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Das Adlon Berlin, Nobelhotel mit Geschichte

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Das Adlon, Nobelhotel mit Geschichte

28.01.2010, 13:57 Uhr | dpa

Es ist nicht normal, dass ein Bundespräsident ein Hotel eröffnet. Doch das rote Band am Hotel Adlon am Brandenburger Tor in Berlin zerschnitt der damalige erste Mann im Staat, Roman Herzog. Damals, 1997, war der historistische Neubau das erste Gebäude am von Krieg und deutsch-deutscher Teilung einst leergefegten Pariser Platz. Doch ein Grund war auch der Mythos des Namens "Adlon" - ein Hotel aus Kaisers Zeiten, Ort für die Liebhaber von Luxus und Prunk, Treffpunkt für die Gesellschaft, für politische Ränkespiele und millionenschwere Gespräche. Die Prominenz kommt inzwischen in einem nicht endenden Strom. Und die wiedergeborene Legende ist in der Wirklichkeit gelandet.

Gäste einst: Chaplin und Dietrich
"Adlon oblige" (Der Name Adlon verpflichtet) heißt der Wahlspruch des Fünf-Sterne-Plus-Hauses, und er kommt aus Zeiten, in denen elektrisches Licht und Fahrstühle noch eine Sensation waren. Kaiser Wilhelm II., Stammgast im Hause, legte für den 20 Millionen Goldmark teuren Ur-Bau beim Spatenstich 1907 Hand an. Bis zum Zweiten Weltkrieg war dann das Adlon im Regierungsviertel der Hauptstadt, direkt am Machtzentrum Wilhelmstraße, Treffpunkt für "tout le monde". Die Gästeliste führt Namen über Namen: Charlie Chaplin, Benito Mussolini, Marlene Dietrich. Reiche Familien residierten während der Ballsaison in den Suiten, politische Diners und internationale Konferenzen fanden statt. 1945 brannte das Haus nieder.

Detailgenauer Nachbau
Das Haus galt als eines der berühmtesten in der Welt, und von dieser Geschichte wollte die Fundus-Gruppe als Investor zehren: Ziemlich detailgetreu wurde der Bau wiedererrichtet - bis auf ein zusätzliches, niederes Geschoss. In der Lobby plätschert heute der gleiche, elefantengeschmückte Springbrunnen wie damals, er tauchte bei den Bauarbeiten aus dem Schutt auf. Und Betreiber Kempinski setzt wie die einstigen Hoteliers auf Service.

Gäste heute: Bush und Minogue
Natürlich wird die Präsidentensuite auf Wunsch komplett leer geräumt und neu möbliert, wenn der saudi-arabische Kronprinz hier logiert. Und selbstverständlich bekommt Concierge Raffaele Sorrentino noch Karten für ein seit einem Jahr ausverkauftes Konzert. US- Präsident George Bush fühlt sich sicher hinter schussfestem Glas und Pop-Elfe Kylie Minogue räkelt sich dort, wo auch schon Königin Silvia von Schweden ihr gekröntes Haupt bettete.

Harter Konkurrenzkampf
Doch ein legendärer Ruf aus vergangenen Zeiten ist nicht alles - das Adlon muss sich auch in einer Stadt behaupten, die mit zwölf Luxushäusern die meisten Top-Hotels in Deutschland hat - und zugleich die europäische Hauptstadt mit den niedrigsten Hotelpreisen ist. Der anfangs geäußerte Wunsch, das "inoffizielle Gästehaus" der Bundesregierung zu werden, ist nicht wahr geworden, auch wenn viele Staatsmänner dort logieren. Jeder Hotelier muss sich zudem in Berlin auch um die Auslastung Sorgen machen - schließlich schießen die Häuser nach wie vor wie Pilze aus dem Boden und internationale Ketten errichten derzeit bei sinkenden Gästezahlen ihre neuen Hotels in der Stadt.

Der Mythos lebt
Das Adlon mit seinen 337 Zimmern hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als eine halbe Million Gäste beherbergt - mit einem Ausländeranteil von 40 Prozent ist das Haus internationaler als viele andere. Natürlich sind auch mehr Prominente unter den Gästen als irgendwo sonst: Michael Douglas, Tina Turner, Nelson Mandela, Donald Trump, Robert de Niro, Take That, Michael Gorbatschow, Roger Moore. Nach Stars und Spitzenpolitikern recken sich Touristen aus aller Welt jeden Tag von draußen die Hälse, und manche wagen auch einen Schritt hinein. Ihnen geht es nicht um ein Zimmer oder ein sündteures Essen - sie suchen nach dem Hauch jenes Mythos, der einst schon den Kaiser faszinierte

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