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Südindien: Auf den Spuren von Pi

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Südindien: Auf den Spuren von Pi

07.03.2013, 12:32 Uhr | Bärbel Schwertfeger/srt

Südindien: Auf den Spuren von Pi  . Munnar: Steile Teeplantagen. (Quelle: B. Schwertfeger/srt)

Munnar: Steile Teeplantagen. (Quelle: B. Schwertfeger/srt)

Im winzigen Reisebüro von Stanley Wilson in Fort Cochin herrscht Gedränge. Seit der Film "Life of Pi" im Kino läuft, sind seine Touren nach Munnar besonders gefragt. Nun wurde das Filmmärchen nach Yann Martels Bestseller "Schiffbruch mit Tiger" auch noch mit vier Oscars ausgezeichnet. Die spannende Überlebensgeschichte zeigt in grandiosen Bildern, wie der indische Junge Pi (eigentlich Piscine - sein Vater liebte Schwimmbäder) zusammen mit einem Tiger als einzigem Reisebegleiter monatelang in einem Rettungsboot über den Ozean treibt. Schauen Sie sich den Süden Indiens auch in unserer Foto-Show an.

Pi - der Sohn des Zoobesitzers

Bevor seine Familie das Schiff bestieg, um nach Kanada auszuwandern, wuchs Pi als Sohn eines Zoobesitzers im südindischen Pondicherry auf. Im Mai fuhr er einmal mit seinen Eltern in den kleinen Ort Munnar in den Bergen von Kerala. "Die Kühle dort oben war wie Pfefferminze", heißt es in dem Bestseller. In Munnar kam der 14-jährige Pi das erste Mal in Kontakt mit dem Christentum und hörte von Jesus Christus. Dass die Menschen sündigen und Gottes Sohn dafür büßt, war für den Hindu eine verrückte Geschichte. Ein Hindugott würde das schließlich nie tun. Es ist zwar nur diese kurze Szene des Kinofilms, die in Munnar spielt, doch die indischen Tourismusbehörden haben das gleich genützt und eine weltweite Land-of-Pi-Kampagne gestartet - mit Postern und T-Shirts und neuen Touren.

Angenehmes Klima

Bereits die Briten erkannten das angenehme Klima von Munnar und machten den 1500 Meter hoch gelegenen Ort zu ihrer Hill Station - einem kühlen Rückzugsort für die heißen Sommermonate. Vom kolonialen Flair ist in Munnar heute nichts mehr zu sehen. Die zwischen den Berghängen eingezwängte Stadt zieht sich an der Straße entlang, hat einen geschäftigen Markt und ist vor allem auf den indischen Tourismus ausgerichtet. Wie überall in Kerala existieren die Religionen hier friedlich nebeneinander. Es gibt Hindu-Tempel und Moscheen, und hoch über dem Markt thront eine Kirche.

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Teeanbau in Munnar

Der Aufschwung von Munnar begann Ende des 19. Jahrhunderts. Damals erkundeten britische Offiziere die unwegsame Berggegend und erkannten, dass sich dort gut Tee anbauen lässt. Die ersten Hektare wurden gerodet und Teebäume gepflanzt. Heute ist Munnar umgeben von Tee-Plantagen. Wie überdimensionale, saftig grüne Teppiche überziehen die sorgfältig geschnittenen Teebäume selbst die steilsten Hügel. Bis auf 2200 Meter Seehöhe wird hier Tee angebaut - weltweit soll er nirgends höher wachsen. Die Plantagenbesitzer holten sich Arbeitskräfte aus dem benachbarten Bundesstaat Tamil Nadu und bauten für sie Unterkünfte. Es gab eine Gesundheitsversorgung und Krippen für die Kinder der Pflückerinnen - damals völlig ungewöhnlich in Indien. Später übernahm der indische Mischkonzern Tata die Plantagen. 2005 kam es zum Buyout, und heute gehören die 24000 Hektar Teeplantagen den rund 12000 Mitarbeitern. Die Kanan Devan Hills Plantations Company ist mit 21 Millionen Kilo Tee jährlich der größte Teeproduzent in Südindien. Im Teemuseum zeigt ein professionell gemachter Film die wechselvolle Geschichte der Firma und gibt interessante Einblicke in das Leben der Kolonialzeit und die Anfänge der Teeproduktion.

