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Myanmar im Wandel: ein Geheimtipp unter Asien-Reisenden

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Geheimtipp  

Myanmar im Wandel

04.02.2014, 13:12 Uhr | Bernd Kubisch, t-online.de, dpa-tmn

Myanmar im Wandel: ein Geheimtipp unter Asien-Reisenden. Kalaw liegt zentral in Myanmar und ist ideal ist für Wanderungen in die bergige Umgebung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kalaw liegt zentral in Myanmar und ist ideal ist für Wanderungen in die bergige Umgebung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Lange Zeit war Myanmar, auch Birma oder Burma genannt, ein Geheimtipp unter Asien-Reisenden. Militärdiktatur und Schikanen erwarteten lange Zeit diejenigen, die sich auf das Abenteuer einließen. Nach dem Regierungswechsel entspannt sich die Lage. 2012 hat "Lonely Planet", das Trüffelschwein unter den Reiseverlagen, das Land auf den zweiten Platz der Trendziele gewählt. Jetzt geht der Wandel in Myanmar schnell: Auch Kleinstädte haben nun Geldautomaten. Handys werden billiger, Hotelzimmer teurer. In Gästehäusern telefonieren Weltenbummler mit Skype. Dollar- und Euroscheine müssen nicht mehr überall wie frisch gebügelt aussehen. Sehen Sie Myanmar auch in unserer Foto-Show.

Rasanter Wandel für Touristen

Reiseführer und Internet-Infos über Myanmar können schon morgen überholt sein. Denn das Land wandelt sich rasant. Auch die Infrastruktur für Touristen. Noch im Herbst 2012 waren etliche Gäste nach der Ankunft verzweifelt: Damals lehnten alle Banken US-Dollarscheine ab, wenn sie einen kleinen Knick oder ein Loch von einer Heftklammer hatten. Weit und breit gab es keinen Geldautomaten. Die schießen nun wie Pilze aus dem Boden, ob in der Metropole Rangun, das heute Yangon heißt, im touristischen Mandalay oder weiter im Norden in der Kleinstadt Pyin Oo Lwin in den Bergen.

Geldscheine besser glatt mitbringen

Als Faustregel gilt aber auch weiterhin: Besser Dollar- und Euroscheine mitnehmen, die wie neu aussehen. Frühsommer 2013: Eine Mitarbeiterin der AGD-Bank im modernen Airport von Rangun, wo seit kurzem installierte Geldautomaten in Blau funkeln, gibt nach prüfendem Blick zwei Hundert-Dollarscheine zurück. Die anderen zwei Banknoten akzeptiert sie. "Sorry, die beiden sind nicht glatt genug", erläutert die junge Burmesin freundlich lächelnd. Lockerer sieht das ihre Kollegin von der Myanmar Citizens Bank in Mandalay. Die tauscht dieselben nicht mehr taufrischen Dollarnoten in je 94.000 einheimische Kyat. Sie sagt: "Der Schein ist so okay, wird international akzeptiert, auch bei uns." Das hat sich wohl noch nicht zu allen Banken herumgesprochen.

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Mönch mit Handy

Wer Mobiltelefon, Laptop oder Tablet mitbringt, kann von der Hotel-Lobby oder seinem Zimmer online gehen und zum Beispiel mit Skype billig in die Heimat telefonieren. Nur die SIM-Karten aus der Heimat funktionieren noch nicht. Die in Myanmar gekauften sind für Ausländer recht teuer und derzeit noch nicht für andere Länder und für SMS einsatzbereit. Doch auch das soll sich bald ändern. Der technische Wandel Myanmars ist besonders deutlich in der großen Shwedagon-Pagode in Rangun zu beobachten. Vor einer der unzähligen Buddha-Figuren kniet betend eine 18-Jährige. Sie beugt sich nach unten. Ihre Haare berühren den Boden. Ihre Freundin macht mit ihrem Tablet-PC Kurzfilm und Fotos. Daneben spricht ein Mönch leise in sein Handy.

Neue Hotels entstehen

Internetzugang - oft gratis - haben nun auch schlichte Hotels in der 20- bis 30 Dollar-Kategorie: Zum Beispiel das "Aung Si Guest House" und das "Ocean Pearl Inn" in Rangun, das "Aung Mingalar Hotel" in Bagan, der Stadt der vielen hundert Tempel, sowie das "Bravo Hotel" in Pyin Oo Lwin. Das Städtchen hat üppige Gärten, viele Pagoden, Moscheen und Kirchen, liegt aber abseits vom touristischen Trampelpfad. Die Bemühungen um Demokratisierung mit einer reformorientierten Zivilregierung bringen seit März 2011 einen Touristenansturm und Kapazitätsengpässe bei den Großstadt-Hotels. Manche Herbergen der Oberklasse haben ihre Preise in kurzer Zeit verdoppelt und verdreifacht. Die Regierung genehmigt nun schneller Hotelneubauten.

Touristenboom erwartet

Ein großes Plus von Myanmar ist die Sicherheit. "Wir können auch abends in den Städten laufen", erzählen zwei junge Frauen aus Köln, die mit dem Rucksack unterwegs sind. Andere Touristen und Deutsche, die im Lande leben, bestätigen das. Wegen möglicher politischer Unruhen sind nur noch wenige Landesteile für Touristen nicht zugänglich. Inzwischen sind Landübergänge nach Indien, China und Thailand offen. Überschüssige einheimische Währung wird in der Regel anstandslos zurückgetauscht in Dollar und Euro. "Nein, Ihren Pass brauchen wir dazu nicht, nur ihre Unterschrift", erläutert ein Mitarbeiter vom privaten Farmer Money Changer am neuen Flughafen von Mandalay. Der hat Dachteile im Pagoda-Stil, wirkt heute noch überdimensioniert und viel zu groß. Aber das kann sich ändern, wenn der Touristenboom so weiter geht. Dann werden auch sicher noch Papierkörbe aufgestellt, die in vielen Bereichen des Flughafens fehlen, so dass - wie viel zu oft im ganzen Land - Dosen und Plastikabfall auf dem Boden liegen.

Weitere Informationen:

Anreise: Touristen aus Deutschland fliegen meist über Bangkok nach Myanmar. Den gut einstündigen Flug bieten mehrere Gesellschaften an. Sehr beliebt ist die Billig-Airline Air Asia, die - bei frühem Buchen - zum Beispiel vom Don Mueang Airport Bangkok die Kombination nach Rangun sowie Mandalay-Bangkok für zusammen ab 110 Euro offeriert. Seit vergangenem Jahr bietet Condor Direktflüge aus Deutschland an.

Reisezeit: Als beste Reisezeit gelten die trockenen, weniger heißen Monate von November bis Februar. Die heiße Trockenzeit dauert von März bis Mai. In Bagan und Mandalay steigen die Temperaturen dann oft auf 40 Grad. Die Regenzeit von Juni bis Oktober bringt starke Niederschläge.

Währung: Für einen Euro gibt es 1233 Kyat (Stand: Juni 2013)

Informationen: Botschaft der Republik Union Myanmar, Thielallee 19, 14195 Berlin (Tel.: 030/206 15 70, E-Mail: info@botschaft-myanmar.de).

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