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Längste Busline der Welt gestartet

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Längste Buslinie der Welt gestartet  

Im Bus von Rio bis Lima

31.01.2016, 12:03 Uhr | Georg Ismar, dpa

Längste Busline der Welt gestartet. Die Strecke von Rio nach Lima. (Quelle: Google/NOAA)

Die Strecke von Rio nach Lima. (Quelle: Google/NOAA)

Quer durch Südamerika verläuft die wohl längste Buslinie der Welt: 6200 Kilometer, von Rio de Janeiro bis nach Lima, der Hauptstadt von Peru. In Rio ist nun der erste Bus losgefahren, es gab aber Startprobleme.

Der Busfahrer Daniel Mancilla Palacios passt hier nicht so recht hin. Kurzerhand hat er den zweistöckigen Bus an der Copacabana in Rio gestoppt. "Ich fahre jetzt 34 Jahre, aber hier war ich noch nie." Im weißen Hemd und mit schwarzer Krawatte steht er schwitzend neben Frauen im Bikini am Strand, hinter ihm das Meer und der Zuckerhut.

Es geht bis auf 4600 Meter Höhe

Mancilla Palacios hat mit dem Bus schon ganz Südamerika befahren, zum ersten Mal aber ist er hier in Rio de Janeiro. Es ist die Premierenfahrt der Buslinie von Rio bis Lima am Stillen Ozean. Die Strandbesucher sind erstaunt, als sie hören, dass es bis nach Lima geht, sie machen Selfies mit dem Busfahrer. Dann kommt die Polizei und eskortiert mit drei Wagen den Bus wieder auf seine reguläre Strecke Richtung São Paulo.

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Seit langem wollte die Busgesellschaft Ormeño schon die neue Strecke bedienen, aber erst seit einigen Jahren existiert die Transocéanica - eine durchgehend asphaltierte Strecke durch die Sojaregionen Brasiliens, das Amazonasgebiet und hoch über die Anden. "Der höchste Punkt der Strecke liegt in Peru auf 4630 Metern."

Machu Picchu liegt auf der Strecke

Bisher gab es bereits die Linie São Paulo - Lima, nun ist sie nach vielen Verhandlungen bis Rio verlängert worden. Aber der Start ist recht holprig. Da das grüne Licht kurzfristig kam, konnte Ormeño noch kein eigenes Büro am Terminal in Rio eröffnen - so fährt der Bus erst einmal leer, nur ein deutsches Kamerateam ist dabei, es dreht für den Sender Arte eine fünfteilige Dokumentation über die Fahrt. Später in São Paulo steigen die ersten 20 Passagiere zu.


Die Fahrt dauert rund 102 Stunden und kostet etwa 185 Euro. "Wir verbinden zwei Wunder der Welt miteinander", meint Oscar Vásquez, örtlicher Repräsentant der Busgesellschaft. "Den Cristo in Rio und die Inka-Stätte Machu Picchu bei Cusco." Zweimal die Woche, samstags und mittwochs, wird die Strecke von Rio bedient, von Lima donnerstags und sonntags.

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Hoffnung auf Karneval-Touristen

Nach São Paulo lauten die Stationen Campo Grande, Cuiaba, Porto Velho, nach der Grenze folgen Puerto Maldonado, Cusco, Nasca. Für die nächsten Fahrten gibt es auch schon mehr Buchungen, denn es ist eine halbwegs günstige Variante, um beim Karneval dabeizusein und dann von Rio wieder zurück nach Peru zu fahren. Viele Touristen könnten künftig vor allem den Abschnitt bis Cusco nutzen - so die Hoffnung.

Eine Fahrt bis Lima kostet umgerechnet 185 Euro, die ganze Fahrt dauert 102 Stunden, also über vier Tage. Auf der Premierenfahrt sind vier Fahrer dabei, der Normalfall sind zwei, maximal drei Fahrer. Sie fahren vier Stunden und ruhen sich dann in einer Schlafkoje aus.

Ein Teil der Straße schon wieder kaputt

Der Bus hat 44 normale und 12 Schlafsitze. Pro Tag soll es neben Tankstopps nur zwei Essens- und Toilettenpausen geben. Zum Start ist auch Perus Generalkonsul Rolando Ruitz Rosas mit Frau und Tochter zum Terminal gekommen. "Ich bin die Strecke im Juli selbst mit dem Auto gefahren, zusammen mit dem deutschen Generalkonsul Harald Klein", erzählt er. Sie nahmen sich Zeit, um sich unterwegs die vielen Highlights anzuschauen, daher waren sie elf Tage unterwegs.

Allerdings haben sich viele Hoffnungen, die mit der Transocéanica verbunden waren, bisher nicht erfüllt. So sollten Zehntausende neue Arbeitsplätze durch die Erschließung entstehen, aber die Strecke ist wenig frequentiert, die Hinterlandregionen weiter kaum bevölkert. "Und in der Region Acre ist die Straße eine Katastrophe, durch heftige Regenfälle ist die Strecke schon wieder kaputt, es gibt riesige Schlaglöcher", berichtet Busfahrer Mancilla Palacios.

Traum von einer Bahnstrecke

Derzeit wird in Südamerika darüber diskutiert, die Landverbindungen zu stärken, gerade auch, um Güter schneller nach Asien transportieren zu können. So beraten Brasilien, Peru und Bolivien mit China als Hauptfinanzier über ein Jahrhundertprojekt in Sachen Eisenbahn. Eine Bahnstrecke vom Atlantik zum Pazifik. Das ist noch Zukunftsmusik - vorerst ist die Buslinie die Alternative zum teureren Flug. Aber eine sehr zeitraubende. Aber Daniel Mancilla Palacios kann dank der neuen Linie seiner Familie zu Hause Bilder von der Copacabana zeigen.

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