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Saar-Hunsrück-Steig: Unterwegs im Canyon des Hunsrücks

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Wandererlebnis in der Heimat  

Unterwegs im Canyon des Hunsrücks

24.09.2015, 10:26 Uhr | Heidrun Braun/srt

Saar-Hunsrück-Steig: Unterwegs im Canyon des Hunsrücks. Wanderer auf dem Saar-Hunsrück-Steig. (Quelle: Projektbüro Saar-Hunsrück-Steig Eike Bock)

Wanderer auf dem Saar-Hunsrück-Steig. (Quelle: Projektbüro Saar-Hunsrück-Steig Eike Bock)

Es zieht regelmäßig Wanderer zum Saar-Hunsrück-Steig. Zu seinen reizvollen Wanderstrecken kamen 2015 offiziell 190 neue Kilometer hinzu. Sehen Sie Bilder des schönen Wanderwegs auch in unserer Foto-Show.

Die Sonne schickt wärmende Strahlen durch das erste Frühlingsgrün im Hunsrücker Hochwald. Auf dem schmalen Weg zwischen Schieferfelsen und leise plätscherndem Bach hinterlassen sie viele goldene Lichtpünktchen auf dem Waldpfad. Die Gegend um den Fachwerkort Morshausen ist berühmt für ihr frisches Mühlenbrot, fangfrische Forellen und den Schinkenbraten aus dem Steinbackofen. Die Etappe gehört zu den schönsten Abschnitten zu den neuen 191 Kilometern, um die der Wanderweg zwischen Idar-Oberstein an der Nahe und Boppard am Rhein im April 2015 verlängert wurde.

Unterwegs im "Canyon des Hunsrücks"

Nur das muntere Gezwitscher der Buchfinken unterbricht die wunderbare Stille ab und zu. Das erste Stück des Weges teilt sich der Saar-Hunsrück-Steig mit der Traumschleife "Baybachklamm". Der Weg bleibt im Tal und folgt dem quirligen Baybach, der sich tief in das Gebirge eingegraben hat, zu kleinen Wasserfällen und Schieferhöhlen. Mit Schieferstückchen bedeckte Pfade durch jungen Buchenwald wechseln sich mit kleinen Kletterpassagen in der engen Schlucht ab, die auch als "Canyon des Hunsrücks" bezeichnet wird. Gute Wanderschuhe und die Halteseile am Felsen erleichtern den Aufstieg.

Uralte, bemooste Mauern kündigen nach rund drei Kilometern die Burg Waldeck an, die oberhalb des Weges an der Hangkante steht. Eine Wegabzweigung führt zur mittelalterlichen Stammburg der Waldecker. Der Steig bleibt dem Tal treu und trifft am Ende der Tour auf einen weiteren Rundweg, die "Traumschleife Murscher Eselsche". Nach dem bisher noch leicht zu bewältigenden Auf und Ab wird auf der steilen Felsrippe noch einmal die Kondition gefordert, bis man von oben eine weite Aussicht über das Baybachtal und in das Hunsrücker Land genießt.

Bilderbuchwege wie diese begeistern seit sieben Jahren die Wanderer auf dem Saar-Hunsrück-Steig, der bis Anfang des Jahres schon in der Edelsteinstadt Idar-Oberstein endete. Viele Wanderer wären schon früher gern noch ein Stück weiter gegangen, im April ging der Wunsch in Erfüllung. Mit den zwölf neuen Etappen von Idar-Oberstein bis nach Boppard an den Rhein ist der Steig nun 410 Kilometer lang.

Weg schließt Sehenswürdigkeiten mit ein

In den vergangenen Jahren entstanden rund um den Steig 111 "Traumschleifen-Rundwege", die zu landschaftlich besonders schönen Orten und Sehenswürdigkeiten führen. Einige von ihnen sind jetzt in die erweiterte Streckenführung des Saar-Hunsrück-Steiges mit einbezogen.

Das mittelalterliche Städtchen Herrstein zum Beispiel lag bisher abseits des Saar-Hunsrück-Steigs und auch des Soonwaldsteigs, der von Idar-Oberstein nach Bingen am Rhein führt. Jetzt ist der märchenhafte Fachwerkort mit restaurierten Häusern aus dem 16. und 18. Jahrhundert, mit dem alten Stadttor "Uhrturm" und der Zehntscheune, wo man zu "Omas dicker Suppe", gefüllten Klößen und einem guten Nahewein einkehren kann, Etappenort des Steigs. Denn dort führt der neue Saar-Hunsrück-Steig auf Etappe 14 ein Stück auf der "Traumschleife Mittelalterpfad" entlang.

