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25 Jahre nach dem Sensationsfund  

Die schönsten Wege zu Ötzi

29.08.2016, 10:55 Uhr | Rainer Krause/srt

Entdecken Sie die schönsten Wege zu Ötzi . Die Ötzi-Fundstelle nahe des Tisenjochs. (Quelle: Marco  Samadelli/Ötzimuseum)

Die Ötzi-Fundstelle nahe des Tisenjochs. (Quelle: Marco Samadelli/Ötzimuseum)

Der Mann aus dem Eis ist 25 Jahre nach seiner Entdeckung ein touristisches Zugpferd in Nord- wie in Südtirol. Besuchen Sie ihn doch mal!

Am 19. September 1991 trat er in die Öffentlichkeit, Ötzi, der 5300 Jahre alte Steinzeitmann. Heute begegnen ihm und seiner Kultur Urlauber rund um seinen Fundort auf Schritt und Tritt. Das beginnt mit dem Ötzi-Dorf in Tirols vorderem Ötztal, geht weiter auf Südtiroler Seite im Schnalstal mit geführten Gletschertouren zum Fundort und endet in Bozen, wo Ötzi im gläsernen Kühlschrank liegt. 

Das ist Ötzi im Südtiroler Archäologiemuseum. (Quelle: Ötzimuseum )Das ist Ötzi im Südtiroler Archäologiemuseum. (Quelle: Ötzimuseum )

Das Ötzi-Dorf in Umhausen im vorderen Ötztal heißt eigentlich Archäologischer Freilichtpark. Keine verwitterten und kaum erkennbare Fundstücke sind dort zu sehen, sondern ein ganzes Steinzeitdorf. Vor allem Kinder haben dort Spaß und lernen nebenbei vieles über das Leben in der Steinzeit: Wie hat Ötzi gelebt und gewohnt und wie hat er wohl seinen Alltag verbracht? Bei den Kinderführungen wird gezeigt, wie man damals Feuer machte, wo das Kupfer für die Äxte geschmolzen wurde und wo der Schamane, der Heiler und Magier, wohnte und wirkte. In einer Sonderausstellung zum Fundjubiläum wird der letzte Weg des "Icemans" und das Sterbeszenario nachgestellt, Ötzi-Mode wird auf dem Laufsteg präsentiert. Es gibt jungsteinzeitliche Gerichte und einiges mehr. 

Die Ötzi-Fundstelle in den Ötztaler Alpen. (Quelle: dpa)Die Ötzi-Fundstelle in den Ötztaler Alpen. (Quelle: dpa)

Jeden Montag startet eine Tour

Unaufgeregt geht das Bergsteigerdorf Vent mit Ötzi um - obwohl es der Fundstelle am nächsten liegt. Es gibt jeden Montag eine begleitete Wandertour "Arniks, Ötzi & Co", bei der ein urzeitliches Jägerlager und der ebenfalls als Lager dienende Hohle Stein besucht werden. Natürlich brechen die örtlichen Bergführer mit trittsicheren Gästen auch zur Fundstelle auf - das war's aber auch schon. Ansonsten pflegt man das, wofür Vent bekannt ist: die Ruhe in der Natur. 

Jeden Sonntag starten die Naturparkführer von Obergurgl zu der Gästetour auf dem archäologischen Rundweg. In der grandiosen Umgebung des Ötztaler Hochgebirges führen sie die Wanderer sachkundig in die Welt der Steinzeitmenschen ein. Wer auf eigene Faust auf den Spuren "des Mannes im Eis" wandern will, der folgt den Kupferstelen mit dem stilisierten Ötzi-Beil, die in Obergurgl und anderen Orten des Ötztals archäologische Wanderrouten kennzeichnen. 

Eine spektakuläre Aussicht

Von Obergurgl geht es über die Timmelsjoch-Hochalpenstraße hinüber nach Südtirol. Auf der Mautstraße fährt man mitten durch die Hochalpen und genießt dabei spektakuläre Aussichten. In Haarnadelkurven führt die Straße zum knapp 2500 Meter hoch gelegenen Timmelsjoch hinauf. Von dort geht es wieder abwärts bis nach Meran in Südtirol auf 325 Meter Höhe. Ohne Pausen an den zahlreichen Aussichtspunkten schafft man das in gut anderthalb Stunden. Eine halbe Stunde später ist man im Schnalstal. Dort, in der Gegend von Eissacktal, Meraner Land und Vinschgau, hat der Ötzi gelebt. Vom Schnalstal aus brach er zu seiner Alpenüberquerung auf. 

