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Brandenburg: Den Spreewald vom Wasser aus entdecken

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Grünes Venedig: Den Spreewald vom Wasser aus entdecken

20.04.2011, 16:18 Uhr | dpa-tmn

Brandenburg: Den Spreewald vom Wasser aus entdecken. Grünes Venedig: Den Spreewald vom Wasser aus entdecken (Foto: dpa)

Grünes Venedig: Den Spreewald vom Wasser aus entdecken (Foto: dpa)

Der Spreewald ist der grüne Dschungel unweit von Berlin. Dort lassen sich Kraniche und Fischotter beobachten, Libellen sowieso. Die schönste Art, die ungewöhnliche Region zu erkunden, ist eine Fahrt mit dem Holzkahn. Motorkraft ist dabei verpönt. Sehen Sie sich eine Spreewald-Tour in unserer Foto-Show an.

Spreewald ist UNESCO-Biosphärenreservat

Libellen surren übers Wasser, am Ufer ziehen dichte grüne Büsche vorbei. Eine junge Entenfamilie schwimmt nah am Holzkahn entlang: Der Spreewald liegt nur rund eine Stunde Autofahrt südlich von Berlin und könnte dem Trubel der Hauptstadt nicht viel entfernter sein. Insgesamt rund eintausend Fluss-Kilometer ziehen sich durch kaum bewohntes Gebiet und machen den Spreewald zu einer in Mitteleuropa wohl einzigartigen Region. Sie ist seit rund 20 Jahren sogar ein UNESCO-Biosphärenreservat. Besonders gut lässt sich dieses "Grüne Venedig" mit seinen vielen seltenen Tierarten wie Fischottern, Kranichen und Störchen bei einer Fahrt über die Fließe erkunden, beispielsweise mit einem Paddelboot oder einem Holzkahn. Bei einer der rund um Lübbenau angebotenen Kahntouren kann man sich bequem in das Innere des Spreewaldes, den Hochwald, fahren lassen. Ein dröhnender Motor ist dafür nicht nötig. Stattdessen bewegt der Fährmann den Kahn mit manchmal mehr als 20 Besuchern vorwärts. Immer wieder zieht der "Spreewald-Gondolier", wie Theodor Fontane ihn einst bezeichnete, seine lange Eschenholzstange bedächtig aus dem Wasser, stößt sie ein Stückchen weiter erneut in den Boden und stemmt sich dagegen.

Erholung für geplagte Großstadtseelen

"Vorsicht!", ruft der Gondolier schelmisch gleich zu Beginn. "Bei Durchfahrten unter der Brücke bitte auf Arme und Beine aufpassen - wir haben keine Ersatzteile dabei." Die gute Stimmung ist gesichert. Nun geht es langsam voran, sehr langsam. Das ist nicht nur für geplagte Großstadtseelen eine Erholung. Schließlich bleibt so Zeit, sich in Ruhe umzusehen und etwas über die Region zu erfahren. Der Legende nach soll der Teufel an der Schaffung des Spreewaldes beteiligt gewesen sein: Eines Tages pflügte er mit seinen Ochsen das Bett der Spree um, bis diese müde und langsam wurden. Das ärgerte den Teufel, und er brüllte sie an. Das jedoch erschreckte die Ochsen so sehr, dass sie wild wurden und durchgingen. Die Tiere stürmten mit dem Pflug wild hin und her - und schufen so die kleinen Arme der Spree, die zahlreichen Fließe. So geht die Legende.

250 Kilometer Wasserstraßen

Forscher haben eine andere Erklärung. Demnach bildete sich der mehr als 48.000 Hektar große Spreewald nach der letzten Eiszeit. Als das Schmelzwasser abzog, schwemmte es Sand in die Region. Dadurch bildeten sich kleine inselartige Erhöhungen, auf denen Siedlungen entstehen konnten. Die Spree teilte sich außerdem rund um diese sandigen Erhöhungen in hunderte Wasserarme und ließ so das große Fließlabyrinth entstehen. Vieles davon steht heute unter Naturschutz. Teilbereiche sind jedoch auch befahrbar: Auf rund 250 Kilometern kann man sich mit dem Boot durch Wälder, weite Wiesen und kleine Siedlungen mit Holzhäusern treiben lassen. Eine Kahnfahrt ist nur eine Möglichkeit. Dabei entdecken Besucher allerdings meist nur einen kleinen Ausschnitt des Spreewaldes, fahren die Fährmänner mit den Besuchsgruppen doch oft über feste Routen und steuern dabei häufig ein auch Ausflugslokal mitten im Grünen an.