Die Häuser und Gassen in Herrstein stecken voller spannender Geschichten. Auf dem Schlossberg wohnte am Anfang des 14. Jahrhunderts Gräfin Loretta von Sponheim. Im alten Glockenturm wurde der berüchtigte Räuber Johannes Bückler alias Schinderhannes gefangen gehalten, der aber fliehen konnte. Eines seiner bevorzugten Verstecke war die verfallene Schmidtburg im romantischen Hahnenbachtal, bevor er 1803 in Mainz hingerichtet wurde. Wie ein Adlerhorst steht die einstige Ritterburg versteckt im Tal auf einem Felsen. Als wunderbare Aussicht gehört sie zu den neuen Errungenschaften des Saar-Hunsrück-Steigs auf Etappe 15 vom Forellenhof Rheinhardtsmühle nach Rhaunen.

Bergwerke und Burgen

Auf dem Weg vom Besucherbergwerk Herrenberg zur rekonstruierten keltischen Höhensiedlung Altburg hat man den besten Blick auf die Schmidtburg und auch die Möglichkeit, sie auf einem Abstecher näher zu betrachten. Am besten ist die Oberburg erhalten. Eine steile Felsentreppe führt vom Hauptweg über die Küchenpforte auf den oberen Burghof, der ein beliebter Rastplatz für Wanderer ist. Durch die großen Fensteröffnungen des Palas sieht man auf der gegenüberliegenden Seite des Tals die Häuser der Altburg wie eingerahmt.

Ein Gewinn ist auch, dass die Stadt Kastellaun nun direkt am Saar-Hunsrück-Steig liegt. Die Burgstadt ist Ausgangspunkt der Etappe 21, die an der Schmausemühle im Baybachtal endet. Im Zentrum der Stadt steht die Sponheimer Burg. Sie ist eine der vielen Burgen, die im Pfälzischen Erbfolgekrieg Ende des 17. Jahrhunderts zerstört wurde. In den 1990er-Jahren restauriert, ist sie heute Ort vieler Veranstaltungen und bietet im Burgverlies ein mittelalterliches Kerkeressen. Den Wandertag kann man dort bei einem abendlichen Stadtrundgang mit dem Nachtwächter ausklingen lassen, der zu jedem Haus eine spannende Geschichte zu erzählen weiß.

Weitere Informationen

Projektbüro Saar-Hunsrück-Steig, Zum Stausee 198, 66679 Losheim am See, Tel. 06872/9018100, www.saar-hunsrueck-steig.de
Traumschleifen: In der Region rund um den Saar-Hunsrück-Steig zwischen Saar, Mosel, Rhein und Nahe ist ein Netz von Premium-Rundwanderwegen entstanden, die 111 Traumschleifen. Der 52-seitige Traumschleifenkalender 2015 bietet 165 Wanderveranstaltungen an. Das Spektrum reicht von geführten Wanderungen, Hundewanderungen, Krimiwanderungen, Singlewanderungen, einer Hexennachtwanderung und Winterwanderungen bis zu einer Heilig-Abend-Wanderung zum Abschluss des Jahres. Außerdem gibt es Wanderungen zum Beispiel zu den Themen "Kelten", "Römer", "Ritter" und "Schiefer".
Saar-Hunsrück-Steig: 410 Kilometer von Perl nach Boppard; neue Etappen: Etappe 13 Idar-Oberstein-Fischbach-Herrstein (19,6 km); Etappe 14 Herrstein-Forellenhof Reinhardtsmühle (13 km); Etappe 15 Forellenhof Reinhardtsmühle-Rhaunen (12,3 km); Etappe 16 Rhaunen-Laufersweiler-Sohren (19 km); Etappe 17 Sohren-Hahn-Altlay (10,6 km); Etappe 18 Altlay-Schauren-Blankenrath (16,9 km); Etappe 19 Blankenrath-Mittelstrimmig-Mörsdorf (13,3 km); Etappe 20 Mörsdorf-Bell-Kastellaun (14,7 km); Etappe 21 Kastellaun-Mannebach-Schmausemühle (17,7 km); Etappe 22 Schmausemühle-Morshausen (10,2 km); Etappe 23 Morshausen-Oppenhausen (16,2 km); Etappe 24 Oppenhausen-Udenhausen-Boppard (17,9 km)

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