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Restaurierter Kanzlerbungalow ein voller Erfolg

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Bonn  

Restaurierter Kanzlerbungalow ein voller Erfolg

16.09.2009, 17:25 Uhr

. Die Terrasse am ehemaligen Kanzlerbungalow in Bonn (Foto: dpa)

Die Terrasse am ehemaligen Kanzlerbungalow in Bonn (Foto: dpa)

"Es war gar keine Atmosphäre", erinnert sich Helmut Kohl (CDU) an sein langjähriges Heim in Bonn - den Kanzlerbungalow. Im Privatbereich hätten seine Söhne auf Gummimatratzen schlafen müssen, da für Betten nicht genug Platz gewesen sei. Es sei eher "ein absurdes Bauwerk" als eine für einen Kanzler angemessene Wohnung. Dafür hat es Kohl aber lange darin ausgehalten - gut 15 Jahre. Er wollte selbst dann nicht ausziehen, als er 1998 schon abgewählt war. Seit Mai 2009 kann sich jeder selbst ein Urteil bilden und das haben auch einige getan - 12.000 Besucher haben den Kanzlerbungalow bisher besichtigt. Führungen sind bis zum Ende des Jahres komplett ausgebucht. Geplant ist aber auch im nächsten Jahr wieder ein Tag der offenen Tür, an dem wieder einige Tausend Besucher erwartet werden. Werfen Sie einen Blick in den Kanzlerbungalow in unserer Foto-Serie.

Berühmte Gäste: Von Queen Elizabeth bis Michail Gorbatschow

Mit Mitteln der Wüstenrot-Stiftung wurde das denkmalgeschützte Haus in den vergangenen zwei Jahren in Abstimmung mit dem Kanzleramt saniert und renoviert. Nun nimmt das Haus der Geschichte den Kanzlerbungalow mit einer Dauerausstellung in sein Besucherprogramm auf und plant Veranstaltungen, wie Museumschef Hans Walter Hütter bei einer Vorbesichtigung in Bonn ankündigte. Der Kanzlerbungalow sei "ein einzigartiges Zeugnis der politischen Geschichte der Bundesrepublik", sagte Hütter. Staatsoberhäupter tafelten hier, Wahlsiege wurden begossen, Krisen und Koalitionen besprochen. Bilder und Dokumente im Eingangssaal erinnern etwa an Aufenthalte der britischen Königin Elizabeth II. oder des sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow.

Aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Anders als Wohn- und Amtssitze in vielen anderen Staaten sollte der Kanzlerbungalow kein Symbol politischer Macht sein. Architekt Sepp Ruf (1908-1982) wollte ein weltoffenes Haus für Austausch und Begegnung. Der 225-Quadratmeter-Bungalow mitten in einem großzügigen Parkgelände mit Blick auf den Rhein besteht aus zwei quadratisch gegeneinander versetzte Atriumbauten. Viel Glas sorgt für Licht und Zugang zu Natur. Ein Jahrzehnt lang stand der unscheinbare Flachbau leer. Seiner früheren Funktionen beraubt, verharrte das Eigentum des Bundes im Dornröschenschlaf. Für die Instandsetzung wandte die Wüstenrot- Stiftung rund 2,2 Millionen Euro auf - das ist doppelt so viel wie seinerzeit der gesamte Neubau kostete.

Wohnsitz von Kiesinger, Schmidt und Kohl

Unions-Kanzler Ludwig Erhard hatte sich mit dem 1964 errichteten Bungalow auch seinen Traum von der Moderne erfüllt. Der Bungalow ergänzte seine Amtsräume im benachbarten klassizistischen Palais Schaumburg, trug ihm aber auch Kritik ein ("Palais Schaumbad" oder "Ludwigslust"), obwohl es außer einem kleinen Pool keine baulichen Extravaganzen gab. Die Einrichtung wirkt kühl und funktional. Erhard schätzte die moderne Architektur des Gebäudes, führte dort Gespräche und empfing oft Gäste. Nach dem Geschmack von Kanzler Willy Brandt war das verglaste Stahlskelett nicht. Mit seiner Frau Rut und seinen Söhnen blieb der Ex-Außenminister lieber in der Dienstvilla des Auswärtigen Amtes auf dem Bonner Venusberg und nutzte nur die repräsentativen Räume. Helmut Schmidt zog 1974 als neuer Hausherr ein und belebte mit seiner Frau Loki die Tradition des Wohnens im Bungalow. Wie Brandt hielt es später auch Gerhard Schröder 1998/99. Den privaten Teil bewohnte eine Zeit lang noch der abgewählte Kohl. Für die dort genutzte Fläche von 142 Quadratmetern mussten die Kanzler sogar Miete zahlen. Und obwohl es nichts Großartiges gewesen sei, sei es doch "sehr teuer" gewesen, klagte Kohl.

Weitere Informationen: Kanzlerbungalow Adenauerallee 143, Bonn. Zutritt im Rahmen von Gruppenbegleitungen: Anmeldungen über den Besucherdienst, Tel.: 0228/9165-400, besucher@hdg.de, Turnusbegleitung für Einzelbesucher: jeweils sonntags, 14 Uhr. Bitte Personalausweis bereithalten. Treffpunkt Haus der Geschichte, Foyer.

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