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Brandenburg  

Resttickets für Honeckers Atombunker

08.10.2008, 16:13 Uhr

Die Leitzentrale des Atombunkers (Foto: www. bunker5001.com)Die Leitzentrale des Atombunkers (Foto: www. bunker5001.com) Noch bis Ende Oktober können Besucher eines der gößten Geheimnisse der DDR aus nächster Nähe erleben: den ehemalige Atombunker der DDR-Staatsführung, bekannt unter dem militärischen Codenamen 17/5001. Doch wer dabei sein will, sollte schnell sein: Es gibt für die Touren nur noch wenige Restplätze. Wir sagen Ihnen, wie Sie an Tickets kommen; oder Sie erleben den Bunker in unserer Foto-Serie.

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Tickets für den Honeckerbunker auf www.bunker5001.com

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Resttickets sichern

Am 26. Oktober endet der Zeitraum für Besuchertouren, gegen Ende des Jahres werden alle Zugänge mit Betonplomben verschlossen. Bis dahin gibt es jedoch noch einige Touren. Die Standardtour in deutscher Sprache dauert zwei Stunden, kostet 20 Euro und freie Plätze gibt es noch an wenigen Terminen bis zum Ende des Besucherraums. Die vierstündige "Tough Guy"-Tour ist ausgebucht. Wer dabei sein will, sollte schnell auf die Buchungsseite gehen und sich sein Ticket sichern.

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Durch Schleusen und Kommandostand

Der Weg für Besucher führt zunächst durch Dekontaminationsschleusen. Nicht atomar verseuchte Politiker sollten dann einem blauen Liniensystem folgen. Eine rote Linie sollte atomar Verstrahlte in chemische Dekontaminationsduschen und Speziallabore führen. Der Kommandeursstand, der die Kontrolle des Eingangs ermöglichte, zeigt das Grundsystem, nach dem der Bunker konstruiert ist. Der schwere Metallboden hängt wie eine Schaukel mit reichlich Abstand zu den umgebenden Betonmauern an starken Federsystemen und schwankt beim Betreten wie ein Schiffsboden. Die Druckwelle eines Atomschlags hätte selbst einen etwa 85.000 Tonnen schweren Bunker angehoben und dann mit großer Wucht wieder zu Boden fallen lassen, was wohl niemand überlebt hätte. Durch die frei schwingende Aufhängung der Räume im Innern des Baus wäre die ungeheuere Beschleunigung gemildert worden.

Ein Bunker für bis zu 400 Personen

Der Atombunker entstand zwischen 1978 und 1983 im brandenburgischen Prenden (Landkreis Barnim), 40 Kilometer nördlich von Berlin. Im Falle eines atomaren Angriffs sollte er der Staatsspitze Unterschlupf geben - allen voran Erich Honecker, dem Ex-Bunker-Besitzer und Staats- und Parteichef der DDR. Der Bunker ist etwa 49 Meter breit, 65 Meter lang und 24 Meter hoch. Im Fall des atomaren Angriffs hätten in den 170 Räumen bis zu 400 Menschen zwei Wochen lang überleben können. Die eigentliche dreigeschossige Überlebenskapsel ist ein stählernes Haus inmitten des Bunkers, das beweglich an einer Stahlkonstruktion an der Bunkerdecke hängt. Wären die Stahlseile durch die Wucht der Druckwelle geborsten, wäre die Konstruktion auf mit Stickstoff gefüllte Prallkissen gefallen und zudem durch eine Vielzahl russischer Spezialdämpfer gebremst worden. Der Bunker galt als technische Meisterleistung und war das wohl aufwendigste Bauwerk seiner Art im gesamten Ostblock.

DDR-Staatschef war nicht begeistert

Der Bunker ist für Besucher nur noch notdürftig beleuchtet - Schrottdiebe haben fast die gesamte Verkabelung sowie einen Großteil des Rohrsystems mitgehen lassen. Trotz der Plünderer ist noch viel vom ranzigen Charme des sozialistischen Bauwerks erhalten geblieben, das mit 300 Millionen Mark zu den teuersten in der DDR gehörte - etwa der aus russischer und DDR-Technik zusammen gebastelte Dispatcherraum, der mit grauen Pulten und Schaltkästen ausgestattet war und das Kontrollzentrum des Bunkers bildete. DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker war von der die Vorstellung, seine Staatsgeschäfte von hier aus führen zu müssen, offenkundig nie angetan. Zur Fertigstellung des Bunkers soll er ein einziges Mal für 20 Minuten vorbeigeschaut haben und sich danach in dem mit Wachtürmen abgeriegelten Kiefernwald nie wieder blicken lassen.

Weitere Informationen
Wer den Bunker bis zum 26. Oktober besuchen will, kann online unter www.bunker5001.com eine Führung in Deutsch oder Englisch buchen. Er liegt eine Autobahnabfahrt nördlich der ehemaligen Politbürosiedlung Wandlitz rund 40 Kilometer von Berlin entfernt. Stationen sind unter anderem die Anlagen zur Entseuchung der Personen, die Leitzentrale, die Großküche sowie die für die Unterbringung der DDR-Staatsführung vorgesehenen Räume. Bei längeren Touren stehen auch die Lüftungsschächte und Maschinenräume auf dem Programm.

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