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Mit dem Camper durchs australische Outback

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Australien  

Mit dem Camper durchs australische Outback

06.02.2009, 17:09 Uhr | srt

Mit dem Camper durchs australische Outback (Foto: srt)Mit dem Camper durchs australische Outback (Foto: srt) Wer das echte Australien erleben will, der muss die Städte hinter sich lassen und hinein ins Outback. Doch ein Urlaub im Camper will gründlich vorbereitet sein. Wir geben Tipps für die Reiseplanung.

500 Kilometer bis zur nächsten Kneipe

Gegenverkehr, eine rasende Staubwolke. Das erste Auto nach zwei Stunden auf Schotter und Sand. Wer jetzt das Seitenfenster heruntergekurbelt hat, der lernt schnell, warum ungeteerte Straßen in Australien "Dirt Roads" heißen. Der schöne weiße Bushcamper. Rein in die rote Nebelwand, Sichtweite null. Der Fuß steht auf der Bremse, runter auf 40 Stundenkilometer. Das Outback hat es in sich. Wer am Steuer unsicher ist, der sollte auf dem Asphalt bleiben oder gleich den Bus nehmen. Nur langsam lüftet sich der Sandschleier. Blauer Himmel und grelle Sonne kehren zurück. Gas geben, Reisegeschwindigkeit 80 bis 100 Stundenkilometer. Steine wirbeln auf. Volle Konzentration am Steuer. Die zehn Meter breite Piste ist voller Löcher. Laut, staubig, unbequem, eintönig, teuer. Warum tun sich Urlauber das freiwillig an? Abenteuerlust allein ist ein schwacher Erklärungsversuch. Hier im Nichts, ganz weit weg von zu Hause, kochen alle möglichen Sehnsüchte und Gefühle hoch. Allein mit sich und seinem Reisepartner. Beziehung intensiv: Wer hier miteinander unterwegs ist, der sollte sich verstehen. Es gibt keine Chance, sich aus dem Weg zu gehen. Zur nächsten Kneipe sind es 500 Kilometer.


Outback-Urlaub heißt Autourlaub

Das Outback ist nicht jedermanns Sache. Wer Ansprüche hat, Fernseher, Klimaanlage, Badezimmer und Geselligkeit braucht, der ist hier falsch. Der Blick auf die Karte zeigt schnell: Gut drei Viertel von Australien ist Outback. Wüste, Berge, Steppe - größtenteils unberührt. Einmaligkeit wiegt Entbehrungen beim Komfort mehr als auf - aber halt nicht für jeden. Auch darf man keine Angst vor der Natur haben. Hier leben Krokodile, Schlangen, Skorpione, Spinnen. Begegnungen der gefährlichen Art sind dennoch selten. Die Gefahr, in einer australischen Metropole überfahren zu werden, ist größer. Outback-Urlaub heißt Autourlaub. Viele Stunden liegen zwischen den Attraktionen, und die meisten sind nur auf vier Rädern zu erreichen. Sie reihen sich wie eine Perlenkette aneinander, auch wenn die Perlen schon mal 1000 Kilometer voneinander entfernt sind. Deshalb ist es bei der Reisevorbereitung wichtig, die Höhepunkte festzulegen, die man sehen will. Weniger ist dabei meist mehr, sonst sitzt man den größten Teil des Urlaubs hinterm Steuer. Am besten besorgt man sich eine Karte von Australien. Viele unterschätzen die Größe des Landes, das grob die Ausmaße der USA hat. Von Darwin nach Perth etwa sind es 4170 Kilometer. Dieses Abenteuer lohnt sich, aber nur mit reichlich Zeit. Mehr als durchschnittlich 250 Kilometer pro Tag sollte man sich nicht vornehmen.


Sich zu verfahren ist fast unmöglich

Die Auswahl an Routen ist begrenzt. Außerhalb der großen Ballungsgebiete gibt es nicht wirklich viele Straßen. Eine führt rund herum und eine durchquert den Kontinent von Norden nach Süden. Viele Outback-Urlauber starten in Darwin. Nach dem Ausschlafen holt man am besten gleich den Camper ab und geht einkaufen, vor allem Wasser. Hier sind die Lebensmittel billiger als unterwegs. Von Darwin geht es nur Richtung Süden: in Katherine rechts ab nach Westaustralien, in Tennant Creek links ab nach Queensland. Geradeaus sind es 1500 Kilometer bis Alice Springs. Dort gibt es einen Abzweig nach rechts, 400 Kilometer zum Ayers Rock. Der Highway führt nochmal 1500 Kilometer weiter bis Adelaide. Mehr Straßen gibt es hier nicht. Verfahren ist daher trotz der riesigen Entfernungen praktisch unmöglich, solange man auf dem Asphalt bleibt.


