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Unterwegs im wildromantischen Lahntal

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Wanderwege  

Unterwegs im wildromantischen Lahntal

22.07.2014, 12:32 Uhr | Heidrun Braun, srt

Unterwegs im wildromantischen Lahntal. Durch saftige Wiesen und grüne Täler führt der Lahnwanderweg. (Quelle: SRT /Heidrun Braun)

Durch saftige Wiesen und grüne Täler führt der Lahnwanderweg. (Quelle: Heidrun Braun/SRT )

Der Lahnwanderweg folgt der Lahn von der Quelle im Rothaargebirge bis zur Mündung in den Rhein auf felsigen Pfaden. Unterwegs gibt es viel zu entdecken und zu verköstigen: Von einer Brotzeitkarte mit Handkäs bis hin zum "falschen" Marmor aus dem Lahntal lernen Wanderer einiges über die Region. Sehen Sie den Wanderweg auch in unserer Foto-Show.

"Zum Sterben schön" beschrieb der junge Goethe den Felsvorsprung über dem Fachwerkort Obernhof mit dem weiten Blick über Taunus und Westerwald in das Lahntal. Das war schon vor mehr als 100 Jahren Grund genug, dort eine Aussichtsplattform zu bauen und dem Platz den Namen "Goethestein" zu geben. Winzer Norbert Massengeil-Beck führt hierher gern seine Gäste über felsige Pfade zu einer Weinprobe in luftiger Höhe.

Mit dem Zug zurück auf Start

Der spritzige Riesling vom Goetheberg hätte auch dem Namensgeber geschmeckt, als er hier die Aussicht genoss. Aber als Wanderer war er ebenfalls geübt. In nur drei Tagen ging er die rund 85 Kilometer von Wetzlar nach Bad Ems zu Fuß. Drei Wochen sollte man sich Zeit nehmen, um den 290 Kilometer langen Lahnwanderweg von der Quelle der Lahn im Rothaargebirge bis zu ihrer Mündung in den Rhein bei Lahnstein in einem Stück zu erkunden. Er führt von den stillen Lahnhöhen mit schönen Aussichten immer wieder zurück ins Tal durch Städtchen wie zum Beispiel Wetzlar.

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Der Lahnwanderweg eignet sich gut zum Wandern von einem festen Standort aus, weil die Orte am Weg fast alle einen Bahnhof haben und man so am Ende der Tour problemlos zum Ausgangspunkt zurückfahren kann. Ein möglicher Ausgangspunkt für Etappenwanderungen ist die Anreise zum ICE-Bahnhof in Gießen, ziemlich genau auf der Mitte des Lahnwanderweges.

Gießen: Gießkannenmuseum und Gartenschau

Die grüne Universitätsstadt kann auch als Gartenstadt gelten. Vor allem in diesem Jahr, wo sie noch bis zum Oktober auf der hessischen Landesgartenschau mit der zu einer grünen Oase umgestalteten Wieseckaue beweist, dass mitten in der Stadt Platz für 35 Hektar Parkfläche mit Blumenbeeten und Teichlandschaften ist.

Als kleiner Nebeneffekt der Landesgartenschau entstand das Gießkannenmuseum, das wohl das einzige in Deutschland ist und auch vom Namen her natürlich nach Gießen gehört. "Seit 2011 haben wir 852 Gießkannen oder zum Gießen umfunktionierte Kannen gesammelt. Dabei geht es nicht nur um das Gefäß, sondern vor allem um seine Geschichte, die die ehemaligen Besitzer mitliefern", sagt Jörg Wagner, der das Gießkannenmuseum betreut.

Kulinarische Reise von Fronhausen nach Lollar

Eine genussvolle Etappe zur Einstimmung auf den Lahnwanderweg ist die zwölf Kilometer lange Tour durch das Gleiberger Land von Fronhausen nach Lollar. Über Wiesenauen geht es durch das Salzbödetal, in dem einst Mühle an Mühle stand. Eine davon ist die Schmelzmühle, deren Brotzeitkarte mit Handkäs und Hausgemachtem aus der Region Wanderer und Radler gleichermaßen schätzen.

Über den Altenberg mit einem schönen Rastplatz und weiter Aussicht bis zum Marburger Schloss endet die Etappe in Lollar, wo eine süße Versuchung wartet. Konditormeister Thomas Walther kreiert im schönen Fachwerkensemble der Schönemühle frische Früchte, feine Cremefüllungen und leichte Biskuitböden zu verführerisch guten Kuchen und Torten. Genießen kann man die Schlemmerei an den Tischen im kopfsteingepflasterten Innenhof mit einem guten Kaffee und dem Geplätscher des sich leise drehenden Mühlrades.

Der Lahnmarmor schaffte es ins Empire State Building

Flussabwärts empfiehlt sich die 13,5 Kilometer lange Etappe von Villmar in die Bischofsstadt Limburg. In der Lahnbrücke bei Villmar ist eine Menge Marmor verbaut, der im Lahntal bis 1970 abgebaut wurde. Steinmetz Wolfgang Höhler aus Villmar, der seinerzeit selbst in den Marmorbrüchen arbeitete, weist aber darauf hin, dass der Begriff "Marmor" weit gefasst sei und es sich hier eigentlich nur um polierten Sandstein handele.

Aber allein, dass Lahnmarmor für die Eingangshalle des Empire State Buildings, den Palast des Maharadschas von Tagore, die St. Petersburger Eremitage und den Kreml in Moskau sowie für den Berliner, Würzburger und Mainzer Dom verwendet wurde, lässt diese kleine Abwertung im Licht des Ruhms verblassen. Auch direkt am Lahnwanderweg, zum Beispiel im Weilburger Schloss und in den Brunnenhallen des Kaiserbades Bad Ems glänzt der Lahnmarmor in leuchtendem Grau und Rot. Im nächsten Frühjahr eröffnet am Villmarer Bahnhof das neue Lahnmarmor-Museum.

Festes Schuhwerk ist an schwierigen Stellen wichtig

Bevor die Lahn in den Rhein mündet, läuft der Lahnwanderweg noch einmal zu großer Form auf. Auf der letzten Etappe passiert er die wildromantische Ruppertsklamm. Auf rund zwei Kilometern hat sich der Wildbach tief in den Devonschiefer gegraben und plätschert den Wanderern beim Aufstieg munter entgegen. In der Schlucht ist festes Schuhwerk angesagt, denn die bemoosten Steine sind rutschig.

An schwierigen Stellen kann man sich an Fixseilen Stück für Stück entlang hangeln. Über Brücken, unter denen sich kleine Wasserfälle zu Tal stürzen, und Steine im flachen Wasser wird die Klamm mehrmals überquert. Goethe ist diesen Weg auf keinen Fall gegangen, denn die Klamm wurde erst 1910 begehbar gemacht. Doch ist man den Lahnwanderweg gegangen, lernt man das Goethewort "Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen" zu verstehen.

Weitere Informationen:

Lahnwanderweg: Von der Lahn-Quelle im Rothaargebirge 290 Kilometer (19 Etappen) durchs Wittgensteiner Land nach Bad Laasphe. Über Biedenkopf nach Marburg, durchs Gießener Becken nach Wetzlar. Weilburg, Limburg und Diez, durchs Nassauer Land zum Kaiserbad Bad Ems und zur Mündung der Lahn in den Rhein nach Lahnstein.
Informationen: Lahntal Tourismus Verband, Brückenstr. 2, 35576 Wetzlar, Tel. 06441/309980, Fax 03212/1239508, info@daslahntal.de, www.lahnwanderweg.de, www.daslahntal.de, www.gastlandschaften.de

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