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Osterinsel: Paradies im Südpazifik

02.10.2012, 11:57 Uhr | Claudia Ottilie, srt, srt

Osterinsel: Paradies im Südpazifik. Die Moai sind die berühmteste Attraktion der Osterinsel (Quelle: SRT / Claudia Ottilie)

Die Moai sind die berühmteste Attraktion der Osterinsel (Quelle: SRT / Claudia Ottilie)

Die Osterinsel empfängt jährlich mehrere tausend Touristen, die in der polynesischen Traumurlaubskulisse die Mystik der steinernen Ahnendenkmäler erkunden möchten. Sehen Sie die einzigartige Insel auch in unserer Foto-Show.

Überall Moai-Statuen auf der Osterinsel

Morgens um halb zehn in Hanga Roa: Nach dem Frühstück geht es zur Post in der Avenida Te Pito o Te Henua, um sich den Insel-Stempel in den Pass drücken zu lassen. Anschließend die Avenida entlang. Einheimische fahren auf altmodischen und modernen Fuhrwerken über die Straße. "Iorana - willkommen" ruft man den Urlaubern in Flipflops und Hawaiihemden zu, die bereits durch den Mercado Artesana stöbern. Auch die stummen Botschafter der Insel stehen bereits vor dem Geschäftseingang Spalier. Moai-Statuen vom Schlüsselanhänger bis zur übergepäckschweren Gartenskulptur, wahlweise aus Beton, Tuffstein, Onyx, Holz und Jute warten auf Mitnahme vom Nabel zum Rest der Welt.

Man ist Rapanui auf Rapa Nui

Obwohl die Insel zum chilenischen Staat gehört, nennt man sich kaum Isla de Pascua oder Osterinsel, nur weil ein paar Europäer mal an einem Ostersonntag hier Leben ausmachten. Man ist Rapanui auf Rapa Nui, dem Nabel der Welt, und Chile ist weit weg. Zahlreiche Legenden und Theorien ranken sich um die Besiedlung des winzigen Eilandes mitten im Pazifik, fast so viele wie um die Entstehung ihrer steinernen Ahnendenkmäler. Als Jakob Roggeveen am Ostersonntag 1722 auf der Vulkaninsel anlandete, fand er wenig. Von den heute so berühmten Steinstatuen sah Roggeveen zunächst kaum etwas - sie lagen alle mit dem Gesicht zum Boden, gestürzt. Auch das einheimische Volk hatte sich schon dezimiert, wenn auch nicht so stark wie 150 Jahre später. Eingeschleppten Krankheiten und Sklavenhandel verringerten die Bevölkerung des 162 Quadratkilometer kleinen Eilands auf 111 Rapanui.

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Importierte Palmen für Südseekulisse

Der Palmenhain von Anakena im Norden ist der einzige nennenswerte seiner Art. Die Kokospalmen wurden aus dem 4000 Kilometer entfernten Tahiti importiert und dem einzigen weißen Sandstrand der Insel hinzugefügt, um dem Südseeklischee des wachsenden touristischen Publikums die perfekte Kulisse für den Traumurlaub zu bieten. Das wird beim Plantschen im türkisfarbenen, angenehm warmen Pazifikwasser nicht einmal von den Blicken der sieben Moai auf der Plattform oberhalb des Strandes des Strandes gestört. Sie wenden sich manierlich ins Inselinnere.

Maoi hatten Augen aus Korallen

Über die Geschichte des Anakena-Ahu berichtet Touristen-Führerin Maha, dass ihre Statuen erst in den 1960er-Jahren aufgerichtet wurden. "Durch diese Gruppe wissen wir, dass die Moai Augen hatten", erklärt die junge Rapanui. "1978 hatte man ein Auge aus Koralle hier im Sand gefunden." Erst nach ihrer Errichtung auf dem einen Familiengrab ähnlichen Ahu hatte man den Ahnenabbildern die korallenen Augen in die Augenhöhlen gesetzt. Doch durch Sturz, Zerstörung und Witterung verloren die meisten ihr Augenlicht und blicken wieder blind vor sich hin.

Ein Stein soll der Nabel der Welt sein

Für Maha ist Anakena der Ort, an dem ihr Volk das erste Mal an neues Land ging. Die einzige sandige Bucht war der ideale Hafen für Urvater Hotu Matua, der mit der Vision vom Nabel der Welt beseelt mit seinem Kanu vom unbekannten Hiva, vermutlich den Marquesas Inseln, aufgebrochen war. Nicht weit vom Anakena-Strand präsentiert Maha den besagten Nabel: einen kugelrunden schwarzen Stein mit hohem Eisengehalt - von Esoterikern und Touristen verehrt, von den Einheimischen eher belächelt. Nur ein paar andere Steine trennen den Nabelstein Te Pito o te Henua vom wilden Ozean. "Die Legende will", so berichtet Maha, "dass dieser Stein von Häuptling Hotu Matua als Anker geworfen wurde, als er hier in seinem Traumland ankam." Für Touristen sei dies ein echter Spaß. Die Skeptiker unter den Einheimischen sagen, der Stein sei nur eine Touristenfalle und existiere erst seit ein paar Jahrzehnten. Andere kämen her, um die Energie, das Mana des fast einen Meter durchmessenden Brockens, aufzusaugen.

