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"Pub Crawl" in Berlin: Bei der extremen Kneipentour bleibt keiner nüchtern

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Berlin  

Kneipentour extrem: "Pub Crawl"

17.08.2007, 12:36 Uhr

Sie ziehen in Trupps von oft mehr als 100 Party-Hungrigen von einer Berliner Kneipe zur nächsten und trinken, bis sie nicht mehr können. Sogenannte "Pub Crawls" sind bei jungen Berlin-Touristen aus aller Welt zurzeit angesagt. Das Ziel der professionell geführten Sauftouren verrät schon die Übersetzung: Mit steigendem Alkoholpegel geht es für viele nur noch "kriechend" (englisch: to crawl = kriechen, krabbeln) von Etablissement zu Etablissement. Kontakte unter den Teilnehmern ergeben sich fast von alleine - auch wenn sich mancher am nächsten Morgen nicht daran erinnert. Das Konzept der "Pub Crawls" ist nicht neu: Ursprünglich im angelsächsischen Raum verbreitet, werden die professionellen Kneipentouren in Städten der ganzen Welt angeboten. Ob Rom, Barcelona, London, Sydney oder Amsterdam: Wo immer ein feierfreudiges Publikum junger (Rucksack-)Touristen bereitsteht, finden sich schnell Anbieter für solche Vergnügungen. In den Augen einiger Kneipenbesitzer und Tourismusverbänden sind derartige Veranstaltungen ein zweischneidiges Schwert: Zwar lassen die Teilnehmer eine Menge Geld in Bars und Clubs, doch hat man auch einen Ruf zu verteidigen.
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"Die Gruppen sind laut, pöbeln, kotzen"
In Berlin sind nicht alle Kneipiers restlos begeistert. Was für die Teilnehmer aus Schweden, Kanada oder Italien ein mordsmäßiger Spaß ist, bedeutet für viele Barbesitzer neben einem guten Umsatz auch einigen Ärger: "Die Gruppen sind laut, pöbeln, kotzen und vertreiben die anderen netten Gäste", berichten die Barkeeper des Clubs "Ostzone" in Mitte. Ab und zu komme es vor, dass Leute betrunken auf dem Klo liegen und einfach vergessen werden. Los gehe es immer mit einem Freibier zum Warmwerden, sagt Simone Stein, die die Kneipentouren für den Anbieter "Insidertour" organisiert. Dazu kommt der Schnaps, den sie auf den meist kurzen Wegen zwischen den verschiedenen Kneipen gratis und direkt aus der Flasche ausschenkt. Inklusive ist auch der Eintritt in einen Club. Die Cocktails und sonstigen Getränke in den Bars müssen die Teilnehmer selbst zahlen. Für die vermeintlich fachkundige Einführung ins Berliner Nachtleben zahlen die Jugendlichen an den Veranstalter je nach Anbieter zwischen zehn und zwölf Euro. Und: Mindestens 18 Jahre alt muss sein, wer mitmachen will. Er sei hier, um das Berliner Nachtleben kennenzulernen, sagt der 21-jährige Kanadier Marc. "Viele Leute treffen und viel trinken", begründete Stina aus Schweden ihre Teilnahme am "Pub Crawl". Vor allem rund um die Oranienburger Straße in Mitte sind die grölenden Gruppen unterwegs - und das jeden Abend.

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"Die sind wie Heuschrecken"
Für das Image der Stadt seien die Touren nicht förderlich, sagt Christian Tänzler, Pressesprecher von Berlin Tourismus Marketing. Auch Klaus-Dieter Richter, Vizepräsident des Berliner Hotel- und Gaststättenverbandes, sind die Touren ein Dorn im Auge: "Das ist kein Aushängeschild für die Gastronomie", sagt er. Kollegen, die sich durch die Touren mehr Umsatz erhofften, müssten sich ernsthaft fragen, ob sich das wirklich lohne oder ob sie damit nicht andere Gäste vergraulten. "Die sind wie Heuschrecken", sagt Friedrich, Stammgast in der "Ostzone", über die Tourteilnehmer.

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Jeder Gast versäuft rund 50 Euro pro Abend
Die Veranstalter der "Massenbesäufnisse" sehen das anders: "Ich kenne keinen Besitzer, der nicht super begeistert ist, wenn wir kommen", sagt Chris Sandeman von "New Berlin Tours". Berlin habe viele Kneipen und viele stünden leer. Die jungen Touristen füllten die Bars und da hätten doch alle etwas davon, meint er. Sascha Gregorzcewski von "Pub Crawl Berlin" verrät, dass sich manche Bars für die zusätzlichen Gäste auch "finanziell bedanken". Wie hoch seine Provision ist, sagt er nicht - nur so viel: "Es reicht zum Leben." Für den Besitzer der Kneipe "The Pipi's", Mario Gruss, steht fest: "Ohne die Touristen wäre die Gegend hier tot." Im Schnitt vertrinkt nach Angaben von Gregorzcewski jeder der Tourgäste immerhin rund 50 Euro pro Abend.

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