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Zum Gruseln nach Berlin

04.03.2013, 11:52 Uhr | dapd

Zum Gruseln nach Berlin. In Berlin eröffnet ein "Dungeon". (Quelle: dapd)

In Berlin eröffnet ein "Dungeon". (Quelle: dapd)

In London ist das "Dungeon" längst ein Publikumsmagnet und nun kommt auch Berlin in den Genuss, sich mit einem Gruselkabinett zu schmücken. Die Attraktion eröffnet am 14. März.

Eine Frau mit zwei Gesichtern

Die Schauspielerin Sarah Zastrau hat zwei Gesichter: Das recht hübsche im Alltag, aber auch das hässlich verzerrte einer nicht eben vertrauenerweckenden Ratte, die bald mit anderen Gestalten den Gästen im Berliner Gruselkabinett Dungeon das Fürchten lehrt. Ziel ist, knapp 800 Jahren Zeitgeschichte auf populäre Art zu vermitteln. Eröffnet wird diese "Galerie der Schurken" am 14. März. Zunächst aber steht noch eine Menge Arbeit an. Die 25 Jahre alte Zastrau zum Beispiel hat an diesem Vormittag wenige Tage vor der Premiere einen Termin bei Frank Thannhäuser. Der Kostümbildner macht das, was einem Schneider eigentlich zuwider ist: Er muss seine neuen Kleider auf alt trimmen. "Die sollten dann wiederum zu reinigen sein, ohne dass die Patina abgeht", sagt er. Insgesamt schuf Thannhäuser 80 Kostüme seit August des vergangenen Jahres.

Im Banne eines Serienmörders

Die im Kabinett gezeigten Untiefen der Historie haben einen originell erzählbaren Charakter und enden 1889 bei Serienmörder Carl Großmann, erklärt der Geschäftsführer von Dungeon Berlin, Marcel Kloos. Er war bislang im Hamburger Dungeon als Schauspieler beschäftigt. Serienmörder Großmann trieb sein Unwesen vor allem in Friedrichshain. Der Fleischer soll mehr als 100 Menschen auf dem Gewissen haben, wobei ihm viele Opfer der Legende nach buchstäblich "wurscht" gewesen sind. Im wahren Leben mordete er in Berlin in den Jahren um 1920, bevor er auf frischer Tat ertappt wurde. 1922 erhängte er sich.

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Auch die anderen "Schurken" haben es in sich

Da gibt es einen verrückten Richter, der sein Publikum in die Zeit ab 1679 versetzt, wo er im Auftrag der Hohenzollern Hexen zur Verantwortung zog. Auch eine weiße Frau geht um. Darüber hinaus definiert ein Mönch des Mittelalters in seiner Folterkammer den Begriff Geschichtswerkstatt neu. "Insgesamt durchlaufen die Zuschauer neun Shows", sagt Kloos. Rund 30 Schauspieler sind dafür im Einsatz. Insgesamt hatten sich den Angaben zufolge 1000 Menschen für die Jobs beworben, von denen letztlich 300 in die engere Wahl kamen und in mehreren Durchgängen vorspielen mussten. Die Sieger werden nun vom niederländischen Schauspielleiter Michel Driesse trainiert.

Handwerkerscharen für den Bau der Gruselplätze

Neben den - unbedingt ausgebildeten - Schauspielern gibt es zahlreiche Hände hinter den Kulissen, 60 Köpfe wird das Stammteam haben. Momentan sind bis zu 150 Leute mit den Vorbereitungen beschäftigt: Im Erdgeschoss und eine Etage darüber gießen Handwerker Kopfsteinpflaster in die Plattenbau-Flure, modellieren uralte Gassen und Katakomben, zimmern einen Gerichtssaal, bauen liebevoll Folterinstrumente in die dazugehörige Kammer, löten den "Fahrstuhl des Grauens", der beide Stockwerke verbindet, und bereiten das Bett für die kleine Spree vor, auf der das Floß samt Ratte später schippert.

"Madame Tussauds" ist um die Ecke

Parallel dazu läuft eine gut geölte Marketing-Maschinerie an. Vor allem muss das Dungeon mit den durchkommerzialisierten Berliner Standorten der Eignerfirma Merlin werblich verknüpft werden. Dem Dungeon gleich sind sie nach dem Erfolgsprinzip der guten geografischen Lage angeordnet: Die Unterwasserwelt Sea Life mit dem AquaDom liegt wenige Meter entfernt in Mitte, "Madame Tussauds" Unter den Linden oder Leogoland im Sony Center am Potsdamer Platz sind in Laufweite. Alle haben eines gemeinsam: eine durchinszenierte Scheinwelt, an deren Ausgang garantiert ein üppiger Souvenirstand eingerichtet ist.

Gepfefferte Preise

Üppig sind auch die jeweiligen Eintrittspreise. Im Sea Life sind an der Kasse pro erwachsene Person 17,50 Euro fällig (Kinder ab drei 12,50 Euro). Im Wachsfigurenkabinett sogar 21,00 Euro (Kinder 16,00 Euro). Im Legoland Discovery Centre zahlt jeder ab drei 16 Euro. Im Dungeon werden 19 und 15 Euro fällig. Zum halben Preis oder gar gänzlich frei ist die Berliner Geschichte jedoch auch an vielen anderen Orten und echten Museen erlebbar noch schauriger, noch tragischer - weil authentisch.

Weitere Informationen: www.thedungeons.com

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