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Taiping: Malaysias grüne Regenhauptstadt

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Regenlotterie im Immer-warm-Land  

Taiping ist Malaysias grüne Regenhauptstadt

16.10.2014, 15:25 Uhr | Karsten-Thilo Raab, srt

Taiping: Malaysias grüne Regenhauptstadt. Mit seinen künstlichen Seen und herrlichen Regenwaldbäumen suchen die Taiping Lake Gardens (Talman Tasilk) landesweit Ihresgleichen. (Quelle: SRT /Karsten-T. Raab)

Mit seinen künstlichen Seen und herrlichen Regenwaldbäumen suchen die Taiping Lake Gardens (Talman Tasilk) landesweit Ihresgleichen. (Quelle: Karsten-T. Raab/SRT )

Grün ist es im Immer-warm-Land, wie Malaysia hier und da liebevoll genannt wird. Grün ist es vor allem rund um Taiping. Und das liegt daran, dass die 220.000-Seelen-Gemeinde im Nordwesten der malaiischen Halbinsel reichlich mit Niederschlägen gesegnet ist. Taiping ist so etwas wie die Regenhauptstadt Malaysias. Rund 4000 Milliliter Niederschlag werden im Mittel pro Jahr gemessen. Folglich vergeht kaum ein Tag, an dem der Himmel nicht wenigstens für ein paar Augenblicke die Schleusen öffnet. Ein paar Eindrücke aus Taiping präsentieren wir Ihnen in unserer Foto-Show.

Der warme Regen führt dazu, dass es in Taiping längst Volkssport ist, auf ihn zu wetten. Die Bewohner stellen einen Teller auf dem zentralen Marktplatz auf und messen den Zeitpunkt, wann der erste Tropfen des Tages auf den Teller trifft. Eine Art Regenlotterie, bei der derjenige den täglich neu gefüllten Jackpot knackt, der die genaue Uhrzeit des Regenfalls vorherzusagen vermag. Nicht nur die Teilnehmer an der Regen-Lotterie stört das feuchte Nass nicht wirklich, man lebt einfach damit.

Auch das Gros der Restaurants tischt mehr oder weniger unter freiem Himmel auf. Die meisten Lokale der Stadt verfügen über keine Seitenwände und sind nur durch ein einfaches Wellblechdach nach oben hin geschützt. Auch das Mobiliar ist zumeist eher spartanisch. Plastikstühle in allen Farben und wackelige Plastiktische gehören zur Standardausrüstung. Messer werden zu den Mahlzeiten grundsätzlich nicht gereicht. Man isst mit Stäbchen, nur auf Sonderwunsch bekommt man dazu Löffel und Gabel. "Was sich nicht mit Löffel und Gabel durchtrennen lässt, ist schlecht gekocht oder schlechte Qualität", gewinnt Yuén Wai Chan den fehlenden Messern seine positive Seite ab, auch wenn dies insbesondere Europäer immer wieder vor ungewohnte Herausforderungen stellt.

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Taiping ist eine alte und geschichtsträchtige Stadt

Chan ist ein kleiner, drahtiger Mann. Eloquent, mit gutem deutschen Wortschatz, den er sich beim Goethe-Institut in der Landeshauptstadt Kuala Lumpur angeeignet hat. Wie alle chinesisch stämmigen Malaien hat sich der 55-jährige Fremdenführer selber einen englischsprachigen Spitznamen zugelegt und nennt sich "very british" schlicht "Raymond" oder, wenn es seriöser klingen soll, "Mister Raymond". "Taiping ist eine der ältesten und geschichtsträchtigsten Städte Malaysias", betont Raymond mit sonorer Stimme, während er zu einer kleinen verbalen Zeitreise einlädt: "Mitte des 18. Jahrhunderts wurden hier in der Region große Zinnvorkommen entdeckt, vor allem an den Ufern des Flusses Sungai Larut. Das war Fluch und Segen zugleich", verweist Raymond auf die Tatsache, dass in der Stadt, die früher Larut hieß, dank der Bodenschätze ein enormer wirtschaftlicher Aufschwung einsetzte.

Andererseits wurden dadurch verschiedene Triaden-Vereinigungen auf den Plan gerufen, die den Zinnabbau und damit die riesigen Einnahmen kontrollieren wollten. Was schließlich dazu führte, dass sich die kriminellen Organisationen blutige Auseinandersetzungen lieferten, die als Larut-Kriege Eingang in die malaiischen Geschichtsbücher fanden. Erst auf Druck der britischen Kolonialherren gelang es im Jahr 1874, die verfeindeten Triaden zu befrieden. "Mit dem Vertrag von Pangkor endeten die Kämpfe und Larut wurde in Taiping umbenannt, was so viel heißt wie Stadt des ewigen Friedens", rundet Raymond seinen Streifzug durch die Geschichte ab. Gleichzeitig verweist er mit Stolz darauf, dass die erste Eisenbahnlinie des Landes im Jahr 1885 Taiping mit dem Küstenstädtchen Port Weld verband, dem heutigen Kuala Sepetang.