Die Geburtstätte der Moai

Natürlich glaubt Tourguide Maha an das Mana, die göttliche Energie, mit der auch die Moai aus der Waagerechten in die Horizontale wechseln und zu ihrem Ahu marschieren konnten. Maha bringt täglich Urlauber zur Geburtsstätte der steinernen Riesen. Die junge Frau spaziert zum Kraterrand des Rano Raraku und hält die Gästeschar nach wenigen Metern wieder an. "Hier liegt schon einer", zeigt sie ins Gras. "Er hat es nur bis hierher geschafft auf dem Weg zu seinem Ahu an der Küste." Aber das Ziel sind die Köpfen, die am Hang des Vulkans wie Pilze aus der Erde schauen. "Hier hat man sie aus dem weichen Vulkangestein gekratzt, geschürft und gemeißelt", erklärt Maha. Weiter oben am Hang liegt ein Moai, 20 Meter lang. Er ist noch mit dem Vulkangestein verbunden, die Erde rundherum abgegraben. Auf halber Höhe hatte man schon einen Moai vom Stein freigehauen, hätte ihn nur aus der Geburtshöhle ziehen und drehen müssen, damit er den Hang hinabgleitet und zum aufrechten Stehen käme.

Die Steinmann-Fabrik

Es ist ein Besuch in der Steinmann-Fabrik - alle Stufen der Produktion sind sichtbar. "Die, von denen wir nur die Köpfe sehen, ragen noch einige Meter tief ins Erdwerk. Sie waren schon aufgestanden und bereit zu laufen", erläutert Maha. Doch was passierte, dass die komplette Produktion wie auf Knopfdruck stoppte? "Ganz ehrlich, wir wissen es nicht. Es gibt so viele Theorien - von Meteoriten bis zu Aliens", zuckt Maha mit den Schultern. Das ist die Mystik der Osterinsel, die Besucher und Forscher gleichermaßen anlockt.

Luxushotel mit Rundumservice

"Wir sind offen für jeden Vorschlag und freuen uns, wenn Besucher sich mit den Moai beschäftigen und Theorien aufstellen", sagt Mike Rapu, eine Insel-Persönlichkeit. Er hat einem chilenischen Hotelkettenbetreiber Land verpachtet, weil dies nur Rapanui dürfen und nennt das Hotel mittlerweile sein Eigen. Rapu hofft mit dem Rundumservice der Luxuskette den idealen Touristen auf die Insel zu holen: "Einer, der den Rapanui etwas zurückgeben kann und nicht nur Wasser verbraucht und im Supermarkt das Abendessen kauft, das er im Hafen von Hanga Roa als Picknick verzehrt." Die Insel Rapa Nui dürfe keine Billigdestination werden. "Wir sollten von Galapagos lernen und die Besucherzahlen reglementieren ," fordert der Geschäftsmann. In einem der abgelegenen Luxushotels gibt es nur Platz für eine exklusive Anzahl von Bewohnern: 30 Zimmer, ein Restaurant, eine Bar und einen Souvenirshop teilen sich die 60 Gäste. Oben drauf gibt es den Sonnenaufgang in unverbauter Küstenlandschaft - morgens um halb neun, zehn Kilometer von Hanga Roa.

Weitere Informationen:

Generelle Informationen: Turismo Chile via Kleber PR Network GmbH, Hamburger Allee 45, 60486 Frankfurt, Tel. 069/7191360, www.chiletourism.travel

Anreise: Via Santiago de Chile oder Lima mit LAN Chile ab 550 Euro, internationale Flüge nach Santiago ab allen dt. Flughäfen ab 900 Euro, www.lan.com.

Einreise: Für die Einreise nach Chile/auf die Osterinsel, ist ein Reisepass mit noch mind. 6 Monaten Gültigkeit notwendig.

Beste Reisezeit: Auf der Osterinsel herrscht ganzjährig subtropisches Klima. In Verbindung mit einer längeren Chile-Reise bietet der südamerikanische Sommer (November bis März) die angenehmsten Temperaturen und wenig Regen.

Unterkunft: Das explora Hotel "Posada de Mike Rapu" rangiert am obersten Preislimit, All-inclusiv-Pakete für drei bis acht Tage ab 1860 Euro p.P. im DZ inkl. individuellem Ausflugsprogramm, www.explora.com. Das Taura'a Hotel bietet günstigere Übernachtungen ab 140 Euro/Zimmer mitten in Hanga Roa, www.tauraahotel.cl. Einige Einheimische in Hanga Roa bieten einfache Zimmer ab 30 Euro an, sie können über Hotel-Plattformen im Internet vorgebucht werden oder direkt am Flughafen in Hanga Roa

(Erstmals erschienen am 2. Oktober 2012)

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