Eine Teefabrik besuchen

Der Besuch einer Teefabrik gehört zum Standardprogramm der meisten Besucher. Hauptattraktion ist jedoch die Natur. Stundenlang kann man durch die Teeplantagen wandern, Wasserfälle besuchen oder auf Stauseen mit dem Boot rudern und dabei das faszinierende Wolkenspiel beobachten. Morgens ist es meist klar. Dann glitzert der Tau auf den saftig grünen Teebäumen, und tief unten im Tal hängen die dicken Wolken über der schwül warmen Tiefebene. Gegen Mittag steigen die ersten Wolken hoch, oft durch den kräftigen Wind in bizarre Wolkenfetzen zerrissen. Nachmittags ist dann gern alles in einem dichten Nebelschleier verhüllt. Beliebt ist auch ein Ausflug zum Eravikulam National Park. Vom Tal fährt ein Bus die Besucher auf einer steilen Straße durch die Teeplantagen hoch zum Park. Von dort hat man einen traumhaften Blick auf den 2695 Meter hohen Anaimudi Peak, den höchsten Berg Südindiens, und kann die seltenen und zahmen Bergziegen Nilgiri Thar beobachten.

Reiten auf einem Elefanten

Abenteuerlich ist die 36 Kilometer lange Fahrt zur 1700 Meter hohen Top Station. Die Straße führt vorbei an Stauseen und Dämmen. Alles ist auf den indischen Tourismus ausgerichtet. Es gibt Elefanten, auf denen man reiten kann, und die zahlreichen Souvenirstände bersten vor Kitsch. Verkauft wird hausgemachte Schokolade und natürlich Tee. Oben wird die Straße zum schmalen Feldweg, der sich am Abgrund entlang schlängelt und vor allem bei dichtem Nebel eine Herausforderung für den Fahrer ist. Wer Glück hat, der kann von dort einen atemberaubenden Blick über die steil abfallenden Teeplantagen bis über die Tiefebene des Bundesstaates Tamil Nadu genießen. Auf dem Rückweg weist ein Schild auf den rund 50 Kilometer nördlich gelegenen Parambikulam Wildpark hin, in dem neben Elefanten, Sambarhirschen und Krokodilen auch noch 15 wilde Tiger leben. Die Chancen, einen davon zu sehen, sind allerdings gering. Der Park umfasst immerhin fast 650 Quadratkilometer.

Weitere Informationen:

Einreise: In Indien herrscht für Europäer Visumpflicht. Das Visum muss bei externen Dienstleistern beantragt werden. Die Adressen für die jeweiligen Bundesländer findet man auf der Website der indischen Botschaft, www.indianembassy.de.

Anreise: Flüge nach Cochin gibt es bei Qatar Airways und Emirates ab etwa 600 Euro. Die Fahrt von Cochin nach Munnar dauert etwa fünf Stunden.

Reiseangebote: Eine 17-tägige Rundreise mit Stopp in Munnar bietet Marco Polo Reisen an. Sie kostet ab 2049 Euro. Wilson Tours in Cochin (www.wilsontours.co.in) organisiert zwei- und dreitätige Touren von Cochin nach Munnar mit Ausflügen und Übernachtung im einfachen Gästehaus und Halbpension ab 43 Euro. Einen Mietwagen mit Fahrer gibt es dort für rund 30 Euro pro Tag. Wohnen mit Kolonialflair inmitten von Teeplantagen kann man im Windermere Estate Retreat (www.windermeremunnar.com) ab 100 Euro pro Zimmer mit Frühstück.

Erstmals veröffentlicht am 6. März 2013

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