Wohnmobil oder Mietwagen?

Ob Wohnmobil oder Mietwagen, ist eher eine Geschmacks- als eine Preisfrage. Ein Camper ist deutlich teurer als ein normaler Mietwagen und schluckt mehr Benzin. Der Mehrpreis reicht oft für Cabins oder feste Zelte auf Campingplätzen. Wohnmobile bieten dagegen den Vorteil eines fahrenden Zuhauses. Man muss nicht aus dem Kofferraum leben. Beim Buchen sollte man besser gleich eine Nummer größer wählen. Schließlich verbringt man viel Zeit im Camper, vor allem im australischen Winter, also von Juni bis August, wenn es früh dunkel wird.


Offroad nur mit Allradfahrzeug

Die meisten Nationalparks kosten keinen Eintritt. Gut ausgestattete Visitors Centers mit freundlichen Mitarbeitern versorgen Urlauber kostenlos mit Broschüren und geben Tipps für Touren und Übernachtungen. Die Sehenswürdigkeiten sind gut ausgeschildert. Vor Ort gibt es oft sogar kostenlose Führungen durch Ranger. Die staatlichen Campingplätze sind einfach und sauber, meist mit Duschen und Toiletten. Ein Platz kostet umgerechnet vier Euro, die Camper in einer Box deponieren. Mehr Komfort, oft mit Pool und Bar, bieten die vielen privaten Plätze. Reservierungen sind meist nicht nötig. Ein Geländewagen mit Allradantrieb muss nicht sein. Offroad zu fahren, macht zwar erst hier richtig Spaß, aber die meisten Highlights erreicht man auch auf asphaltierten Straßen. Die dürfen Wohnmobile nicht verlassen. Doch für viele beginnt genau da der Reiz. Die Auswahl an Allradfahrzeugen ist allerdings dünn. Neben dem Bushcamper von Britz gibt es einige Toyotas mit Zelt auf dem Dach. Der Bushcamper ist ein Mix aus Geländewagen und Wohnmobil und hat alles drin zum Überleben: Kühlschrank, Gaskocher, Wasser, Spüle. Zu empfehlen ist er allerdings nur zu zweit. Paare sollten gelenkig sein und gerne kuscheln, um im flachen Dach schön zu träumen. Sonst muss einer unten und einer oben schlafen.


Auch die Wüste ist nachts kalt

Egal ob Wohnmobil oder Allrad, wer viele Kilometer schrubbt, braucht viel Benzingeld. Der Spritpreis liegt umgerechnet bei 80 Euro Cent pro Liter Diesel, Benzin kostet 70 Euro Cent. Die Tankquittungen nagen am Urlaubsbudget, denn Camper schlucken 15 bis 20 Liter auf 100 Kilometer. Sparsam sollte man das Gepäck planen. Sperrige Koffer können kaum in Wohnmobilen und schon gar nicht in einem Bushcamper verstaut werden. Sie stehen nur im Weg. Besser nimmt man Reisetaschen mit, die irgendwo reingequetscht werden können. Unbedingt einpacken: Jogginganzug und warme Sweatshirts. Outback heißt Wüste, und dort kann es in unserem Sommer nachts empfindlich kalt werden: tagsüber 25 Grad, nachts um den Gefrierpunkt. Dass die Australier links fahren, stört kaum. Daran gewöhnt man sich schnell. Mehr Aufmerksamkeit erfordert die Tierwelt, die keine Verkehrsregeln kennt. Überfahrene Kängurus pflastern die Highways. Riesige Greifvögel entsorgen die Kadaver recht schnell. Mitunter trifft es auch Rinder oder wilde Kamele, von denen Hunderttausende im Outback leben. Sie schlafen gerne auf dem Asphalt, weil er nachts schön warm bleibt. Schon deshalb empfiehlt es sich, nach Sonnenuntergang keine großen Strecken zu fahren. Lieber fährt man runter von der Straße und schläft bis Sonnenaufgang. Wild campen ist hier in Australien normal - und schließlich ist Urlaub.

Weitere Informationen

Anreise: Von Deutschland fliegen Cathay Pacific, Emirates, Qantas und Singapore Airlines nach Australien.
Einreise: Deutsche brauchen kein Visum, die Einreise wird online genehmigt.
Autofahren: Der deutsche Führerschein reicht aus. Mindestalter bei den meisten Vermietern 21 Jahre.
Internet: www.australia.com

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