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Reisetipp Berlin: Der neue Hauptbahnhof - Koloss aus Glas, Stahl und Beton

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Berlin  

Bahnhof ist die neue Attraktion der Hauptstadt

24.05.2006, 12:15 Uhr | dpa, t-online.de

Mit einem derart großen Interesse habe keiner gerechnet, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn (DB) Station und Service AG, Wolf-Dieter Siebert. Mit rund sieben Millionen Menschen strömten in der ersten Woche rund drei Mal so viele Menschen zum neuen Berliner Hauptbahnhof wie erwartet. Die Hälfte davon seien Besucher, sagte ein Bahn-Sprecher am Dienstag. Ursprünglich hatte die Deutsche Bahn AG mit etwa 300 000 Menschen am Tag gerechnet. Für Reisende will das Unternehmen bei dem Bau nach eigenen Angaben nachbessern: Noch seien nicht ausreichend Fahrplanaushänge und Sitzgelegenheiten vorhanden. Auch die Kapazität bei der Gepäckaufbewahrung müsse erhöht werden.

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Neuer Koloss aus Glas, Stahl und Beton
Mit dem Hauptbahnhof nahe dem Regierungsviertel bekam Berlin erstmals in der langen Eisenbahngeschichte der Stadt einen zentralen Umsteigebahnhof. Das Gebäude nach den Plänen des Architekten Meinhard von Gerkan ist auch architektonisch eine Attraktion. Blickfang des Bahnhofs sind seine gläsernen Hallendächer, die sich 321 Meter in Ost-West-Richtung und 160 Meter in Nord-Süd-Richtung erstrecken. Das Tageslicht fällt an markanten Stellen mehr als 40 Meter tief bis in das Untergeschoss. Auf dem gläsernen Dach ist eine 1700 Quadratmeter große Voltaikanlage installiert. Die Züge fahren künftig auf einer oberirdischen und einer unterirdischen Trasse ein. Ein 3,6 Kilometer langer Eisenbahntunnel führt von Nord nach Süd durch die Stadt. Im Bahnhof ist auf drei von fünf Ebenen ein Einkaufszentrum mit 80 Läden untergebracht.

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Europas größter Bahnhof mit fünf Ebenen
Der Berliner Kreuzungsbahnhof, in den die Züge aus allen Himmelsrichtungen einfahren, hat fünf Ebenen. Die oberste Ebene erhebt sich 10 Meter über der Erde, die unterste liegt 15 Meter darunter. In der gläsernen Bahnhofshalle fahren die Züge damit künftig gut sichtbar über den Köpfen und unter den Füßen der Reisenden ein. Auf den drei Zwischengeschossen hat auf 15.000 Quadratmetern ein Einkaufszentrum Platz gefunden. Am Hauptbahnhof sollen künftig jeden Tag mehr als 1000 Züge halten, darunter 164 Fernzüge, 314 Nahverkehrszüge und mehr als 600 S-Bahnen. Die fünf Ebenen des Bahnhofs werden neben Treppen mit 54 Rolltreppen und 34 Aufzügen verbunden, sechs davon sind runde, gläserne Panoramaaufzüge.


Schnellere Anfahrtszeiten für Bahnreisende
Mit dem neuen Schienenkreuz in Berlin ändern sich vom 28. Mai an die Fahrpläne in ganz Deutschland. Von Berlin nach Leipzig verkürzt sich die Fahrzeit zum Beispiel um rund 40 Minuten auf eine gute Stunde. Durch die neue Schnellstrecke zwischen Nürnberg und Ingolstadt dauerte eine Fahrt von Berlin nach München künftig 5,5 statt 6,5 Stunden. Auch der Regionalverkehr wird auf einigen Strecken um bis zu 20 Minuten schneller. Neu im Berliner Bahnnetz sind die Fernbahnhöfe Südkreuz und Gesundbrunnen. Der Bahnhof Zoo wird dagegen vom Fernverkehr abgekoppelt, und der Bahnhof am Flughafen Schönefeld nicht mehr von IC oder ICE-Zügen angefahren. Langfristig hofft die Bahn auf 300.000 Bahnhofsnutzer täglich. In der Anfangsphase rechnet sie mit rund 50.000 Kunden am Tag.

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Teuerster Bahnhofsneubau der Nachkriegszeit
Der neue Berliner Hauptbahnhof ist das ehrgeizigste und teuerste Bahnhofsneubau-Projekt seit 1945. Der Prestige-Bau der Bahn in der deutschen Hauptstadt kostete geschätzte 700 Millionen Euro und ist Teil der 10-Milliarden-Euro-Investition, die seit der Wende in den Bahnknotenpunkt Berlin floss. Seit der Grundsteinlegung im September 1998 wurde am Hauptbahnhof eine halbe Million Kubikmeter Beton verbaut. Diese Menge würde reichen, um 65 Kilometer Autobahn zu planieren. Hunderte Bauarbeiter aus mehr als 30 Nationen verbrauchten auch 85.000 Tonnen Stahl.

Nachfolgebau des Lehrter Kopfbahnhofs
Der Hauptbahnhof ist der Nachfolgebau des prächtigen Lehrter Kopfbahnhofs, der von 1871 bis 1959 an dieser Stelle stand. Mit der Teilung Deutschlands hatte die Kriegsruine ihre Bedeutung verloren und wurde gesprengt. Den Namen "Lehrter Stadtbahnhof" trug danach nur noch der benachbarte S-Bahnhof, bis er 2002 für den Neubau des Hauptbahnhofs weichen musste. Offiziell heißt die neue Station nach einer Umfrage nun Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof. Die Bahn verzichtet gern auf das Anhängsel, doch für eingefleischte Berliner bleibt der Bahnhof schlicht ihr "Lehrter".

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