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Berlin - Hauptbahnhof: In einem Jahr vom Bahnhof zur Touristenattraktion

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Berliner Hauptbahnhof  

In einem Jahr vom Bahnhof zur Touristenattraktion

22.05.2007, 12:18 Uhr | dpa

Neugierige Touristen, leicht verzagte Rentner und ungeduldige Berliner: In den gläsernen Panorama-Aufzügen am neuen Berliner Hauptbahnhof ist noch fast alles wie am ersten Tag. Auch ein Jahr nach der Eröffnung am 26. Mai 2006 rauschen Schaulustige in den runden Kabinen auf und nieder. Sie bestaunen ein Gebäude aus Glas, Stahl und Beton, das die Hauptstadt verändert hat. Der mächtige Bahnhof etablierte sich neben Brandenburger Tor und Reichstag als Touristenmagnet im Regierungsviertel, trotzdem sind zum einjährigen Geburtstag keine besonderen Feierlichkeiten geplant. Trotz Pannen wie dem Absturz eines Stahlträgers im Wintersturm zählt die Bahn deutlich mehr Fahrgäste. Im Hauptbahnhof tummeln sich nach Angaben des Unternehmens nun 300.000 Besucher und Reisende am Tag. Übersehen lässt sich der Prestigebau, der mit 1,2 Milliarden Euro zum teuersten Bahnhof der Nachkriegszeit geriet, weder bei Tag noch bei Nacht. Der Hauptbahnhof ist der vorläufige Höhepunkt des ehrgeizigen Bahnkonzepts für Berlin, das seit der Wende in zäher Wühlarbeit aus einer geteilten Stadt eine neue Einheit gemacht hat. Kosten: mehr als zehn Milliarden Euro, der Löwenanteil aus der Bundesschatulle.
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Spuren der Mauer lassen sich erahnen
Die Spuren der Mauer lassen sich noch erahnen, wenn der Berliner Bahn-Konzernbeauftragte Ingulf Leuschel zur Sonderfahrt quer durch die Hauptstadt lädt. Wer mit dem ergrauten Bahnmanager unterwegs ist, braucht weder Kursbuch noch Streckenplan. In norddeutscher Manier wird Leuschel, einst in Frankfurt/Main Herr über alle bundesweiten Fahrpläne, sämtliche Besonderheiten der Schienenwege erläutern: von den einstigen Umfahrungen West-Berlins über die Neubaustrecken und Tunnelröhren bis hin zu scharfen Kurven namens "Schweineohr".

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"Der Imageschaden ist weg"
Leuschels Begeisterung für den Hauptbahnhof, die erste Zentralstation in Berlins langer Eisenbahngeschichte, wirkt vor diesem Hintergrund echt. Negativschlagzeilen liest er ungern. Hat der Absturz eines tonnenschweren Stahlträgers in der Sturmnacht des 18. Januar der Bahn einen langfristigen Imageschaden beschert? "Der Imageschaden ist weg", sagt Leuschel kurz. Beim heiklen Thema einer Verlängerung des verkürzt gebauten Bahnhofsglasdaches, das bereits Bundestagsausschüsse beschäftigte, antwortet Bahnchef Hartmut Mehdorn persönlich - und stoisch anmutend: Das Dach sei lang genug.

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Urheberrechtsstreit mit Architekten
Es bleibt noch der Urheberrechtsstreit mit dem Architekten Meinhard von Gerkan über die Deckengestaltung im Untergeschoss. Einmal hat die Bahn vor Gericht schon verloren - sie ging in Berufung. Dazu kommt nun eine Unterlassungsklage, weil von Gerkan von einer Mitschuld der Bahn nach dem Trägerabsturz gesprochen habe. Die Klage gewann die Bahn in erster Instanz vergangene Woche vor dem Landgericht Berlin. Wer die Verantwortung für den Unfall trägt, wird erst nach dem laufenden Beweissicherungsverfahren ans Licht kommen. Für Bahnmanager wie Leuschel zählt allerdings eher, dass der neue Berliner Hauptbahnhof so viele internationale Verbindungen bietet. "Das hat kein Bahnhof in Europa", sagt er. Reisende kommen nun direkt nach Paris, Wien, Budapest, Warschau, Kaliningrad oder - bei einiger Ausdauer - sogar bis Saratov an der mittleren Wolga. Näher mag da liegen, dass Bahnkunden ein Jahr nach der Eröffnung des Hauptbahnhofs die schnelleren Städteverbindungen nach Hamburg oder Leipzig schätzen. Das Unternehmen registriert bis zu 47 Prozent mehr Kunden. Im Nahverkehr seien es bis zu 40 Prozent.

Zwischenfall bei Eröffnung fast vergessen
Der unglückselige Zwischenfall bei der Eröffnung des Hauptbahnhofs Ende Mai 2006, als ein junger Amokläufer in der Nähe mehr als 41 Zuschauer mit einem Messer angriff, ist dagegen schon fast verblasst. Keiner der Verletzten starb. Der 17-jährige erhielt inzwischen sieben Jahre Haft. Im Hauptbahnhof schweben die gläsernen Panoramalifte auch am späten Abend noch in Höhe und Tiefe. Berlin ist in ein Lichtermeer getaucht. Der Bahnhof leuchtet darin wie ein Riesenwürfel. "Ob wir hier richtig sind?", fragt ein Senior samt Koffer seine Frau im Obergeschoss irritiert. "Meine Güte, was für ein Bau", sagt sie nur.

Weitere Informationen:
Auf einer eigens für den Berliner Hauptbahnhof eingerichteten Website (www.hbf-berlin.de) finden sich unter anderem Termine für Gruppenrundgänge und ein Audioreiseführer zum freien Download.

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