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Mecklenburg-Vorpommern: Surfparadies Warnemünde - die nächste Welle kommt nach Fahrplan

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Surfen  

Die nächste Welle kommt nach Fahrplan

05.07.2011, 11:14 Uhr | Katja Bülow, dapd, dapd

Mecklenburg-Vorpommern: Surfparadies Warnemünde - die nächste Welle kommt nach Fahrplan. Surfen kann man nicht nur an der Algarve oder vor Haiwaii sondern auch in Warnemünde. (Foto: Thomas Haentzschel/dapd)

Surfen kann man nicht nur an der Algarve oder vor Haiwaii sondern auch in Warnemünde. (Foto: Thomas Haentzschel/dapd)

Viele Surfer liegen oft lange an den fürs Wellenreiten typischen Stränden auf ihren Brettern im Wasser und warten auf die nächste Welle. In Warnemünde hingegen wissen die Wassersport-Fans ganz genau, wann die nächste Welle kommt - hier surft man nämlich nach Fahrplan. Möglich machen das zwei Fähren, die alle zwei Stunden aus Dänemark kommen und Wellengang in das Wasser bringen. Sehen Sie das mecklenburg-vorpommersche Surfgebiet auch in unserer Foto-Show.

Wellenreiten nach Fahrplan

Reggae-Musik liegt in der Ostseeluft. Wellenreiter sitzen an der Bar am Warnemünder Strand und plaudern - bis einer von ihnen am Horizont die Dänemark-Fähre entdeckt und alle zu ihren Surfboards greifen. Denn pünktlich alle zwei Stunden rollen in Rostock-Warnemünde die Wellen an, die die großen Fährschiffe vor sich herschieben. Surfen nach Fahrplan - diese Attraktion hat sich längst über die Stadtgrenzen hinaus herumgesprochen.

Zwei Minuten braucht die Welle bis zur Ankunft

Barkeeper Tobias Schwart wischt den Tresen vom Surf-Point am Strandaufgang 13 trocken. Dabei beobachtet er mit leicht zusammengekniffenen Augen, wie seine Kundschaft auf einer vorgelagerten Sandbank Position bezieht. Gemächlich schiebt sich das Schiff am Leuchtfeuer vorbei in die Hafeneinfahrt Richtung Rostock. Es kommt gerade mit Autos und Passagieren beladen aus der dänischen Stadt Gedser an. Schwart zeigt rüber zur Mole. "Da vorne sieht man, wie die Welle anfängt zu laufen und zu uns rüber zieht", erklärt er, "das dauert jetzt noch anderthalb Minuten, dann ist sie da."

Surfer pilgern nach Warnemünde

Nur zwei Fähren gibt es, die jene künstliche Brandung erzeugen, auf die die Wassersportler lauern: Die "Prins Joachim" und die "Kronprins Frederik". Beide haben schon 31 Jahre auf dem Buckel und besitzen vorn ein ungewöhnlich stumpfes Unterwasserschiff, mit dem sie besonders dann, wenn sie gut beladen sind, ordentlich Welle machen. Fahren die Fähren mit voller Last vorbei, verdrängen sie etwa 10.800 Liter Wasser. Seit sich diese Eigenschaft der betagten Lastkähne herumgesprochen hat, pilgern Surfer aus dem Umland, aus Berlin oder Hamburg an die Ostsee.

Ein kippeliges Vergnügen

Paula Schmidt, die mit zum Rostocker Surf-Team gehört, versichert: "Ich habe noch nie von einem anderen Ort gehört, an dem es etwas Vergleichbares gibt." Abgesehen von den klassischen Wellenreitern kommen auch Leute mit verkürzten Surfbrettern, sogenannten Bodyboards, um auf ihnen zu liegen oder zu knien. Andere üben sich im Stehpaddeln, wobei sie auf dem Surfbrett stehend abwechselnd paddeln und Wellenreiten. Das ist ein kippeliges Vergnügen, doch der Spaß steht den Freizeitsportlern ins Gesicht geschrieben.

Auch bei Minusgraden sind die Surfer im Wasser

Stefan Stage aus Kühlungsborn schüttelt sich das Wasser aus den Haaren, während er aus dem Wasser steigt. Sein Surfboard ist an vielen Stellen abgeschabt. Man sieht dem Brett an, dass Stage es nicht nur gelegentlich aus dem Schuppen holt. Gemeinsam mit seinem Vater betreibt er ein Landschafts- und Straßenbauunternehmen. Doch wann immer es eine Welle gibt, treibt es ihn ans Meer. "Nach der Arbeit direkt an den Strand fahren, ab ins Wasser, Kopf abschalten und entspannen. Ich brauche das einfach", schwärmt er. Selbst bei Minusgraden surft der Mecklenburger.

Auch Kinder surfen

Etwa 15 bis 20 Minuten dauert der Spaß, bis alle Wellenreiter wieder aus dem Wasser in Richtung Surf-Station schlendern. Einer von ihnen ist der sechsjährige Julius Manthei. Erst im vergangenen Sommer hat er das Schwimmen gelernt und den ganzen Winter über unverdrossen geübt. Jetzt zeigt ihm sein Vater Andreas, wie man es schafft, auf dem schmalen Brett die Balance zu halten. Der Junior macht sich gut.

Das Ende des Wellenreitens ist in Sicht

Wie alle anderen bedauert auch Familie Manthei, dass der Surfspaß mit den Fährwellen bald ein Ende hat. 2012 nimmt die Fährreederei Scandlines die "Kronprins Frederik" und die "Prins Joachim" außer Dienst. Die neuen Schiffe entstehen gerade auf der Stralsunder Werft, mit einem aerodynamisch geformten Unterschiff, das weniger Welle macht.

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