All dies ist wie der Zinnabbau Geschichte. Und doch prägt die Förderung des wertvollen Metalls das Gesicht der Stadt bis heute. Ab dem Jahre 1880 wurden die vom Tagebau aufgerissenen, riesigen Löcher systematisch geflutet und unter britischer Herrschaft in den ersten öffentlichen Park des Landes umgewandelt. Mit seinen künstlichen Seen und herrlichen Regenwaldbäumen suchen die Taiping Lake Gardens (Talman Tasilk) landesweit Ihresgleichen. Auf schmalen, von knorrigen Bäumen gesäumten Wegen lassen sich die verschiedenen kleinen Seen umrunden.

Besuchermagnet ist der älteste Zoologische Garten Malaysias

Aufgearbeitet wird die Geschichte der Stadt in der First Galleria Taiping. Ebenso sehenswert ist das Perak Museum: Es begeistert mit seiner umfangreichen natur- und völkerkundlichen Sammlung. Das älteste Museum der malaiischen Halbinsel, im Jahre 1883 in einem schmucken Kolonialbau eröffnet, beherbergt mehr als 8500 historische, archäologische und ethnologische Exponate. Größter Besuchermagnet der Stadt ist jedoch der älteste Zoologische Garten Malaysias. Mehr als 700.000 Besucher strömen jährlich zum Taiping Zoo. "Ein absolutes Muss ist eine Nachtsafari im Zoo", schwärmt Raymond. Der Clou: bei den beliebten Rundgängen nach Einbruch der Dunkelheit können dank eines speziellen Beleuchtungskonzeptes nachtaktive Tiere aus nächster Nähe beobachtet werden.

"Viele Bereiche des Zoos sind dem natürlichen Lebensumfeld der Tiere angepasst, so dass man oft das Gefühl hat, man steht mitten im Dschungel", schwärmt Raymond. Auch er selber kommt immer wieder gern in den 34 Hektar großen Zoo. Rund 130 Tierarten sind dort anzutreffen - darunter Nilpferde, Elefanten, Krokodile, Löwen, Nashörner, Orang-Utans, Doppelhornvögel. Und der König des Dschungels: der Malaysia-Tiger. Während der nächtlichen Führung sind die Besucher gehalten, die eigenen Geräusche auf ein Minimum zu reduzieren. So können die Geräusche der nachtaktiven Tiere besonders intensiv wahrgenommen werden. Tatsächlich knackt, summt und brummt es überall. Ständig ist irgendwo ein Grunzen, Knurren, Trompeten, Flattern oder Schnattern zu hören. Das verleiht der Nachtsafari einen Hauch von Dschungeltour - und dies mitten im regenreichen Taiping.

Weitere Informationen:

Lage: Taiping liegt 250 Kilometer nördlich von Kuala Lumpur im Bundesstaat Perak im Nordwesten der malaiischen Halbinsel. Flüge ab Deutschland nach Kuala Lumpur gibt es ab rund 600 Euro. Die Flugzeit beträgt rund zwölf Stunden. Für die Touristen-Einreise genügt ein mindestens sechs Monate gültiger Reisepass. Von Kuala Lumpur verkehrt viermal täglich ein Zug nach Taiping. Die Fahrzeit beträgt rund vier Stunden. Zudem verkehrt sechsmal täglich ein Bus nach Taiping.

Zeitverschiebung: im Winter plus sieben, im Sommer plus sechs Stunden gegenüber Mitteleuropa.

Wetter: Das Klima ist schwülwarm bei ganzjährigen Temperaturen von 28 bis 32 Grad Celsius, auch nachts sind es selten unter 22 Grad Celsius.

Gesundheit: Empfohlen wird ein Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis A. Wichtig ist zudem ein effektiver Mückenschutz.

Währung: 1 Ringgit (MYR) entspricht 0,22 Euro.

Museen: First Galleria, PWD 105 Station Road, Tel. 00605/8052136 www.firstgalleria.com.my. Perak Museum, Jalan Taming Sari, Tel. 058/072057, www.jmm.gov.my/en/museum/perak-museum.

Tierpark: Taiping Zoo, Jalan Pekeliling, Taman Tasik Taiping, Tel. 0605/8086577, www.zootaiping.gov.my, geöffnet täglich 8.30 bis 18 Uhr, Night Safaris 20 bis 23 Uhr, Eintritt 16 Ringgit, Nachtsafari 20 Ringgit, Kinder die Hälfte.

Essen und Trinken: Die malaysische Küche bevorzugt heimische Zutaten wie Kokosnuss, Chili, Zitronengras, Limettengrün, zubereitet mit Fisch oder Fleisch und Gemüse. Besonders beliebt ist "Satay", in Kurkuma mariniertes Fleisch, auf Spieße gesteckt und über dem Holzkohlegrill geröstet, das zusammen mit einem Erdnussdip serviert wird.

Noch mehr Infos unter www.tourismmalaysia.de


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