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Rio feierte die "größte Party der Welt"

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Karneval in Rio  

Rio feierte die "größte Party der Welt"

04.02.2008, 09:39 Uhr

Die Kostüme beim Karneval in Rio sind aufwendig und die Tänzerinnen atemberaubend schön.  (Foto: Reuters)Die Kostüme beim Karneval in Rio sind aufwendig und die Tänzerinnen atemberaubend schön. (Foto: Reuters)

Mit viel nackter Haut, farbenprächtigen Kostümen und Samba-Musik feierte Rio de Janeiro die weltberühmte zweitägige Karnevalsparade. Die sogenannte "größte Party der Welt" startete zunächst mit einem Schreck, als der Motor eines Allegoriewagens Feuer fing und viel Rauch sichtbar wurde. Danach gab es für die 90.000 Zuschauer im ausverkauften Sambodromo-Stadion nur Freude: "Das ist einmalig", schrie eine 75-jährige Touristin aus Italien vor laufenden Kameras.

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Video Karneval 2008: Rio im Ausnahmezustand
Foto-Serie Höhepunkte des vergangen Jahres
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14 Sambaschulen tanzen um die Wette

An dem Umzug, der am Montag und am Dienstag jeweils erst nach Sonnenaufgang zu Ende ging, beteiligen sich insgesamt 14 Samba-Organisationen. Für die 800-Meter-Strecke benötigt jede der "Escolas", der zumeist aus den Favelaslums stammenden Samba-Schulen, mit ihren Allegoriewagen und rund 4000 Tänzern rund 80 Minuten. Die Parade wird jedes Jahr von Millionen von Zuschauern in ganz Brasilien an den Fernsehern daheim, in Kneipen oder bei Partys verfolgt.

Ganz Brasilien im Karnevals-Fieber

Am Wochenende gingen unterdessen in ganz Brasilien Millionen von Menschen auf die Straßen, um den Karneval zu feiern. Allein in der nordöstlichen Provinzhauptstadt Recife feierten am Samstag mehr als 1,5 Millionen Menschen. Der Umzug "Galo da Madrugada" (Hahn der Morgenfrühe) gilt als größtes Karnevalsfest der Welt. Eine Million Menschen tanzten und sangen Medienberichten zufolge in der Stadt Salvador bis zum frühen Sonntagmorgen (Ortszeit). Es gab auch erste Wermutstropfen: beim Straßenkarneval in Sabara im Staat Minas Gerais überfuhr ein Motivwagen 20 "Narren". Zwei Menschen starben, 12 wurden zum Teil schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht. Allein Rio de Janeiro erwartete zum diesjährigen Karneval die Rekordzahl von 750.000 Touristen aus dem In- und Ausland. Prominente wie Topmodel Naomi Campbell und US-Musiker Quincy Jones waren bereits vor mehreren Tagen in Brasilien eingetroffen. Tausende Beamte wurden in Rio zwischen Sonntag und Mittwoch auf Sonderpatrouille geschickt.

Streit um Motiv-Wagen vor Umzugsbeginn

Der Karneval wird in diesem Jahr in Brasilien von der zunehmenden Kriminalität überschattet. Kurz vor Beginn der Parade der Sambaschulen in Rio teilte die Bundespolizei am Samstag mit, sie werde die Karnevalsorganisationen wegen illegaler Finanzierung durch Verbrechergruppen unter die Lupe nehmen. Seit Jahren wird vermutet, dass die Chefs des illegalen Wettspiels, die "Bicheiros", die finanzielle Stütze der Samba-Schulen sind. Zudem gab es in diesem Jahr einen Streit um einen Motiv-Wagen mit aufeinandergestapelten Pappmaché-Leichen samt Tänzern in Nazi-Uniformen, der nach dem Urteil einer Richterin nicht an der Parade teilnehmen durfte. Die jüdische Gemeinde hatte den Wagen als unpassend kritisiert. Der Sprecher der Liga der Sambaschulen in Rio (Liesa), Hiram Araujo, prangerte das Urteil als "Zensur" an, mehrere Medien schlossen sich dem an. Der Chef der betroffenen Sambagruppe Viradouro, Marco Lira, kündigte als Protest "eine große Überraschung" an.

Ursprünge im 17. Jahrhundert

Wahrscheinlich wurde der Karneval bereits im 17. Jahrhundert von Portugiesen nach Brasilien eingeführt. Das ursprüngliche Treiben bestand darin, sich gegenseitig mit allerlei Wasser, Kalk und Puder zu beschmutzen - je nachdem, was gerade zur Verfügung stand. Erst später wurde das Fest bürgerlicher und im Jahr 1928 eröffnete in Rio de Janeiro die erste Samba-Schule. Der Karneval in Rio hat seinen Höhepunkt in einem zweitägigen Umzug, der seit 1953 auf der Avenida Presidente Vargas statt fand. Von den 80er Jahren an findet das Spektakel im Sambodromo statt und dauert bis zu zwölf Stunden.

Das ganze Jahr feiern

Die Brasilianer sind ein feierfreudiges Volk und beschränken sie sich nicht auf ein Fest im Jahr. So gibt es in den Städten Rio, Salvador und Olinda Karneval. Im Oktober und November wird beispielsweise in den Orten Recife und Belem getanzt. Im Mai kostümieren sich die Bewohner von Sao Paulo, im August ist Highlife in Brasilia. Egal für welches Ereignis sich Touristen entscheiden - frühzeitiges Buchen ist unbedingtes Muss. In Rio verlangen viele Hotels einen Aufpreis während des Karnevals und fordern einen Mindestaufenthalt.

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