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Gefängnishotels in Deutschland: Hier saß Honecker ein

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Gefängnishotels in Deutschland  

In diesem Haus saß schon Honecker ein

19.08.2016, 13:42 Uhr | Verena Wolff, dpa-tmn

Gefängnishotels in Deutschland: Hier saß Honecker ein. "Das Andere Haus VIII" liegt im Berliner Stadtteil Lichtenberg. Das Hotel, das einmal ein Gefängnis war, liegt direkt an der Rummelsburger Bucht. Honecker war hier eine Nacht Insasse. (Quelle: dpa)

"Das Andere Haus VIII" liegt im Berliner Stadtteil Lichtenberg. Das Hotel, das einmal ein Gefängnis war, liegt direkt an der Rummelsburger Bucht. Honecker war hier eine Nacht Insasse. (Quelle: dpa)

Einmal zu Gast im Knast: In einigen deutschen Städten wurden verfallende Gefängnisse zu Hotels - manche mit beeindruckender Geschichte. Für Menschen mit Klaustrophobie sind aber gerade die Einzelzellen nichts. Wir zeigen die Knasthotels auch in unserer Foto-Show.

Gefängnishotel Berlin: Hier saßen kurz Honecker und Mielke ein

Im Osten Berlins liegt "Das andere Haus VIII" - heute ein Hotel mit fünf minimalistisch eingerichteten Zimmern. Vor fast 140 Jahren wurde der Bau als "Arresthaus für männliche Corrigenden" errichtet, zu DDR-Zeiten war es die Krankenstation des Gefängnisses Rummelsburg. "Seehotel" nannte man das Haus einst spöttisch, denn der gesamte Komplex liegt an der Rummelsburger Bucht mit Blick auf die Halbinsel Stralau.

Zu den letzten kurzfristigen Insassen des Gefängnisses gehörten die SED-Größen Erich Honecker und Erich Mielke. Honecker saß 1990 ein, allerdings nur für einen Tag. Zwischen 2005 und 2007 wurde das Haus renoviert, seither werden fünf frühere Zellen vermietet - allerdings ohne Gitter vor den Fenstern.

Amberg: Eine Zelle ist nichts für schwache Nerven

Dick sind die Wände, die Fenster von Natur aus nicht besonders groß. Und noch dazu: vergittert. Die Fronfeste ist ein Teil der historischen Amberger Stadtmauer. Aus dem früheren Gefängnis ist ein schickes Hotel geworden.

Eine Dunkelzelle ist noch erhalten, auch als Erinnerung daran, wie es früher hier war: Kein Licht, kein Fenster, alle drei Tage nur Wasser und Brot. In den anderen Zellen auf dem langen Gang kann man heute die schweren Holztüren auf- und zusperren - mit dem eigenen Schlüssel. Zehn Quadratmeter ist eine Einzelzelle groß, schick eingerichtet und mit einem gläsernen Bad versehen. Zelle 12 allerdings ist nichts für schwache Nerven - hier sind das Waschbecken und die Toilette aus Stahl, und die Dusche wird nur durch einen Vorhang abgetrennt.

Bedrückend allerdings ist es in allen Zellen auf diesem Gang, vor allem, wenn draußen die Sonne scheint. Zwar sind die Decken recht hoch, aber die kleinen Fensterchen auch. Für Menschen mit Platzangst gibt es allerdings noch die Zimmer im ersten Stock. Die sind größer und haben richtige Fenster. Dort gibt es Suiten und Themenzimmer. Die Direktoren-Suite ist die größte Räumlichkeit im Gebäude: zwei Zimmer, 33 Quadratmeter. Dort lebte früher der Gefängnisdirektor.

Thüringen: Altes Gebäude, moderne Einrichtung

Im thüringischen Meiningen gibt es sogar ein Hotel ähnlichen Namens, die "Fronveste". Das Gefängnis wurde im Jahr 1845 gebaut, aber schon ein paar Jahre später reichte die Kapazität nicht mehr. Ein Anbau aus Backstein kam hinzu, der Knast wurde dann auch als Amtsgerichts- und Landgerichtsgefängnis genutzt. Bis 1963 war er in Betrieb.

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Vor rund einem Jahrzehnt begann der Umbau zu einem Hotel. Die Wände von Zellen wurden durchgebrochen, damit größere Räume entstehen. Es gibt 39 Zimmer, alle modern eingerichtet. In der "Fronveste" finden zahlreiche Veranstaltungen statt - zum Beispiel ein Knastessen mit Sträflingsanzügen.

Petershagen: Einrichtung fast wie früher

Auch in Petershagen (Nordrhein-Westfalen) können Besucher im alten Gefängnis schlafen. "Vier Zweierzellen und eine Sechserzelle warten auf müde Touristen", sagt Annette Schumann, Vorsitzende des Vereins Rast im Knast, der das Hotel betreibt. Das Gebäude ist mehr als 100 Jahre alt, bis 1978 saßen hier noch Verbrecher ein. "Aber nur kleine Jungs, keine schweren."

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, die Zellentüren sind noch original und die Einrichtung ist fast so wie früher. Frühstück bekommen die "Insassen" in der Gaststätte "Zur freien Zelle", die sich im Gebäude des Alten Amtsgerichtes befindet.

"Amtsrichter" in Hillesheim und "Alcatraz" in Kaiserslautern

Auch in Hillesheim in der Vulkaneifel gibt es noch schwere, eisenbeschlagene Türen und wuchtige Mauern: Dort ist das Knasthotel im früheren "Königlich Preußischen Amtsgericht zu Trier in Hillesheim" untergebracht, das im Jahr 1860 erbaut und 107 Jahre später zum Hotel "Zum Amtsrichter" wurde.

In Kaiserslautern hat ein Hotel eine Anleihe am Namen eines der berühmteste Gefängnisse der Welt genommen: Das Hotel "Alcatraz" ist in der einst maroden Justizvollzugsanstalt neben dem Japanischen Garten entstanden. 57 Zimmer gibt es in dem Hotel, darunter 36 Zellen mit schweren Eisentüren, Gittern vor den Fenstern und Waschbecken und Toilette im Zelleneck - ohne Abtrennung. Es geht auch gemütlicher, 20 Räume sind als Komfortzimmer oder Suiten eingerichtet. Man kann sich sogar mit einem ausrangierten Gefangenenbus vom Flughafen oder Bahnhof abholen lassen und bekommt echte Sträflingskleidung. Die Geschäftsführer des Hotels sind übrigens zwei Rechtsanwälte.

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