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Hunsrück-Hochwald: Neuer Nationalpark in Rheinland-Pfalz und Saarland

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Rotbuchen, Rosselhalden und Ranger  

Neuer Nationalpark Hunsrück-Hochwald eröffnet

25.05.2015, 11:14 Uhr | Heidrun Braun/srt, dpa

Hunsrück-Hochwald: Neuer Nationalpark in Rheinland-Pfalz und Saarland. Im neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald lässt es sich prima wandern. (Quelle: dpa)

Im neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald lässt es sich prima wandern. (Quelle: dpa)

Erster Nationalpark in Rheinland-Pfalz und dem Saarland: Der neue Park im Hunsrück-Hochwald ist mit einem Festakt eröffnet worden. Das länderübergreifende Schutzgebiet ist rund 100 Quadratkilometer groß. 90 Prozent der Fläche liegen in Rheinland-Pfalz, zehn Prozent im Saarland. Der Hunsrücker Nationalpark ist der 16. in Deutschland und der einzige, der in diesem Jahr eröffnet. Im Park sind Wildkatzen, Schwarzstörche und Fledermäuse zu Hause. Er zeichnet sich zudem durch einen hohen Bestand von über 100 Jahre alten Buchen aus.

Die schwarze Ranger-Kluft und vor allem der Hut stehen Rainer Phillippi sehr gut. Er betreut rund 1000 Hektar des zehn Mal so großen Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Wenige Tage vor der Eröffnung des Nationalparks am Pfingstsamstag führt Phillippi seine erste Ranger-Tour und ist ein bisschen aufgeregt. In seiner Hosentasche stecken viele kleine, eng beschriebene Karteikarten mit den wichtigsten Fakten. Er muss sie während der Tour durch den Hunsrücker Hochwald rund um den Ort Katzenloch nicht einmal hervorholen, um die vielen Fragen seiner Gäste zu beantworten, denn der Wald ist seit 35 Jahren sein Metier. Mit 15 anderen Kollegen aus der Forstwirtschaft wechselte er mit 53 Jahren vom Forstwirt zum Ranger.

Hunsrück-Hochwald: Der freie Lauf der Natur

Wie in allen Nationalparks, ist das höchste Ziel auch im Hunsrück, der Natur ihren freien Lauf zu lassen. "Wir stehen jetzt noch ganz am Anfang. Kommt in 30 Jahren wieder, dann sieht der Wald ganz anders aus", blickt der Ranger in die Zukunft. Rund die Hälfte der Fläche des Nationalparks ist mit Buchen bewaldet. Schlank und kerzengerade wachsen sie in den Himmel und vereinen ihre Laubkronen im Frühling zu einem Blätterdach aus frischem Grün. Ihnen gilt im Nationalpark die ganze Aufmerksamkeit.

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Vor allem die weltweit eher seltene Rotbuche gibt es hier noch in größeren Beständen. Sie ist jetzt vor der Abholzung sicher und darf ungestört alt werden. Die Wurzelteller umgefallener Bäume sind beliebtes Refugium der scheuen Wildkatzen, die hier ihre Jungen zur Welt bringen. Schon jetzt gibt es im Hunsrück 1000 Wildkatzen, die sich weiter vermehren werden. Zu Gesicht bekommt man sie in freier Wildbahn sehr, sehr selten. Ab und zu hält man sie für entlaufene Hauskatzen, wenn sie krank oder verletzt sind und nicht mehr weglaufen können. Doch wer sie einmal fauchen hörte, weiß schnell, dass sie Hauskatzen nur äußerlich ähneln.

Das Wildkatzenzentrum

Für solche Fälle gibt es am Fuße der Wildenburg bei Kempfeld, die neben dem Hunsrückhaus auf dem Erbeskopf und dem keltischen Ringwall in Otzenhausen eines der drei Tore zum Nationalpark ist, das Wildkatzenzentrum mit einer Auffang- und Auswilderungsstation im 42 Hektar großen Wildpark des Hunsrückvereins. Auf einem großen, 3,8 Kilometer langen, und dem kleinen, 2,5 Kilometer langen Rundweg wandert man durch alte Bäume und über steinreiche Rosselhalden zu den großzügig angelegten Gehegen mit Rot-, Dam- und Rehwild, Wildschweinen, Luchsen und Waschbären.

Ein 10.000 Quadratmeter großes Wildgehege ist für den Einzug eines kleinen Wolfsrudels zu Pfingsten vorbereitet. "Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Wolf auch in die Wälder des Hunsrücks zurückkehrt. Kaum ein Naturschutzthema wird so kontrovers und emotional diskutiert. Unsere Wolfsblut-Landschaft soll dabei helfen, dass auch der Wolf bei uns als heimisches Tier willkommen ist", erklärt Klaus Görg, Geschäftsführer des Hunsrückvereins.

