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Mein erstes Mal: Klettern lernen am Fels

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Mein ganz eigenes "großes Kletterproblem"

20.03.2014, 10:16 Uhr | Hanna Engler

Mein erstes Mal: Klettern lernen am Fels. Schriesheimer Steinbrüche, Odenwald. (Quelle: Hanna Engler)

Die Schriesheimer Steinbrüche - das Klettergebiet, in dem ich mein ganz eigenes, "großes" Kletterproblem lösen sollte. (Quelle: Hanna Engler)

"Nicht aufs Seil treten!" ruft Ralph und lacht mich aus, bevor er weiter Kletterausrüstung in den Van stopft und ich in die andere Richtung verschwinde. Das war er, mein erster Kletterkurs am Fels, mein erstes Mal, am richtigen Fels klettern, in der Natur, an Wänden bis zu 17 Meter hoch! Mir schwindelt es wieder, als wäre ich noch oben am Umlenkhaken, nachdem ich mein erstes ganz persönliches Kletterproblem in meiner schwierigsten Route, einer 4-, geschafft habe. Sehen Sie Bilder meines Kletterkurses in den Schriesheimer Steinbrüchen in der Foto-Show.

Ich will Klettern!

Ich liebe die Berge, Kletterfilme faszinieren mich jedes Mal aufs Neue, von Bergsteigern und ihren Leistungen bin ich immer zutiefst beeindruckt. Und jedes Mal schwingt da leise der Wunsch mit: "Du willst auch." Und wenn es nur ein Bruchteil dessen wäre, was der Mensch in der Lage zu leisten ist. Und wenn es nur der Hauch von dem wäre, was die großen Messners, Moros und Hubers dieser Welt schon erlebt haben. Und doch hat sich meine bisherige Kletterkarriere auf einen Sicherungskurs in der Kletterhalle und einige regelmäßig bis unregelmäßige Ausflüge in die Welt des Boulderns beschränkt...

Bis heute, an diesem herrlichen Spätsommertag im September, an dem ich morgens am Parkplatz in Schriesheim ankomme und mich darüber ärgern muss, dass ich die Sonnenbrille vergessen, dafür aber meine Regenjacke mitgenommen habe. Das ist aber auch das Einzige, über das ich mich ärgern werde an diesem Tag. Gekommen, um zu lernen, denke ich. Und in einem der größten Klettergebiete des Odenwalds sollte das doch ein Leichtes sein! In den Schriesheimer Steinbrüchen gibt es Kletterrouten von superleicht bis superschwer, also 10-. Nichts für mich, nichts für Ralph, meinem Kletterlehrer an diesem Sonntag, der am liebsten "gemütlich" in Schwierigkeitsstufen zwischen 5 und 6 klettern geht.

Klettern für Anfänger - nur in gesicherten Routen 

Wir Anfänger, außer mir sind das noch acht andere Lernwillige in verschiedenen Könnerstufen, werden von vier Kletterlehrern und einer Helferin begleitet, die den Vorsteig zum Fixieren der Seile übernimmt. Während der ersten Meter am vertikalen Fels ist man beim Vorstieg nämlich ungesichert, bis man sich mit dem Seil und einer sogenannten Echse am ersten vorgebohrten Haken sichern kann. Definitiv nichts für Kletteranfänger - wir klettern erst, als die Route mit dem Seil gesichert ist, so dass wir vom ersten Meter an gesichert sind. 

Wie? Das kommt später. Denn erst müssen wir in das Klettergebiet kommen, das aufgrund von Bestimmungen nur auf einem Weg erreichbar ist, um die Kletterer so kontrolliert in das Naturschutzgebiet zu lassen. Der Zustieg ist eine Art Klettersteig, einige meistern diesen zwar ohne Sicherung, wir aber wählen die sichere Variante, nutzen Kletterhelm und Klettersteigset. Eine gute Aufwärmübung: Bis wir oben an der dritten Stufe des Steinbruchs sind, sind unsere Arme und Beine bereit für neue Bewegungen, der Kopf hat sich an die Höhe schon ein bisschen gewöhnt.

Nur mit Sicherheit sichern

Bevor es an den Fels geht, heißt es zunächst Speis und Trank, um Energie zu tanken. Auch für den Kopf: Erst einmal erklärt Ralph die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände für das Klettern - Klettergurt, Seil und das passende Sicherungsgerät. Helm und Kletterschuhe sind schon längst angelegt, der feste Sitz des Gurts wird überprüft. Dann vermittelt der Lehrer uns die Theorie des Sicherns, Gott sei Dank in leichten Worten, das Prinzip ist schnell klar und der wichtige Doppelacht-Knoten gelernt. Wer schon einmal gesichert hat, so wie ich bei meinem Kurs in der Kletterhalle, darf die anderen Teilnehmer auch sichern - wenn er oder sie sich denn auch dazu im Stande fühlt. Nichts verunsichert einen Kletterer so sehr wie ein unsicherer Kletterpartner am Boden!

