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Baukonzern kämpft um Zustimmung der Bevölkerung

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Landgewinnung auf Helgoland  

Baukonzern kämpft um Zustimmung der Bevölkerung

09.05.2008, 14:03 Uhr | Reinhild Haacker, Spiegel Online, Spiegel Online

Durch die künstliche Verbindung (großes Bild) von Helgolands Hauptinsel mit der Düne könnte laut Konzept die Zukunft der Inselgemeinde gesichert werden. (Foto: dpa)Durch die künstliche Verbindung (großes Bild) von Helgolands Hauptinsel mit der Düne könnte laut Konzept die Zukunft der Inselgemeinde gesichert werden. (Foto: dpa) Nicht wenige Helgoländer dachten an einen verspäteten Aprilscherz, als vor ein paar Wochen in den Medien Computergrafiken auftauchten, die ihre zweigeteilte Insel als ein großes Eiland in der Nordsee zeigten. Zehn Millionen Kubikmeter Sand sollen auf dem Boden der Nordsee aufgeschüttet werden, um die Schwesterinsel Düne wieder mit der Hauptinsel zu vereinigen. Eine Sturmflut hatte die beiden Inselteile vor knapp 300 Jahren voneinander getrennt.



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Selbst Gemeindemitglieder erfuhren Pläne aus der Presse

"Wir sprechen nicht mehr von einer Vision, sondern es geht hier um ein konkretes Projekt", sagt Arne von Maydell, Sprecher des Hamburger Bauunternehmens HC Hagemann. Arne Weber, Bauunternehmer aus Hamburg und seit seiner Kindheit mit der Insel verbunden, hatte seine Idee am 10. April verkündet. Samt Detailzeichnungen und wissenschaftlicher Studie präsentierte sein Unternehmen die Idee einer wiedervereinigten Insel. Selbst viele Mitglieder der Gemeindespitze erfuhren von den Plänen erst aus den Medien.


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Idee lag zwei Jahre in der Schublade

"Wir haben die Gemeinde darüber informiert, aber dort lag die Idee zwei Jahre lang in der Schublade. Wir haben sie weiterentwickelt", sagt Arne von Maydell. Viele Bauvorhaben würden auf diesem Weg heute realisiert. "Anders geht es oft nicht, weil Innovationen von vornherein begraben werden", sagt Maydell. Erst als in der "Bild"-Zeitung eine Simulation der zukünftigen Elbphilharmonie in Hamburg gezeigt wurde, sei tatsächlich ein Planungsprozess in Gang gekommen.

Konzeptstudie an alle Helgoländer Haushalte

Schwarz auf Weiß sollen die Helgoländer am kommenden Wochenende erfahren, wie ernst das Unternehmen die Verdopplung Helgolands antreibt: Am Samstag soll an alle 800 Haushalte eine Konzeptstudie für einen Masterplan verteilt werden, der mögliche Details der Inselaufschüttung enthält. "Die Stimmung auf der Insel ist schon so, dass das keiner wegschmeißen wird", sagt Maydell. Auf Seite drei der Studie wird den Insulanern die internationale Strahlkraft des Projekts verdeutlicht: "Helgoland kann damit weltweit zum Modellprojekt für Regionen und Inseln werden, die durch ähnlich schwierige Voraussetzungen wie sehr begrenzte Flächenressourcen und problematische Verkehrsinfrastrukturen geprägt sind." Bis weit über die Grenzen Deutschlands hinaus werde die Bedeutung erheblich sein, heißt es dort. "Dies bezieht sich auf die CO2-schonende Umsetzung und die unabhängige Energiegewinnung, die für die Insel geplant sind", sagt Arne von Maydell.

Vorbild für weitere Inseln?

Grundsätzlich könne aber der Masterplan, zu dem auch die Sandaufschüttung gehört, Vorbild für weitere Inseln sein. "Wenn wir das Konzept haben und es erfolgreich ist, warum denn nicht?", sagt Maydell zur möglichen Übertragung auf weitere Inseln. Dass unternehmerisches Kalkül dahinter steckt, bestreitet er: Wenn es in Helgoland zu einer Entscheidung komme, werde die Sandaufschüttung im Rahmen einer Ausschreibung erfolgen. "Es heißt ja nicht, dass wir den Auftrag bekommen", sagt Maydell. Auch für die Konzeptstudie hat sich das Unternehmen übrigens wissenschaftlichen Beistand geholt: Die TU Hamburg-Harburg und das Alfred-Wegener-Institut mit der Biologischen Anstalt Helgoland sind Mitverfasser der Studie. Das Bauunternehmen erwartet, dass die Sandaufschüttung rund ein Jahr dauert. Zunächst müssten natürlich noch das Land und der Kreis Pinneberg zustimmen und alle Bedenken abgewogen werden. Maydell spielt die Größe des Projekts herunter: Die Hafen-City in Hamburg sei "um Längen größer".

Helgoländer könnten Idee mittragen

Dass die Helgoländer die Idee mittragen, gilt inzwischen nicht als unwahrscheinlich. Es gibt immer weniger Gäste und Spott, die Insel sei ein "Fuselfelsen". Die Insel hat nicht besonders viele Hotels, und die Fähren, die Tagestouristen aus Hamburg oder Cuxhaven bringen, können Helgoland bei Sturm nicht anlaufen. "Allein dadurch hatten wir im vergangenen Jahr 138 Ausfalltage", sagt Klaus Furtmeier, Tourismusdirektor der Insel. "Es ist tatsächlich so, dass wir über mehrere Jahre einen Rückgang feststellen müssen." Eine konkrete Aussage zu Webers Plänen möchte er jedoch nicht machen. "Dazu müssten wir genau wissen, was denn eigentlich in dem Plan steht. Uns liegt nicht einmal ein Antrag vor." Grundsätzlich sehe er positiv in die Zukunft einer Insel-Vergrößerung, wenn denn die Bürger entsprechend in die Planungen einbezogen werden. "Uns ist klar, dass der Eingriff so gewaltig ist, dass darüber nicht nur 13 Gemeindevertreter abstimmen sollten, sondern alle", sagt Furtmeier.

Sorge um Charme-Verlust

Dem Vorschlag, seegängige Katamarane für den Passagiertransfer einzusetzen, steht er grundsätzlich positiv gegenüber: "Jede zusätzliche Schiffsanbindung, die bei Wind und Wetter nach Helgoland fährt, wird gern gesehen. Und im Winter ist Helgoland etwas ganz Besonderes", sagt Furtmeier. Seit das Hamburger Bauunternehmen mit der Idee an die Öffentlichkeit gegangen ist, sei das Thema "Inselschnack", sagt Furtmeier. Neben einigen vorsichtig optimistischen Reaktionen gebe es aber auch besorgte - vor allem von langjährigen Helgoland-Urlaubern. "Sie haben die Sorge, dass Helgoland bald nicht mehr den Charme haben könnte, den es jetzt hat."

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