Ein wenig mystisch geht es auf dem Hexentanzplatz zwischen Wildenburg und Mörschieder Burr zu. Einst stand hier eine keltische Burg, und der von Quarzitklippen eingerahmte Platz voller bemooster Steine hat etwas Verwunschenes. Es ist einer der Lieblingsplätze der in der Edelsteinmetropole Idar-Oberstein geborenen Schmuckdesignerin Jennifer Sauer. Sie ist mit dem Thema "Schmuck" aufgewachsen und findet ihre Inspiration im Zauberwald. Mit ihr durch den Wald zu streifen heißt, ihn mit anderen Augen und als eine Anderswelt zu sehen. Kleine Eichenkapseln gießt sie in ihrem Atelier in Edelmetall zu Fassungen für Ringe, Pilze werden zu zauberhaften Kreaturen und Vorbildern für Lamellenpilzringe, die man sammeln und übereinander stecken kann.

Es gab auch Skeptiker

Die Idee, den Nationalpark Hunsrück-Hochwald zu gründen, stieß bei manchen Einheimischen, Jägern und der regionalen Holzindustrie nicht immer auf Begeisterung. Deshalb ist es erklärtes Ziel der Nationalparkverwaltung, die einzigartige Landschaft aus Buchen, Felsen und Mooren nicht nur zu schützen, sondern sie gleichzeitig auch zu einem besonderen Erlebnis für Besucher werden zu lassen. Schon jetzt durchziehen Wander- und Radwege, allen voran der Saar-Hunsrück-Steig, das Nationalparkgebiet. Und es geht auch mal etwas rasanter und wilder zu. Anja Eckhardt aus Idar-Oberstein ist ausgebildete Mountainbike- sowie Natur- und Landschaftsführerin.

Über Stock und Stein auf Waldpfaden, mit steilen Abfahrten auf Schotterpisten und beachtlichen Steigungen auf den Ring- und den Erbeskopf zeigt sie auf den geplanten Mountainbike-Pisten den Nationalpark aus einer ganz anderen Perspektive. Damit es nicht zu anstrengend wird, kann man sich auch E-Mountainbikes ausleihen. Im Turbo-Gang kommt man bei der Strampelei auf den 816 Meter hohen Erbeskopf nicht allzu sehr aus der Puste. Höher geht es in Rheinland-Pfalz nicht. Auf dem Hunsrückgipfel sieht man vom Skywalk an der Windklangskulptur weit ins Hunsrücker Land. 

Der keltische Ringwall Otzenhausen

Ungefähr ein Zehntel des Nationalparks liegt im Saarländischen Hochwald. Dort beeindruckt der keltische Ringwall Otzenhausen, der wahrscheinlich einst den Stammsitz eines treverischen Fürsten umschloss. 40 Meter breit und 12 Meter hoch ist der Nordwall erhalten. Hier, am dritten Tor des Nationalparks, entsteht am Fuße des Ringwalls ein keltisches Dorf, wie es einst innerhalb der gewaltigen Festungsanlage auf dem Dollberg ausgesehen haben könnte. 

Weitere Informationen: 

  • Nationalpark Hunsrück-Hochwald: Der 10.000 Hektar große Nationalpark liegt mit den Nationalparkkommunen Idar-Oberstein, Birkenfeld, Herrstein, Rhaunen, Thalfang am Erbeskopf und Hermeskeil zu 90 Prozent in Rheinland Pfalz. Hinzu kommen die saarländischen Nationalparkkommunen Nonnweiler und Nohfelden.
  • Eröffnung: Die Eröffnung fand am Pfingstsamstag, 23. Mai, ab 10 Uhr am Hunsrückhaus am Erbeskopf statt.
  • Ranger-Touren: Von Mai bis Oktober finden überall im Nationalpark kostenlose geführte Ranger-Touren statt. Dienstags startet die Inseltour am Rangertreff Thranenweiher, mittwochs die Grenztour am Rangertreff Sauerbrunnen, donnerstags die Waldtour am Rangertreff Muhl, freitags die Gipfeltour am Rangertreff Erbeskopf und samstags die Ringtour am Rangertreff Keltendorf. Alle Touren beginnen um 10.30 Uhr. 
  • Touristisches Angebot: Vier Etappen (rund 32 Kilometer) des Saar-Hunsrück-Steigs und sechs Traumschleifen (Rundwanderwege) führen durch den Nationalpark. 
  • Kontakt: Nationalparkamt Hunsrück-Hochwald, Brückener Str. 24, 55765 Birkenfeld, Tel. 06131/8841520, www.nationalpark-hunsrueck-hochwald.de, www.gastlandschaften.de.

     

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