Tour mit dem Paddelboot

Außerdem kann es auf den größeren Wasserwegen insbesondere im Sommer etwas voller werden. Wer mehr Ruhe will und nichts gegen ein sportliches Training der Arme hat, kann sein eigenes Paddelboot mitbringen oder bei einem der zahlreichen Anbieter eines ausleihen. Auf diese Weise lassen sich noch abgelegenere Wasserläufe erkunden, die man vor allem mit Fröschen oder Enten teilt. Wie auch immer: Bei den Fahrten durch die Lagunenlandschaft fallen immer wieder Kähne auf, die am Rand im Wasser versenkt sind. Kaputt sind sie jedoch nicht, wie der Kahnführer beim Vorbeigleiten erzählt: Etwa einmal im Jahr werden sie zunächst geteert und dann im Wasser versenkt. "Dadurch sind die Risse und Nähte im Holz wieder richtig dicht und gegen eindringendes Wasser geschützt."

Sogar die Müllabfuhr nutzt die Kähne

Die Kähne sind aber auch im Alltag wichtig für viele Bewohner des Spreewalds: In Gegenden, wo kein einziger Weg von einer der Hauptstraßen aus hinführt, holt die Müllabfuhr den Müll mit Kähnen. Auch die Polizei ist dann auf den Wasserweg angewiesen. Die Post kommt ebenfalls mit einem - gelben - Kahn und wird an jedem Grundstück in Briefkästen am Ufer eingeworfen. Doch auch für Bauarbeiten an den Häusern und die Ernte auf den Feldern sind Kähne wichtig. Denn so ein Kahn kann sehr schwere Lasten tragen. So werden Heuberge und teilweise sogar Traktoren über die kleinen verzweigten Spreearme transportiert.

Lübbenau ist die "Stadt der Gurken"

Für Besucher ebenfalls interessant ist die Kultur der Sorben der Gegend, die es geschafft haben, ihre Sprache und Bräuche zu erhalten. So leben in der Region noch immer mehrere tausend Sorben. Für sie erscheinen sorbische Zeitungen und ihre Kinder gehen in Kindertagesstätten und Schulen, an denen sie die Sprache ihrer Vorfahren lernen. Vor allem bei den traditionellen Festen können Besucher dieser Kultur näherkommen. Viele Sorben tragen dann ihre typische Tracht, die mit bunten Stickereien verziert ist. Deutlich bekannter sind sicherlich die Gurken, für die der Spreewald weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt ist. Vor allem Lübbenau gilt dabei als "Stadt der Gurken", deren Gurkeneinlegereien oft eine über 100 Jahre alte Tradition haben. Wer mag, kann einem der ausgeschilderten Radwege wie der "Lübbenauer Gurkentour" folgen und mehr über die Spreewaldgurke und den Anbau der Gewürzkräuter erfahren. Wer sich jedoch nach einer Kahn- oder Paddeltour einfach nur stärken will, ist zurück in Lübbenau an der "Gurkenmeile" richtig: Mehrere Händler bieten dort unterschiedliche Geschmacksrichtungen an - einzeln auf die Hand oder gleich im Vorratsglas für Zuhause.

Weitere Informationen

Tourismusverband Spreewald, OT Raddusch, Lindenstraße 1, 03226 Vetschau, Tel.: 035433/722 99, E-Mail tourismus@spreewald.de, www.spreewald.de

Die Kahnfahrten vom Großen Spreewaldhafen in Lübbenau starten etwa von März bis Oktober täglich ab etwa 9:30 Uhr. Es werden mehrere Touren von unterschiedlicher Dauer angeboten. Die meisten starten ohne feste Abfahrtszeiten, sondern sobald der Kahn voll besetzt ist. Informationen gibt es am Großen Spreewaldhafen unter +49 3542 2225. In der Region gibt es weitere Häfen, zum Beispiel in Lübbenau nahe des Großen Spreewaldhafens sowie in den Orten Lübben und Burg.

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