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Urlaub Hamburg: Mit Olivia Jones durch St. Pauli

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St. Pauli  

Mit Olivia Jones auf Safari

22.07.2009, 09:32 Uhr | dpa-tmn

Olivia Jones zeigt Besuchern ihr St. Pauli (Foto: dpa)Olivia Jones zeigt Besuchern ihr St. Pauli (Foto: dpa)

St. Pauli ist schon lange nicht mehr Hamburgs Schmuddelviertel. Die Zeiten, als die Reeperbahn dafür bekannt war, dass Seeleute hier die Nächte durchmachten, den Zapfhahn in ständiger Bewegung hielten und selten allein ins Bett gingen, sind vorbei. Trotzdem ist die "geile Meile", wie Udo Lindenberg die Reeperbahn besingt, eine von Hamburgs wichtigsten Touristenattraktionen. Wer St. Pauli kennenlernen will, schließt sich am besten einer Stadtführung an, von denen es etliche gibt - auch die der etwas anderen Art.

Mit Deutschlands bekanntester Drag Queen durch St. Pauli

Dazu zählen etwa die "Kurschattenführungen" über die Reeperbahn, vorbei am Panoptikum, dem Schmidt Theater und dem berühmten Polizeirevier Davidwache oder auch die "Historische Hurentour". Bei "Olivias Safari" zieht "Deutschlands bekannteste Drag Queen" Olivia Jones durch St. Pauli. Sorgen machen, dass jemand sie aus den Augen verlieren könnte, muss sie sich kaum: Zwei Meter groß, kniehohe rote Lackstiefel, rote Tasche in Herzform und ein Minikleid in gleicher Farbe - mehr auffallen geht auch rund um die Reeperbahn kaum.

Start am Beatlesplatz

Ihre Gäste hat Olivia Jones am Beatles-Platz getroffen, direkt vor dem neuen Museum "Beatlemania", das an die frühen Hamburger Jahre der Kultband um John Lennon und Paul McCartney erinnert. Der Platz an der Reeperbahn hat die Form einer riesigen Schallplatte, an einer Seite stehen die Silhouetten der vier Beatles aus Metall. Gespielt haben sie gleich um die Ecke, im "Indra" und im "Star-Club", wo in den 60er Jahren etliche Größen der Rockszene ein- und ausgingen.

Ein O-Saft für 75 Euro

Bei den Führungen von Olivia Jones geht es allerdings nur am Rand um Musik. "Wir machen gleich eine schöne Kieztour, ihr Mäuse", verspricht sie ihrer Gruppe. Als erstes steht die Große Freiheit auf dem Programm, die berühmte Straße quer zur Reeperbahn. Vor allem am Freitag und Samstag schieben sich oft Besuchermassen am "Dollhouse" vorbei, "einem der besten Table-Dance-Läden", wie Olivia beteuert. Oder es geht zum "Safari", das vor langer Zeit für seine Sex-Shows berühmt wurde. "Das gibt hier Läden, da kostet der O-Saft 75 Euro. Man sollte schon auf die Preisliste gucken", empfiehlt Olivia Jones.

Auch eine katholische Kirche steht auf dem Programm

Aber auch gewöhnliche Kneipen gibt es eine Menge und Clubs wie "Große Freiheit 36" oder das "Grünspan", die auch für viele ausländische Bands attraktive Adressen sind. Für Karaoke-Fans empfiehlt Olivia die "Thai-Oase". Amüsieren wird in der Straße, die der Hans-Albers-Film "Große Freiheit Nr. 7" bekanntgemacht hat, immer noch großgeschrieben - aber die Tour mit Olivia Jones macht auch an St. Joseph halt, Hamburgs katholischer Kirche mitten im Kiez.

Promis in der "Ritze"

Nicht weit von der Kirche entfernt ist die Heilsarmee zuhause. Vor dem Eros-Center um die Ecke ist gerade der Notarztwagen vorgefahren. Olivia stiefelt ihrer Gruppe voran in die "Ritze". Die Wände hängen voll mit Fotos von Promis, die schon mal hier waren: Freddy Quinn und Karl Dall, Hape Kerkeling und Olli Dittrich, Ben Becker und Dariusz Michalczewski natürlich, der "Tiger". Denn die "Ritze" war und ist eine klangvolle Adresse für Boxfans. Der Boxring ist im Keller, die Temperaturen dort sind schweißtreibend. Olivia lässt ihre Gruppe einen Blick aufs Training werfen. Zwei Boxer mit beachtlichen Oberarmen federn über den Boden und lassen rechte Haken schwingen.

Hans-Albers-Platz: Muss für jeden Kiezbummel

Die Augen müssen sich draußen erst wieder ans Tageslicht gewöhnen. Olivia Jones führt ihre Gruppe an der Reeperbahn entlang zum "Pulverfass", der "besten Travestie-Show der Republik", und gleich danach in ein Schuhgeschäft, in dem etwas ausgefalleneren Modelle zu bekommen sind - darunter Schuhe, bei denen Männer sich nicht mehr vorstellen können, wie Frauen damit laufen können. Ein Muss für jeden Kiez-Bummel ist der Hans-Albers-Platz, auf dem inzwischen ein von Jörg Immendorff gestaltetes Denkmal des Hamburger Schauspielers steht. Der hat mit seinem Evergreen "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" St. Pauli schließlich schon in den 40er Jahren besungen, eher schief als schön. Aber in der Sache hatte er Recht.

Weitere Informationen:

Hamburg Tourismus (Tel.: 040/300 51 300, E-Mail: info@hamburg-tourism.de; www.hamburg-tourismus.de).

Die Stadtrundgänge "Olivias Safari" finden von Februar bis einschließlich Dezember jeden Freitag und Samstag statt. Tickets mit Olivia Jones sind ab 44 Euro zu haben. Wegen des großen Andrangs empfiehlt sich eine frühe Buchung. Buchungsmöglichkeit auf www.olivia-jones.de

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