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Westaustralien: Willkommen in der Geisterstadt

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Australien  

Westaustralien: Willkommen in der Geisterstadt

28.12.2011, 14:12 Uhr | Rasso Knoller, srt

Westaustralien: Willkommen in der Geisterstadt. Westaustralien: Willkommen in der Geisterstadt Kookynie. (Foto: Goldenoutback.com)

Westaustralien: Willkommen in der Geisterstadt Kookynie. (Foto: Goldenoutback.com)

Wegen des Golds kamen die Menschen nach Kookynie. Nachdem die Minen versiegten, zogen sie wieder fort. Zurück blieb eine zerfallende Stadt. Kookynie gehörte einst zu den reichsten Städten Westaustraliens. Von den mehr als 3000 Menschen, die dort lebten, sind noch 13 geblieben - aber auch die denken darüber nach wegzuziehen. Ohne Gold gibt es auch für sie keinen Grund mehr zu bleiben. In unserer Foto-Show sehen Sie, was aus der einstigen Goldgrube geworden ist und warum sie für Touristen doch noch einen gewissen Reiz hat.

Auf die Ruinen von Kookynie brennt die Sonne

Ein einsamer Hund, die Nase dicht am staubigen Boden, läuft schnuppernd die zerfallenen Mauern entlang. Erst als er an den beiden Wagen - einem kleinen Truck und einem Pkw - ankommt, die am Ende des alten Gemäuers parken, bleibt er stehen. "Ford" steht in rostigen Lettern auf der Kühlerhaube des Lastwagens. Der kleinere Wagen steht ohne Kühlerhaube da. Doch was sollte die auch schützen. Wo einst der Motor war, klafft heute ein großes Loch. So unterschiedlich die Farbe der beiden Fahrzeuge einst gewesen sein mag - die Zeit hat sie gleich gemacht: Beide sind rostbraun.

Hotel-Ruine ist eingezäunt

Neben den Autos wächst ein Kamin aus dem Wüstenboden. Er sieht aus, als würde er noch funktionieren. Doch das Haus, das er einst wärmte, fehlt. Nur das Windrad, das vor langer Zeit einmal Wasser aus dem Boden nach oben befördert hat, klappert noch immer im Wüstenwind. Drehen kann es sich längst nicht mehr - das Blech ist zu verbogen. Doch auch früher musste man das Wasser wohl nie aus großen Tiefen holen - vorausgesetzt, die Stadt trägt ihren Namen zurecht: Kookynie heißt in der Sprache der Aborigines, Wasserloch. Vom alten Hotel der Stadt fehlt die linke Hälfte. Dort wo einst der Name stand, ist die Mauer zusammengebrochen - dort klafft eine Lücke. Die andere Hälfte des Schriftzugs, das Wort "Hotel", kann man noch erkennen. Bis jetzt zumindest. Denn durch den Buchstaben t geht schon ein Riss. Noch zwei, drei Wüstensommer und das Hotel wird in der Mitte auseinanderbrechen. Offenbar sehen das auch die Leute in der Stadtverwaltung von Menzies so, wo man heute für Kookynie verantwortlich ist. Als einzige Ruine der Ghost Town ist das Hotel eingezäunt.

Spurensuche in einem verlassenen Haus

Hinter dem traurigen Hotel steht ein Baum. Er hat sich der allgemeinen Stimmung angepasst - fast ohne Blätter trotzt er der Wüstenhitze. An seinen Ästen wachsen vereinzelt winzige Sprossen - als wollte er zeigen, dass er den Kampf noch nicht ganz aufgegeben ist. Auch die Straßenlaterne in der Nebenstraße verströmt eine Illusion von Zukunft - und wird doch nie wieder scheinen. Weil hier nichts mehr ist, das sie beleuchten könnte. Nicht einmal das Haus ein paar Schritte entfernt. Die Tür quietscht, wenn man hineintritt. Der dünne Holzboden knarzt wenig vertrauenserweckend. Nur das Bett im Schlafzimmer wirkt stabil und fest - als warte es nur auf die Rückkehr des Eigentümers, der erschöpft aus der Goldmine zurückkehrt.

Spielzeug liegt im Sand

Im Hof liegt ein Fußball. Die Luft hat er im Laufe der Zeit verloren, die Form aber gewahrt. Dass er nicht mehr zum Spielen taugt, merkt man erst, wenn man gegen ihn tritt. Wann wohl das letzte Mal ein Kind mit ihm gespielt hat? Und warum wurde er zurückgelassen, als die Familie das Auto zur endgültigen Abfahrt packte? Der Hometrainer, der auf dem Grundstück des Nachbarn steht, war wohl zu groß, um mit auf die Reise in die neue Heimat genommen zu werden. Jetzt rostet er im Wüstenwind vor sich hin. Besser geht es da der Kinderpistole, die neben ihm im Sand liegt. Sie ist aus Plastik und hat die Jahre bisher gut überstanden - lediglich an Farbe hat sie verloren. Aus dem tiefen Schwarz ist ein mattes Grau geworden.

"For sale"

Am Ortsrand steht ein Wohnwagen, ganz in Silber getaucht. Aus der Ferne sieht er aus, als hätte man ihn soeben erst verlassen. Als wäre der Besitzer nur um die Ecke gegangen, um im Pub ein kühles Bier zu trinken. Aus der Nähe erkennt man, dass die Reifen platt sind und der Wagen schon mal für Schießübungen benutzt wurde. Einschusslöcher überziehen seine Vorderseite. "Welcome to Kookynie" steht auf dem Schild am Ortseingang. Und darunter: "A Living Ghost Town". Im Internet wiederum erfährt man, dass in der einstigen Goldgräberstadt, zu Beginn des 20. Jahrhunderts 3500 Menschen lebten. Heute seien es 13, steht da, aber immerhin gäbe es noch ein Hotel, das auch ein Pub habe. Was im Internet nicht steht ist, dass im Fenster des Hotels ein großes Schild prangt. "For Sale" steht darauf.

Weitere Informationen:

Tourist Australia, Rockdale Chambers, Suite 1, 534-536 Princes Highway, Rockdale NSW 2216, Tel. 0061/2/95058555, Fax 95058599, www.touristaustralia.com.au.

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