Nachdem die Handgriffe geübt sind und für gut befunden wurden, nähern wir uns den einfachen Kletterrouten. Ralph gibt Hinweise zum richtigen Verhalten am Fels: "Beim Sichern einen festen Stand suchen. Das Seil zum kletternden Partner straff halten, so dass es nicht durchhängt und den Kletterer stört, aber diesen eben auch nicht am Seil nach oben ziehen. Eine Hand am sichernden Seil, eine zieht den Rest über dem Sicherungsgerät nach. Und wichtig für alle: Nie auf das Seilende am Boden treten! Das ist nicht nur eine Stolpergefahr, sondern auch ein Sicherheitsrisiko." Ok, das leuchtet mir ein.

Prompt stehe ich aber auf einem der Seile, was mir einen lachenden Ruf von Ralph einbringt: "Nicht aufs Seil treten, habe ich gesagt!" Ich hüpfe erschrocken runter, nochmal passiert mir das nicht... Kann es auch nicht, denn die Kletterlehrer sind immer in der Nähe und kontrollieren alles mit Argusaugen. Dadurch fühle ich mich extrem sicher und habe keine Angst, die erste Route (3+) in Angriff zu nehmen. Also, einen Partner zum Sichern geschnappt, und auf geht's in den Fels!

Ein cooles Gefühl, mein erstes Mal Klettern am Fels

Das finde ich das Irritierende, aber auch das Sinnvolle an der Lehrstunde: Wir bekommen die Techniken für unsere und die Sicherheit der anderen Kletterer an die Hand, aber wie man eigentlich klettert, das zeigt Ralph nicht, bevor es los geht. "Warum auch?", stelle ich schnell fest. Das Klettern ist eine so automatisch vonstatten gehende Sache, wie ich schon auf den ersten Metern in der leichten Route merke. Es ist wie als Kind, wenn man über Felsen gekraxelt und Bäume hochgeklettert ist. Die Hände suchen sich Felskanten, Einbuchtungen und Vorsprünge, an denen ich mich hochziehe und abdrücke, die Füße finden ihren Weg zu Felsstrukturen, von denen ich mich abdrücken oder mich darin verkeilen kann. Es läuft wie von selbst - was für ein Gefühl!

Und dann stehe ich oben am Umlenkhaken und freue mich wie Schnitzel! Das ging ja schnell! Ich bin begeistert von der Leichtigkeit der Bewegung, wie man mit geringen Aufwand eine senkrechte Felswand mit viel Strukturen hochkommt. Mir ist natürlich auch ein wenig mulmig, so hoch oben stand ich schon lange nicht mehr, vor allem nicht auf einem so kleinen Felsvorsprung. Nach kurzer Pause mit schöner Aussicht, signalisiere ich meiner Partnerin am Boden "Zu", sie antwortet mit "Ab" und lässt mich im Seil halbsitzend zu Boden, während ich mich mit den Füßen leicht an der Wand abstoße. Ein cooles Gefühl, mein erstes Mal Klettern am Fels!

Und es sollte nicht das letzte sein: Ich wiederhole die Kletterroute, um ein wenig reinzukommen, steige dann in ein paar - für mich als Kletteranfänger - schwierigere ein. In den nächsten Routen geht es nicht unbedingt höher hinaus, aber man findet weniger Strukturen im Fels, an denen man sich abdrücken und festhalten kann. Also doch nicht "alles easy" - dann würde es aber auch irgendwann keinen Spaß mehr machen. Ich freue mich über meine persönlichen "Kletterprobleme" und das Austesten, wie ich mich am Fels bewegen kann.

Kletterproblem? Gelöst!

In meiner schwierigsten Route, einer 4-, hat mich das Fieber ganz gepackt! Ich hänge in etwa in der Mitte und will einfach nicht weiterkommen. Wie soll ich an der glatten Wand über und seitlich neben mir hochkommen? Ratlos betrachte ich die Strukturen und versuche es einfach. Zack, hänge ich im Seil! Ein kurzer Schock, aber kein echter Sturz. Hätte ich dieses "erste Mal" also auch hinter mir. Dann ruft mir die Kletterlehrerin von unten zu, dass ich mich seitlich zur Wand drehen und mich in einer Art sehr breiten Spalt verkeilen soll: An der einen Seite mit den Füßen, an der anderen mit dem Rücken. Dann den Arm nach unten platzieren und abdrücken, statt mich immer daran hochziehen zu wollen - und dann bin ich durch! Ein paar einfache Techniktipps haben mich die Route meistern lassen! So habe ich mir Klettern lernen vorgestellt, ich bin ganz klar infiziert.

Am frühen Nachmittag treten wir die Heimreise an, nach ein paar Stunden Klettern sind die Arme müde, aber der Kopf steckt voll schöner Erinnerungen. Zurück nehmen wir nicht den Klettersteig, sondern lassen uns von oben abseilen - ein weiteres irres Erlebnis, das den Tag perfekt abrundet. Ich werde wiederkommen und nicht auf dem Seil stehen...

Weitere Informationen

Kletterkurs Grundkurs Fels: Vertical Moves, Dammweg 13, 69123 Heidelberg, Telefon: 06203/4032834, Ralph.Bachmann@VerticalMoves.de; Internet: www.VerticalMoves.de.

Kosten Grundkurs Fels: 75,00 Euro inklusive Kletterausrüstung und Gutschein im Wert von 10 Euro. Schüler, Azubis, Studenten und DAV-Mitglieder erhalten 10 Prozent Ermäßigung.


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