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Auge in Auge mit Haien und Delfinen

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Shark Bay in Westaustralien  

Auge in Auge mit Haien und Delfinen

01.09.2008, 14:14 Uhr | dpa, dpa-tmn

Die Delfine kommen in der "Hai-Bucht" fast bis ans Ufer (Foto: Christian Röwekamp/dpa/tmn)Die Delfine kommen in der "Hai-Bucht" fast bis ans Ufer (Foto: Christian Röwekamp/dpa/tmn)

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Die Hauptdarsteller sind pünktlich. Um 7.35 Uhr tauchen "Nicky", "Puck" und "Surprise" ein erstes Mal an diesem Tag aus der Weite der Shark Bay auf und steuern das knietiefe Wasser am Strand an. Die drei Delfinweibchen, die von mehreren Jungtieren begleitet werden, kennen das Spielchen, das sie jetzt in Monkey Mia erwartet: Einige der Touristen, die am Ufer warten, werden sie gleich mit Fischen füttern - so wie es hier im äußersten Westen Australiens seit den 1960er Jahren fast jeden Tag geschieht. Doch die Region hat noch einiges mehr zu bieten als die Meeressäuger.

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Haie machen Jagd auf Delfinkälber

Dass die Delfine ausgerechnet in der Shark Bay solche Prominenz entwickelt haben, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Denn der Name "Hai-Bucht" lockt nicht automatisch Urlauber an - "Dolphin Bay" würde manchem Tourismusmanager sicher besser gefallen. Doch an Reisende dachte noch niemand, als die Bucht ihren Namen erhielt. Und Haie gibt es in der Region natürlich auch, insgesamt sogar zwölf Arten. "Jedes dritte Delfinkalb hat Narben von Haibissen", erzählt Rangerin Lyn Harding den Touristen.

Unterkunft gesucht?

Strenge Regeln für Delfinfütterung

Von Hand gefüttert werden Delphine in Monkey Mia schon seit 44 Jahren, seit 1994 existiert ein staatlich überwachtes Programm dafür. Wer ohne Ranger-Aufsicht den Tieren zu fressen gibt, muss mit hohen Geldstrafen rechnen. Lyn Harding erklärt die Regeln: Nur für die Weibchen gibt es Fische, und zwar maximal zwei Kilogramm pro Tag und Tier. "Die Kälber bekommen nichts, die sollen erstmal Selbstversorgung lernen." Und die Delfinmännchen tauchen ohnehin selten am Strand auf, sie sind in der Regel draußen in der Bucht unterwegs.

Urzeitlebewesen live

Die Shark Bay nur als Bühne für die Delfin-Show wahrzunehmen, wäre allerdings reichlich kurzsichtig. Seit 1991 gehört die Region zum Weltnaturerbe, und dafür spielten ganz andere Faktoren eine Rolle - zum Beispiel die Urzeitlebewesen mit Namen Stromatoliten. Denen können Urlauber begegnen, nachdem sie am Overlander Roadhouse den Küstenhighway verlassen und Kurs auf die Francois-Peron-Halbinsel genommen haben. Nahe einer alten Telegrafenstation am Südufer des Hamelin Pool warten die Urzeitlebewesen im flachen Wasser auf Besuch. Stromatoliten sind Kolonien von Cyanobakterien, die wie Felsbrocken aussehen. Sie ähneln den ersten Formen von Leben, die es auf der Erde gab. Heute existieren sie nur noch auf den Bahamas und eben in der Shark Bay.

Tierwelt wird ausgesperrt

Etwa auf der Höhe des Shell Beach liegt auch der "Flaschenhals" der Peron-Halbinsel - sie ist hier nur 3,4 Kilometer breit. An genau dieser Stelle zieht sich ein 2,4 Meter hoher Zaun quer durch die Landschaft, der das Wiedereindringen bestimmter Tierarten in die Region von Monkey Mia und den Francois-Peron-Nationalpark verhindern soll. Viele Tiere, die erst die Europäer nach Australien gebracht haben, sind von der Halbinsel entfernt worden, darunter etwa 32 000 Ziegen und Schafe. Auch 95 Prozent der Füchse sind bereits weg. Die ursprünglich einheimische Tierwelt, die durch die "Import-Säugetiere" in Bedrängnis geraten war, kann sich nun wieder ungestört ausbreiten.

Seekühe suchen mit dem Katamaran

Für das weitere Tagesprogramm bietet Monkey Mia seinen Besuchern viele Möglichkeiten. Sie können auf Kamelen am Strand entlang reiten, am kleinen Pier wetteifern mit der "Shotover" und der "Aristocat 2" gleich zwei große Katamarane um Gäste für Fahrten in die Bucht. Dort machen sich die Crews vor allem auf die Suche nach den Dugongs genannten Seekühen. Denn im durchschnittlich nur neun Meter tiefen Wasser der Bucht liegen die größten Seegraswiesen der Erde: Von den weltweit 60 Sorten Seegras sind 10 hier zu finden, manchmal 9 auf einem Quadratmeter gleichzeitig. Diese Vielfalt mögen die Dugongs, deren Zahl in der Shark Bay auf etwa 12.000 geschätzt wird. Rund jede zehnte Seekuh weltweit lebt damit hier im australischen Westen.

Aborigines-Touren

Einen ganz anderen Zugang zur Region vermittelt Wula Guda Nyinda, ein Anbieter von Aborigines-Touren. Darren Capewell macht sich mit seinen Gästen barfuß auf den Weg und ermahnt sie: "Versucht nicht, im Sand zu laufen, sondern auf dem Sand." Der Mensch müsse "das Land respektieren und es nicht einfach nur benutzen", lautet das zentrale Anliegen, das Darren bei seinen Ausflügen in die Dünen immer wieder an den Mann zu bringen versucht: "Das Land war schon da, als wir Menschen kamen, und es wird noch da sein, wenn es uns nicht mehr gibt." Das Lagerfeuer, an dem "Capes" abends unter dem Sternenhimmel Didgeridoo spielt und in dem er Nüsse von Sandelholzbäumen zu "Busch-Popcorn" röstet, bietet für diese Botschaft eine sehr stimmungsvolle Kulisse.

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