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"Hessisch-Atlantis": Die versunkenen Dörfer im Edersee

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Edersee  

Die versunkenen Dörfer im Edersee

05.09.2008, 15:39 Uhr | dpa

Edersee: Durch das Niedrigwasser kommt der ehemalige Ort Berich wieder zum Vorschein. (Foto: Walter Schauderna)Edersee: Durch das Niedrigwasser kommt der ehemalige Ort Berich wieder zum Vorschein. (Foto: Walter Schauderna)Von weitem sieht es aus wie ein Geröllfeld am Rande eines Sees. Doch wenn man näherkommt, erblickt man Mauern, Wege, einen Tordurchgang. Noch näher, und man sieht einen gepflasterten Weg, auf dem, so scheint es, seit hundert Jahren niemand mehr gegangen ist. Weil der Edersee derzeit so leer wie selten ist, tauchen die alten Dörfer wieder auf, die vor einem Jahrhundert vom Stausee überspült wurden. Das "Hessisch-Atlantis" zeigt sich dem staunenden Besucher vielleicht zum letzten Mal: Künftig soll es einen so leeren Edersee nicht mehr geben. Sehen Sie sich die versunkenen Schätze in unserer Foto-Serie an.

Ein Video zum Edersee können Sie sich im rechten Bereich ansehen.

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Wasser des Edersees wird in die Weser abgelassen

Fast 200 Millionen Kubikmeter Wasser passen in den Edersee. In Badewannen abgefüllt ergäben diese 200 Milliarden Liter eine Wannenpolonaise, die 50 mal um die Erde reicht. Doch derzeit ist nicht einmal mehr ein Viertel des Wassers im Staubecken und Hessens größter See wird täglich kleiner. Weil ein Schwertransport auf der Weser mehr Wasser unter dem Kiel braucht, lässt das Schifffahrtsamt den Edersee ablaufen - zum Unmut der Touristikbranche: "Die Segler müssen aus dem See und die teuer aufgeschütteten Kiesstrände sind plötzlich 50 Meter vom Ufer entfernt. Noch vor einem Jahr lief der See sogar über - zum ersten Mal in einem Sommer seit 50 Jahren."

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Der See legt seine Schätze frei

Doch während Harald Plünnecke, Bürgermeister der Anrainergemeinde Vöhl, noch schimpft, hat er schon die Zeichen der Zeit erkannt. "Der See legt plötzlich wieder seine Schätze frei", schwärmt er und verweist auf die untergegangenen Dörfer, die sich wieder zeigen. Noch bevor das Ablassen des Wassers überhaupt begonnen hatte, warb er schon mit einem Faltblatt für das "Edersee-Atlantis". "Wir haben für zusätzliche Parkplätze und mehr Informationstafeln gesorgt", sagt der rührige Bürgermeister. "Für die nächsten Wochen erwarten wir 100.000 Besucher." Normal sind 20.000.


Touristen hoffen versunkene Dörfer zu sehen

Wer hofft, dass komplette Dörfer aus den Fluten aufsteigen, wird enttäuscht. Die meisten Häuser wurden vor 100 Jahren abgetragen, eine Kirche sogar komplett versetzt. "Ein bisschen enttäuscht bin ich schon", sagt Rudolf Will. Der Fuldaer ist mit seiner Frau Brigitte extra die 120 Kilometer gefahren, um die sonst umspülten Ruinen zu sehen. "Wir waren vor 40 Jahren das letzte Mal hier. Wahrscheinlich kommen wir jetzt schon in zwei Tagen wieder, weil dann mehr zu sehen ist." Denn jede Sekunde rauschen 60 Kubikmeter Wasser aus dem Edersee - fast 500 Badewannen, Sekunde für Sekunde. Meterweit schießt die strahlend weiße Gischt aus der mannshohen Öffnung in der Mauer, obwohl sie schon von einem tonnenschweren Turbinenrad im Kraftwerk gebremst wird. Das Rauschen ist Hunderte Meter weit zu hören.


Busladungen voller Touristen

Als die Ruinen das letzte Mal zu sehen waren, bescherte das dem Edersee ein Verkehrschaos. Auch jetzt kommt Rüdiger Hattwich kaum zum Arbeiten: "Das Telefon klingelt dauernd. Die Leute fragen, ob die Ruinen schon da sind", sagt der Besitzer des Terrassenhotels am Edersee. Sein Haus sei, trotz Nachsaison, voll: "Ganze Busladungen kommen jetzt zum See. Sogar aus Holland und Belgien."

"Waldecker San Remo" taucht langsam auf

In einer Bucht an der Eder lag früher Berich. Das hübsche Dörflein wurde von einem Augustinerinnen-Kloster bestimmt - bis vor hundert Jahren mit dem Bau des Staudamms das Wasser kam. Die Kirche wurde 30 Kilometer weiter wieder aufgebaut, die Klostermauern stehen heute noch. "Fast 2500 Obstbäume gab es hier", sagt Gudrun Dietrich-Simon und geht durch einen Torbogen, der sonst unter Wasser liegt. "Das muss wunderschön gewesen sein, das nannte man hier das "Waldecker San Remo", sagt die Frau, die eigentlich Naturparkführerin ist.

Weitere Informationen
Im Internet: www.edersee.com, www.edersee.de, die Ederseetouristik bietet mittwochs, samstags und sonntags in Berich (Treffpunkt Denkmal) und in Asel (Treffpunkt Bootsanleger) jeweils ab 10:30 Uhr und ab 15 Uhr Führungen an.

Video Quelle: HNA online.

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