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Helgoland: Nordseeinsel soll verdoppelt werden

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Helgoland  

Hochseeinsel soll verdoppelt werden

10.04.2008, 12:38 Uhr

Durch die künstliche Verbindung (großes Bild) von Helgolands Hauptinsel mit der Düne könnte laut Konzept die Zukunft der Inselgemeinde gesichert werden. (Foto: dpa)Durch die künstliche Verbindung (großes Bild) von Helgolands Hauptinsel mit der Düne könnte laut Konzept die Zukunft der Inselgemeinde gesichert werden. (Foto: dpa) Mit seinem Mega-Projekt die schleswig-holsteinische Insel Helgoland zu verdoppeln, sorgt derzeit der Hamburger Investor Arne Weber für Aufsehen. Die Nordseeinsel soll mit ihrer vorgelagerten Düne verbunden werden. Die Wassermassen der ein Kilometer langen Seestraße, die die Hauptinsel von der Düne trennen, sollen weichen und Helgoland durch die gewaltige Landgewinnung zu einem Juwel der Nordsee machen.



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Helgoland soll Juwel der Nordsee für Touristen werden

Mit der Landgewinnung sollen die beiden Teile des "Hochsee-Juwels" nach fast 300 Jahren wieder verbunden werden, sagte der Sprecher von Webers Unternehmen H.C. Hagemann. Die Pläne sehen vor, die hinzugewonnene Fläche vor allem für den Tourismus zu nutzen. Ein neuer Strand an der Ostseite der Nordseeinsel, Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe, ein Golfplatz, neue Häuser und Hotels könnten entstehen. Auch lasse sich dann die Landebahn des Flughafens verlängern, um diesen auch für größere Maschinen und somit zusätzliche Besucherströme erreichbar zu machen. Bisher können Helgoland-Gäste nur mit Kleinflugzeugen oder per Schiff anreisen.

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Projekt der Superlative

"Dies ist keine Vision, es ist machbar", sagt der Unternehmer, der auf Helgoland bereits zahlreiche Projekte umgesetzt hat. Weber hat laut "Welt" sein Vorhaben genau durchgerechnet und mit einer Machbarkeitsstudie der Technischen Universität Hamburg-Harburg untermauert. So soll das Land zwischen den beiden Inselteilen durch eine rund ein Kilometer lange Spundwand gewonnen werden. Einen Sockelfelsen gebe es bereits. Die Pläne sehen dem Unternehmer zufolge eine ein Kilometer lange Stahlwand als "Bollwerk gegen die Nordwest-Strömung, gegen die Stürme" sowie Sandaufschüttungen vor. Zudem sei das Wasser an dieser Stelle lediglich sieben Meter tief. Die Arbeiten sollen zwei Jahre dauern und 80 Millionen Euro kosten. Bei einem Anschluss der Düne bekäme Helgoland etwa 100 Hektar Land dazu.

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"In neuen Dimensionen denken"

Es gebe "keine andere Chance, die Insel zu einem attraktiven Seebad zu machen", sagte Weber. Zur Finanzierung ist nach Worten des Sprechers ein Fonds "im Verbund mit anderen Investoren" angedacht. Zuerst müsse aber der politische Wille da sein. Helgolands Bürgermeister Botter sagte der Nachrichtenagentur AFP, eine solche Erweiterung Helgolands könne "Räume für die touristische Fortentwicklung" der einzigen deutschen Hochseeinsel schaffen. Bei der derzeitigen Erarbeitung eines Tourismus-Konzepts für die kommenden Jahrzehnte sei auch bereits über eine Verbindung zwischen beiden Inselteilen - allerdings in Form einer Brücke - beraten worden. "Vielleicht muss man ruhig einmal in größeren Dimensionen denken." Die Gemeinde müsse dies aber zunächst in Ruhe prüfen und dabei nicht zuletzt auch den Naturschutz sowie die zwischen beiden Inselteilen verlaufende Bundeswasserstraße berücksichtigen.

Utopie als neue Chance für Helgoland

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dietrich Austermann erklärte, die Pläne klängen "nach erstem Anschein utopisch", aber das bedeute nicht, dass sie unrealisierbar seien. Allerdings könnte eine direkte Anlegemöglichkeit für Schiffe auch eine neuerliche Diskussion über die so genannten Börteboote auslösen, die als Markenzeichen Helgolands die Besucher traditionell von den ankommenden Schiffen abholen und zur Insel bringen.

Rückgang der Besucherzahlen

Helgoland bemüht sich seit Jahren, den Rückgang der Besucherzahlen zu stoppen. Zuletzt flossen Millionen etwa in ein neues Schwimmbad - doch angesichts des schlechten Wetters und ganzer 138 Ausfalltage ohne Schiffsverbindung kamen 2007 nur gut 330.000 Tagesausflügler und Urlaubsgäste, fast ein Viertel weniger als im Vorjahr. In den 70er Jahren besuchten noch mehr als 800.000 Touristen jährlich die Insel mit dem mächtigen roten Buntsandsteinfelsen, während eines Zwischenhochs nach der Wende immerhin bis zu 725.000. Die Insel sei nun dabei, sich "für die touristische Zukunft neu zu rüsten", sagt Furtmeyer.


Kleine Insel, großer Überlebenswille

Bisher machte Helgoland eher mit Landabbrüchen, wie bei der "Langen Anna", und weniger mit Landgewinnung von sich reden. Im zweiten Weltkrieg musste der U-Boot-Stützpunkt großen Bombenangriffen trotzen. 1947 überstand das Eiland dann seinen schwersten Schicksalsschlag: die größte nicht nukleare Sprengung durch die Briten. Dabei hielt Helgoland tausenden Granaten und Bomben stand. Einer der Überbleibsel ist der Zivilschutzbunker, der heute noch besichtigt werden kann. Die damals evakuierten Helgoländer setzten sich für ihre Heimat ein und schließlich gaben die Briten das Eiland 1952 an Deutschland zurück. Als Nordseeheilbad ist der Tourismus eine der Haupteinnahmequellen der Inselbewohner. Sorge macht aber immer noch das Wahrzeichen Helgolands, die "Lange Anna". Zum Schutz vor Erosionen des freistehenden roten Felsens wurde ein 1,3 Kilometer langer Schutzwall errichtet, um die Brandung vom Felssockel fern zu halten.

Weitere Informationen

www.helgoland.de

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