Das können auch fitte und trittsichere Urlauber tun. Jeden Dienstag starten die Touren über den Hochjochferner zum Tisenjoch (3210 Meter Höhe), dem Fundort von Ötzi. Der Abstieg erfolgt durch das Tisental nach Vernagt (1700 Meter Höhe). Auf Spurensuche kann man auch im Tal gehen, im Archeopark. Die Ausstellung zeigt nicht nur, wie die Menschen vor 5300 Jahren hier im Südtiroler Gebirge gelebt haben. Sie macht das Leben von Ötzi und seinen Stammesgenossen greifbar und selbst erlebbar. Die Steinäxte und Drehstäbe zum Bohren dürfen Kinder und Erwachsene in die Hand nehmen, sie kreieren Steinzeitschmuck, verarbeiten Flachs, schlagen Feuer und rollen Brot um Stöcke, um es anschließend am Lagerfeuer zu backen. Gar nicht so leicht ist es auch, mit einem Steinzeitbogen das Ziel zu treffen. 

Das "Ötzimuseum"

Endstation, auch für Ötzi, ist das Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen, flapsig als "Ötzimuseum" bezeichnet. Freilich gibt es dort mehr zu sehen als den Steinzeitmann. Es dokumentiert die Ur- und Frühgeschichte der autonomem Provinz vom Ende der Eiszeit bis zur Zeit Karl des Großen. Die Mehrheit der Besucher kommt aber nur wegen des "Mannes aus dem Eis", der dort aufbewahrt und konserviert wird. Ötzi und die bei ihm gefundenen Gegenstände bilden den zentralen Ausstellungskomplex des Museums. Zum Jubiläum gibt es eine Sonderausstellung mit dem Titel "Heavy Metall". Sie präsentiert die Kupferzeit als spannende Epoche großer globaler Veränderungen und zeigt neue archäologische Funde aus dem Alpenraum. Tipp für Eltern: die speziellen Kinderprogramme. 

Entdeckt wurde "Der Mann aus dem Eis" übrigens von den Bergwanderern Erika und Helmut Simon aus Deutschland. Sie waren in den Ötztaler Alpen unterwegs von der Similaunhütte, die unweit der Grenze auf Südtiroler Gebiet liegt, zur Fineilspitze. Da machten sie einen grausigen Fund, der zunächst als "Leichensache Hauslabjoch" die Polizei beschäftigte: einen mumifizierten Toten. Erst nach einer Weile stellt sich heraus, dass der Kriminalfall 5300 Jahre zurück liegt und als Ötzi weltberühmt wurde. 

Aus Krimi wurde Forschung

Aus dem Kriminalfall wurde ein weltweit beachtetes Forschungsprojekt. Ötzi wurde bis in kleinste Detail untersucht. Heute weiß man, dass Ötzi blaue Augen hatte, kurz vor seinem Tod noch Ziegenfleisch gegessen hatte. Er hatte Karies und Borreliose, war mit dem Bakterium Helicobacter pylori infiziert, das schmerzhafte Magenentzündungen und -geschwüre auslösen kann. Außerdem war er gestresst und laktoseintolerant...und wurde vermutlich ermordet.

Weitere Informationen: 

  • Ötzi Dorf, 6441 Umhausen, Österreich, Tel. 0043/5255/50022, www.oetzidorf.at, Eintritt 7,50 Euro Erwachsene, 3,70 Euro Kinder ab 6 Jahren, Familienkarte 19 Euro. 
  • Vent und Obergurgl: Ötztal Tourismus, 6450 Sölden, Österreich, Tel. 0043/57200/200, www.oetztal.com
  • Timmelsjoch Hochalpenstraße, Museumstr. 5, 6020 Innsbruck, Österreich, Tel. 0043/512/581970, www.timmelsjoch.com, Pkw-Maut 16 Euro einfach, 21 Euro hin und zurück, Motorräder 14/19 Euro. 
  • Archeopark, Unser Frau 163, 39020 Schnalstal, Italien, Tel. 0039/0473/676020, www.archeoparc.it. Eintritt 8 Euro Erwachsene, 6 Euro Kinder ab 4 Jahren, Familienkarte für 2 Erwachsene und alle Kinder 23 Euro, mit einem Kind 18 Euro. 
  • Tourismusverein Schnalstal, Karthaus 42, 39020 Schnals, Italien, Tel. 0039/0473/679148, www.schnalstal.com, Kosten für die Führung 100 Euro pro Person plus Gletscherbahn. 
  • Südtiroler Archäologiemuseum, Museumstr. 43, 39100 Bozen, Italien, Tel. 0039/0471/320100, www.iceman.it, Sept.-Nov., Jan.-Juni Montag geschlossen, Erwachsene 9 Euro, Schüler und Studenten 7 Euro, bis 6 Jahre gratis, Familienkarte für 2 Erwachsene und alle Kinder unter 14 Jahren 18 Euro. 

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