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"Australian Shark and Ray Centre": Hier fressen Haie aus der Hand

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Australien  

Hier fressen Haie aus der Hand

09.06.2008, 13:21 Uhr | M. Roman

Zum Greifen nah sind die Haie im ersten Hai- und Rochenzentrum (Foto: Australian Shark & Ray Centre)Zum Greifen nah sind die Haie im ersten Hai- und Rochenzentrum (Foto: Australian Shark & Ray Centre)

Haie hautnah: Im australischen Bundesstaat New South Wales kann man die Raubfische jetzt ganz aus der Nähe erleben. Das "Australian Shark and Ray Centre" (Australisches Hai- und Rochen-Zentrum) lässt schon Kinder auf Tuchfühlung mit Rochen und Haien gehen und sogar von Hand füttern. Laut Veranstaltern ist die Tour absolut sicher - den Rochen fehlt deshalb der giftige Stachel. Hai-Experten dagegen sehen das Angebot äußerst kritisch. Der Tenor: Solche Wildtier-Streichelzoos schaffen ein falsches Bild der Natur und könnten so gefährlich werden - für Tiere und Menschen. Sehen Sie Australien auch in unserer Foto-Show.

Zuerst mal zu den Baby-Haien

Erstmal klingt das alles nach einem entspannten Wochenendausflug: Die Betreiber des weltweit ersten Hai- und Rochen-Zentrums im Ort Nelson Bay, 200 Kilometer nördlich von Sydney, wollen ihre Gäste das erleben lassen, was sonst nur Aquariums-Wärtern vorbehalten war. So können Kinder ab fünf Jahren an den Schnorchel-Kursen und der Handfütterung teilnehmen. Da man nach eigenen Angaben Ängste vor den Tieren abbauen will, startet die Tour ganz klein: Zuerst können Besucher Baby-Haie und -Rochen streicheln und füttern. Außerdem können weitere Meeresbewohner wie Tintenfische oder Seepferdchen gestreichelt werden. Danach geht es zu den großen Fischen: Die Schnorchler schwimmen mit bis zu über einen Meter großen Stachelrochen. Die Tour dauert etwa eine Stunde und kostet für Erwachsene umgerechnet 30 Euro, Kinder zahlen die Hälfte.

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Hai-Experte: "Füttern ist gefährlich und falsch"

Hai-Experten wie Dr. Andreas Keppeler von der Organisation "Sharkproject" sehen das Angebot dagegen äußerst kritisch. "Eine solche Form der Präsentation von Wildtieren wie Haien und Rochen schadet praktisch in allen Bereichen der Nachhaltigkeit, Hygiene, Wertebildung bei Kindern und dem Respekt gegenüber den beteiligten Tieren", sagte Keppeler gegenüber t-online.de. Haie mit der Hand zu füttern sei gefährlich und falsch, bringe aber Geld und Publicity. Vor allem kleine Besucher könnten sich durch die vermeintlich zahme Natur der Tiere falsch verhalten, wenn sie in freier Wildbahn mit ähnlichen Tieren in Kontakt kommen. Dort könne es dann zu Unfällen kommen. "Haien sollte man immer mit der notwendigen Ausbildung und Vorsicht begegnen und keinen Unsinn machen", sagt Keppeler. Er plädiert statt solcher Streichelzoos für eine sachliche Aufklärung von Kindern über das Leben im Meer, wie sie beispielsweise vom UN-Umweltprogramm angeboten wird.

Haie aus den Netzen kommerzieller Fischer

Die Fische im Aquarium sind nach Angaben des Zentrums zum größten Teil Beifang kommerzieller Fischer, einige seien sogar in Gefangenschaft gezüchtet. Um die Tour ungefährlich zu halten, habe man hauptsächlich Haiarten ausgewählt, die für ihre zahme Natur bekannt seien. Hai-Experte Keppeler widerspricht: Auch wenn Haie für Menschen meist keine Gefahr darstellten, seien sie essentielle Raubtiere der Meere. Nach Angaben des Zentrums besitzen die dort gehaltenen Rochen keinen Giftstachel mehr. Es sei einfach, Rochen zu finden, die ihren Giftstachel bereits verwendet oder ihn beispielsweise durch einen Haiangriff verloren hätten, heißt es auf der Website - Keppeler spricht von einem "verstümmelnden Präparieren" der Tiere. Die Lehraussage von den stachellosen und harmlosen Rochen könne für Besucher in der Natur fatale Folgen haben, sagt Keppeler. Trete man beispielsweise, achtlos geworden, in einer sandigen Lagune auf ein solches Tier, könne man sich schwere Verletzungen zuziehen.

Wie hygienisch ist das Zentrum?

Zudem bezweifelt Keppeler, dass eine solche Haltung der Tiere zusammen mit Menschen hygienisch sei. Durch die Besucher würden täglich neue Keime ins Wasser kommen, außerdem würden Fische und vermutlich einige Kinder ihre Exkremente ins Wasser abgeben. Man könne nur hoffen, so Keppeler, dass die Becken durch Hochleistungskläranlagen oder große Muschelkolonien gereinigt würden. "Falls nicht", so der Hai-Experte, "werden Durchfallerkrankungen als kleines Souvenir sicher sehr beliebt sein".

Weitere Informationen:

"Australian Shark and Ray Centre", 218 Marsh Rd, Bobs Farm NSW 2316, Australien; Telefon: +61 (0) 2 4982 2476; E-Mail: info@ozsharkandray.com.au; Internet: www.ozsharkandray.com.au

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