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Städtereisen - Berlin: Strandbad Wannsee wird 100 Jahre

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Berlin  

Strandbad Wannsee wird 100 Jahre

07.05.2007, 17:07 Uhr | dpa

Am 8. Mai 1907 war zum ersten Mal in Preußen den Menschen das Baden im Freien erlaubt. Und vom ersten Tag an war der breite und feine Sandstrand am Wannsee das Ziel von Karawanen sonnenhungriger Berliner. Die Badenden, damals zwar noch in züchtiger, für diese Zeit aber auch luftiger Kleidung, ließen sich von amtlichen "Sittenwächtern" nicht von ihrem Vergnügen abhalten. Zu seinem 100. Geburtstag hat sich das Strandbad Wannsee, das bald zum größten deutschen Binnenseebad aufgestiegen war, fein herausgeputzt. Und es lockt für einen Tag mit nostalgischem Eintrittspreis von 100 Cent statt 4 Euro zum Erholen und Baden. Nach bald 20 Jahren des stets drohenden Verfalls haben der Berliner Senat und die Stiftung Denkmalschutz die "Badewanne" der Hauptstädter für rund 12,5 Millionen Euro wieder aufpoliert. Das berühmte Panorama- und Sonnendeck ist neu gefliest, der Sand des gut 1200 Meter langen Strands ist fein gesiebt.

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"Flaggschiff von historischer Bedeutung"
Seit der Saisoneröffnung Ende April bei herrlichem Sonnenwetter waren die 260 bis in die letzten Bastritzen gewienerten Strandkörbe heiß umkämpft. Tausende zog es wieder hinaus aus der Stadt. Die Wege am Grunewaldhang hinunter zum Lido der Berliner sind frisch asphaltiert. "Das Flaggschiff von historischer Bedeutung ist wieder schön", sagte der frühere Landeskonservator Helmut Engel zum Neustart der Berliner Institution. Nur die Gastronomie tut sich noch schwer. Für das einst bekannte Restaurant "Lido" hat sich während der bald dreijährigen Sanierung immer noch kein Pächter gefunden. Die Kenner wundert das nicht: Es war schon immer Tradition, dass die meisten Strandbad-Besucher Kaffee und Tee von zu Hause in Thermoskannen mit sich führten und aus der mitgebrachten Tupperware belegte Stullen und reichlich Grießbrei mit Kirschsirup oder zerstoßene Erdbeeren mit Milch verzehrten.

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Strandbars in Stadtmitte "keine Konkurrenz"
Es ist die Geschichte und die Tradition, die Badchef Axel Ott rundweg optimistisch für die 100. Saison und die Zukunft überhaupt stimmt. "Ich mache mir auch keine Sorgen wegen der zunehmenden Konkurrenz der neumodischen Strandbars in der Stadtmitte. Die Leute gehen da gerne mal hin, sollen sie auch, und dann kommen sie alle wieder zu uns", sagt der von der Sonne gegerbte Mann mit seinem Bademeister-Käppi. Seit 36 Jahren ist der heute 56-Jährige als eine Art "Mädchen für alles" der Mann, der das Bad am Laufen hält. "So um die 15 Kilometer täglich bin ich bestimmt unterwegs." Es sei auch die Weite des Bades, die die Leute seit jeher anlockt. "Hier kann jeder ohne Ellenbogeneinsatz so lange schwimmen wie er will, und ein Plätzchen so ruhig wie in der Lüneburger Heide findet auch jeder."

Bis zu 50.000 Besucher täglich
Dies kann allerdings nicht an jedem Tag garantiert werden. Bis zu 50.000 Besucher tummelten sich an den besten Tagen. Fernziele wie Rimini und Mallorca entdeckten die Berliner erst später als andere Großstädter in Deutschland. Lange Zeit vergaßen die ersten Nachkriegsgenerationen und später die Berliner im ummauerten Westteil der Millionenstadt wenigstens einen Teil ihrer Sorgen im Strandbad Wannsee. Jahrzehntelang begleitete sie der Ohrwurm des früheren Kinderstars Cornelia "Conny" Froboess ("Pack' die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nischt wie raus nach Wannsee..."). Im Ostteil dürfte sich mancher dagegen eher an eine DDR-Satire aus damaliger Zeit erinnern, in der es spöttisch hieß "und der Ami schießt am Wannsee...". Nach dem Mauerfall entdeckten die West-Berliner das Umland, viele blieben dem Wannsee aber treu.

Das Bad der kleinen Leute
"Die Erinnerungen sind in jedem Fall wichtig. Wir haben es gut geschafft, den ursprünglichen Zustand wieder herzurichten", sagt Helmut Engel von der Stiftung Denkmalschutz Berlin. Auch Vorstand Klaus Lipinsky von den Berliner Bäder-Betrieben, die sich mit den Denkmalschützern zum Teil heftig stritten, nun aber auf Druck von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) doch eine gemeinsame offizielle Geburtstagsparty für den 12. Mai vereinbarten, zieht eine positive Bilanz und lädt ein: "Das Werk ist gelungen." Ein bisschen stolz sei er schon, dass das Strandbad in einer Reihe steht mit dem KaDeWe und dem Adlon, die ebenfalls in diesem Jahr 100. Geburtstag feiern. Denkmalschützer Engel macht da mehr Unterschiede aus. "Das Kaufhaus und das Luxushotel sind eher hochkapitalistische Leuchttürme Berlins, das Strandbad Wannsee war aber immer mehr für die eher kleinen Leute da."

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