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Kreta für Mountainbiker: Auf wilden Trails zu traumhaften Badebuchten

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Kreta für Mountainbiker  

Auf wilden Trails zu traumhaften Badebuchten

14.08.2014, 15:00 Uhr | Norbert Eisele-Hein, srt

Kreta für Mountainbiker: Auf wilden Trails zu traumhaften Badebuchten. Mountainbiker am Red Beach von Matala auf Kreta: Auf der Insel ist es nie weit bis zur nächsten Badebucht. (Quelle: SRT /N. Eisele-Hein)

Mountainbiker am Red Beach von Matala auf Kreta: Auf der Insel ist es nie weit bis zur nächsten Badebucht. (Quelle: N. Eisele-Hein/SRT )

Ist die große Sommerhitze vorbei, beginnt auf Kreta die Mountainbikesaison. Der Schweizer Martin Gernet kennt die aufregendsten Touren auf der Insel, die wir Ihnen auch in unserer Foto-Show vorstellen.

Wenn der Schweizer Martin Gernet nicht gerade in Biker-Shorts steckt oder mit der Montageschürze in der Werkstatt verschwindet, dann kleidet sich der fitte, ja fast jugendlich wirkende 59-Jährige am liebsten in Westernklamotten: mit Cowboy-Hemd, Jeans und Boots.

Mit dem Bike das Thripti-Gebirge hinab

Schon beim Blick über die Poolterrasse seines Hotels wird klar, warum ein Cowboy auch in Kretas wildem Osten glücklich werden kann. Vis-à-vis der Bucht von Agios Nikolaos wächst das Thripti-Gebirge direkt aus dem Meer. Beim Ha-Canyon wirkt das Massiv, als hätte Zeus es mit einem Blitz gespalten. Von diesem Rücken führen wunderbare Singletrails zu Tal.

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Dahinter schließt sich die Lassithi-Hochebene an, ein fruchtbares Hochplateau umrahmt von bis zu 1500 Meter hohen Gipfeln. Dort oben leuchten die Schneefelder häufig bis in den Mai hinein. Als sonnenüberflutete Badeinsel ist Kreta längst bekannt, doch dass Kretas Trails für Stahlross-Indianer eine echte Alternative zu den Alpen oder auch zum Südwesten der USA bieten, wäre ohne Gernets gewaltige Pionierarbeit wohl für immer verborgen geblieben.

Tour mit Maximal-Level

Unsere erste Tour "Selakano" startet unter dem maximalen Level 4, das heißt: Schweiß, Schmerzen und großer Durst. Zunächst führen lange Kehren durch schattige Pinienwälder. Doch schon bald brennt die kretische Sonne auf die grobe Schotterpiste. Bis Stavros, einem Vorgipfel des Dikti-Gebirges, müssen die Waden 1500 Höhenmeter schaffen. Oben entschädigt das fantastische 360-Grad-Panorama und gibt unseren Lungenflügeln Zeit zur Erholung. Über vom Wind zerfetzte und bis zu 25 Meter hohe Schwarzkiefern reicht der Blick zu der Nord- und Südküste Kretas.

Ierapetra, die südlichste Stadt Europas, strahlt mit den sichelförmigen Badebuchten des libyschen Meers. Im Nordosten erblicken wir unseren Startort Agios Nikolaos am kretischen Meer. Das Sahnehäubchen der Tour ist jedoch die Abfahrt. Steil und lenkerbreit schlängelt sich der Singletrail durch die Monsterkiefern. Mit herrlichem Flow führt der Trail durch Felder und abschüssige Olivenbaumhaine hinunter nach Anatoli. Der Ort ist eine lebende Postkarte: weiß gekalkte Kuben mit bunt gestrichenen Türen und Fensterrahmen, eine schmucke Kirche und ein kunstvoll errichteter Steinbrunnen. Das eiskalte Quellwasser daraus ist ein Gedicht.

300 Sonnentage und kaum andere Biker

"Alpinen Rummel kennen wir hier nicht", meint Gernet, "wir fahren hier zu 95 Prozent allein auf unseren Trails, und das, obwohl wir 300 Sonnentage im Jahr und kaum Niederschläge haben". Zusammen mit seiner Frau Barbara lebt er seit 1995 auf Kreta. Ihre erste Bikestation lag in der Nähe von Heraklion. Dort, in Zentralkreta, hatten sie 35 Touren im Portfolio. Doch 2006 zog es sie in den Osten nach Lenika bei Agios Nikolaos, "weil es einfach die Postkartengegend Kretas ist", wie Gernet findet. Knapp 15000 Einwohner leben dort. Das nahe Elounda entwickelt sich dagegen immer mehr zur Côte d'Azur Kretas. Viele Industrielle und Promis wie Lady Gaga haben sich bereits ihre Traumgrundstücke reserviert und bestätigen die Einschätzung Gernets.

