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Ahrweiler und Harnekop: Die Regierungsbunker erkunden

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Faszination Bunker: Abtauchen in Deutschlands Unterwelt

17.01.2011, 14:39 Uhr | sew, t-online.de

Ahrweiler und Harnekop: Die Regierungsbunker erkunden. Der NVA-Bunker Harnekop liegt rund 30 Kilometer östlich von Berlin. (Foto: dpa)

Der NVA-Bunker Harnekop liegt rund 30 Kilometer östlich von Berlin. (Foto: dpa)

Sie bergen Geheimnisse, machen neugierig und regen die Phantasie über längst vergangene Zeiten an. Eigentlich als Hochsicherheitsanlagen für den absoluten Notfall gebaut, lassen sich heute viele Bunkeranlagen in Deutschland besichtigen. In Rheinland-Pfalz kann man zum Beispiel auf der "Eifel-Bunker-Tour" gleich zwei ehemalige Geheimnisse der BRD erkunden. Sehen Sie sich die spannenden Bunkeranlagen auch in unserer Foto-Serie an.

Zwei Regierungsbunker an einem Tag

Los geht die "Eifel-Bunker-Tour" im Regierungsbunker von Ahrweiler, wo einst schon Helmut Schmidt und Ludwig Erhardt in die Tiefe hinabstiegen. Vorbei an den 25 Tonnen schweren Toren führt der Weg hinein in den Kuxberg. Zu Fuß erkunden Besucher die Bunkeranlage inklusive Technikräume und Duschtrakt. Beeindruckend ist vor allem aber diese Zahl: 139.499,30 Euro - soviel kostete jeder Meter, den man im Regierungsbunker von Ahrweiler zurücklegt. Die Regierung investierte knapp 28 Millionen Euro in den Hochsicherheitsbunker. Mit dem Bus fahren die Besucher zum nächsten ehemaligen Geheimnis der Bundesrepublik. Das 1000 Quadratmeter große Areal des Ausweichsitz in Urft erstreckt sich über vier Etagen. Gebaut während des Kalten Kriegs sollten im Notfall von hier die Staatsaufgaben weiter geführt werden. Unvergesslich wird das Bunkererlebnis wenn die Besucher selbst auf Drehscheiben eine Telefonnummer im Bunker anwählen und sehen und hören können, wie die Verbindung aufgebaut wird.

NVA-Bunker Harnekop

Nur rund 30 Kilometer nordöstlich von Berlin liegt die heute abbruchreife NVA-Kasernenanlage. Auch die Existenz dieser Anlage unterlag strenger Geheimhaltung. Denn der Führungsbunker des damaligen Ministeriums für Nationale Sicherheit sollte im Notfall wichtigste Koordinierungsstelle zwischen NVA und dem Vereinten Oberkommando der Warschauer Vertragsstaaten sein. Das aus drei Stockwerken bestehende Bauwerk wurde zwischen 1971 und1976 gebaut. Unter einem vermeintlichen Schulungszentrum verbirgt sich der Zugang zum Bunker. 95 Stufen führen in die Tiefe. Mehrere tonnenschwere, speziell gesicherte druck- und gasdichte Türen machen den Weg durch bis drei Meter dicke Wände frei. Unter der Erde befinden sich die Kommando- und Arbeitsbereiche für das operative Personal, Lagekarten, Sitzungszimmer, Schaltzentralen und die Räume für den Minister. In der mittleren Etage sind die Küche und Kantine sowie mehrere Speise- und Schlafräume zu sehen. Die 3. Etage gehörte allein der Technik. Führungen können ab fünf Personen angemeldet werden.

Geheimbunker der Bundesbank

Im Kalten Krieg war es ein Staatsgeheimnis. In einem Bunker der Deutschen Bundesbank lagerten an der Mosel bis 1988 die Geldscheine einer Ersatzwährung für den Krisenfall. Die Tarnung der 1962 gebauten Anlage war gewagt: Mitten in einem Wohngebiet in Cochem wurden 15 Milliarden D-Mark einer nie in Umlauf gebrachten Serie unter einem Schulungs- und Erholungsheim der Bank versteckt. Das Geld ist inzwischen weg, die Anlage steht leer. Die einst geheime Bunker- und Tresoranlage der Deutschen Bundesbank soll womöglich zum Museum werden. Erste Führungen fanden bereits statt.

Honeckers Atombunker

Eines der größten Geheimnisse der DDR ist der sogenannte Honecker-Bunker 17/5001. Der Atombunker entstand zwischen 1978 und 1983 im brandenburgischen Prenden (Landkreis Barnim), 40 Kilometer nördlich von Berlin. Im Falle eines atomaren Angriffs sollte er der Staatsspitze Unterschlupf geben - allen voran Erich Honecker, dem Ex-Bunker-Besitzer und Staats- und Parteichef der DDR. Der Bunker ist etwa 49 Meter breit, 65 Meter lang und 24 Meter hoch. Im Fall des atomaren Angriffs hätten in den 170 Räumen bis zu 400 Menschen zwei Wochen lang überleben können. Die eigentliche dreigeschossige Überlebenskapsel ist ein stählernes Haus inmitten des Bunkers, das beweglich an einer Stahlkonstruktion an der Bunkerdecke hängt. Wären die Stahlseile durch die Wucht der Druckwelle geborsten, wäre die Konstruktion auf mit Stickstoff gefüllte Prallkissen gefallen und zudem durch eine Vielzahl russischer Spezialdämpfer gebremst worden. Der Bunker galt als technische Meisterleistung und war das wohl aufwendigste Bauwerk seiner Art im gesamten Ostblock. Leider ist eine Besichtigung des Bunkers nicht mehr möglich. Die letzten Führungen fanden Ende 2008 statt.

Weitere Informationen

"Eifel-Bunker-Tour": Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V., Telefon: 02641/ 91 71 65, Fax: 02641/ 91 71 61, Anmeldungen zur "Eifel-Bunker-Tour" unter www.ahrtal-tourismus.de, Preis: 48 Euro; Ermäßigungen 40 Euro (für Schüler, Studenten, Azubi, Wehrdienstleistende, Zivildienstleistende, Behinderte ab 50 Prozent, Rentner; gegen Ausweisvorlage), Kinder bis 16 Jahre 32 Euro; Familienkarte (Eltern und Kinder bis 16 Jahre) 120 Euro. Eingeschlossen im Preis sind Eintritt in beiden Dokumentationsstätten, die Busfahrt sowie die Verpflegung. Start: 10 Uhr und Ziel 17.30 Uhr jeweils Ahrweiler. 
NVA-Bunker Harnekop: Führungen (bitte anmelden) finden zwischen November und Februar am Wochenende und an Feiertagen zwischen 12 und 14 Uhr statt, Eintritt: 10 Euro für Erwachsenen, 5 Euro für Schüler; Informationen im Internet unter: www.bunker-harnekop.de oder www.atombunker-16-102.de
Honecker-Bunker: www.bunker5001.com

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