starken Wind. Der Helm schützt zumindest vor kleinen Brocken - und nicht zuletzt vor Beulen, die man sich an Überhängen zuzieht. Selbst versucht man stets so aufzutreten, dass kein Geröll gelöst wird. Wer einen fallenden Stein bemerkt, warnt die übrigen Klettersteiggeher mit einem lauten Ruf "Stein" und duckt sich selbst möglichst unter einen schützenden Vorsprung. 

Auch ein Wetterumschwung kann gefährlich werden. Bei einem Gewitter funktioniert das Drahtseil des Klettersteigs wie ein Blitzableiter. Dadurch kann man noch weit entfernt von der Einschlagstelle direkt getroffen oder gestreift werden. Außerdem führen die Steige häufig über Grate - diese höher hinausragenden Punkte sind durch Blitzschlag besonders gefährdet.

Am besten ist es natürlich, bei einem aufziehenden Gewitter gar nicht erst in der Wand zu sein oder sie schnellstmöglich zu verlassen. Wer doch überrascht wird, sucht möglichst frühzeitig Schutz: Nicht, wie häufig vermutet, unter Überhängen, Nischen oder dem Eingang von Höhlen. Hier wird man zur "Kurzschlussbrücke": Der Blitz nimmt den direkten Weg vom Dach durch den Menschen zum Boden. Am sichersten ist man hingegen im sogenannten "Schattendreieck", einem gedachten Dreieck mit etwa 15 Meter Seitenlänge, beginnend circa zwei Meter von der Wand entfernt. Auch wenn es einem widerstrebt, muss man sich zwingen, im Regen zu stehen und wenn möglich sich abseits der Drahtseilsicherungen zusammen zu kauern. Solche Ernstfälle sind mit einer vorausschauenden Tourenplanung aber größtenteils vermeidbar - hier finden Sie zehn Alpenverein-Tipps zur Sicherheit am Klettersteig. 

Weiterführende Literatur

Pit Schubert, "Klettersteiggehen - Ausrüstung, Technik, Sicherheit", Bergverlag Rother.

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