Der Schweizer ist ein rastloser Tüftler und vollkommen vom Singletrailfieber infiziert. Beständig sucht und feilt er mit eidgenössischer Akribie an neuen Trails. Beim Raki, dem kretischen Tresterschnaps, verhandelt er mit den Bauern über neue Trailoptionen durch die Olivenhaine. Für seine Kroustas-Tour zog er zigmal mit Säge und Gartenschere los. Seine Lato-Tour geht immer nur sonntags, denn sie führt an der Kante eines Steinbruchs entlang, in dem werktags Sprengarbeiten durchgeführt werden. Eine seiner zentral-kretischen Touren führt in die einstige Hippie-Hochburg von Matala. Dort starten wir in Platanos und rauschen in weiten, sandigen Kehren Richtung Agia Faragia, dem südlichsten Zipfel Kretas.

Vom Mini-Canyon in den Urwald

Die Küstenberge wirken unbezwingbar, aber wer es weiß, der findet mittendrin einen kleinen Spalt im Felsmassiv. Dieser Mini-Canyon dient im Frühjahr als Wasserablauf und sammelt jede Menge fruchtbarer Erde. Im Frühjahr explodiert die Schlucht in psychedelischem Pink.

Gerade mal lenkerbreit führt ein Weglein schnurstracks durch den Urwald aus bis zu fünf Meter hohen, blühenden Oleander. Pink ringsherum und der intensive Oleanderduft lassen die Glückshormone Sirtaki tanzen. Der Trail zirkelt weiter durch ein großartiges Felsenkino, vorbei am Kloster Faragia und landet direkt am Strand. Dort hausen ein paar Alt-Hippies in einer riesigen Höhle, und eine Handvoll Freeclimber baumelt über dem azurblauen Meer.

Zum Abschluss des Tages ein Bad im Meer

Zurück in Matala schultern wir die Bikes noch in einer Ruckzuck-Aktion auf den felsigen Übergang zum Red Beach. Die Viertelstunde Bizepstraining lohnt sich. Von dort oben wartet eine Abfahrt vom Feinsten. Hartgepresste Sanddünen mit schneidiger Kante führen haarsträubend knapp bis kurz vor die Brandung in der Steilwandbucht. Zur Krönung wartet mitten am Red Beach ein herrlich abgetakeltes Kafenion mit knarzenden Saloontüren. Der Barkeeper mixt einen umwerfenden Mojito.

Wir schweben im siebten Himmel, packen die Badehose aus und lassen uns vom Wellengeplätscher einlullen. Ein herrlich entrückter Ort in einer völlig versteckten Felsbucht. Von hier aus können wir den Allerwertesten der Welt schon ziemlich deutlich sehen. Und Hand aufs Herz - die kretische Version davon sieht aus wie Aphrodites verlockende Rundungen.

Weitere Informationen:

Allgemeine Informationen: Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Holzgraben 31, 60313 Frankfurt, Tel. 069/257827-0, www.visitgreece.gr
Anreise: Mehrere Fluggesellschaften fliegen Heraklion an, wie beispielsweise Lufthansa, Condor, Tuifly oder Aegean Airlines. Der Biketransport muss vor dem Flug angemeldet werden, die zusätzlichen Preise sind unterschiedlich je Fluggesellschaft und je nach Verpackung des Bikes
Veranstalter/Verleih/Touren: Martin's Bike Station in seinem eigenen Hotel Sunlight bietet alles was Biker brauchen: Scott-Station, gehobene Küche, Bar und Pool. Für die Mountainbike-Touren stehen jährlich neue Räder zur Verfügung, Ersatzteile, wie Radschläuche und -mäntel, sind begrenzt vorhanden. Angeboten werden täglich vier Touren in sieben verschiedene Regionen mit verschiedenen Levels.
Übernachtungen: Martinbike Travel und Hotel Sunlight, Lenika, GR-72100 Agios Nikolaos, Tel. 0030/28410/26622, www.martinbike.com, info@martinbike.com. Eine Woche Bikeferien mit HP, Leihrad und fünf geführten Touren ab 687 Euro (ohne Flug). Für die Agia Faragia- und Red Beach-Tour bieten sich eine Übernachtung in Matala an. Hotel Sofia, Matala, Tel. 0030/28920/45134, www.matala-sofia.com. Das schlichte, saubere und ruhig gelegene Hotel ist nur 50 Meter vom Hauptplatz mit vielen günstigen Tavernen entfernt.

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