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Mannheim: Ausstellung "Schädelkult" zeigt Schrumpfköpfe und Siegestrophäen

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Schaurige Schädelschau

05.10.2011, 15:10 Uhr | Julia Schweizer, dpa, dpa

Mannheim: Ausstellung "Schädelkult" zeigt Schrumpfköpfe und Siegestrophäen. Prachtvoll dekorierter Ahnenschädel (Quelle: rem, Jean Christen  )

Prachtvoll dekorierter Ahnenschädel (Quelle: rem, Jean Christen )

Schaurig, geheimnisumwoben und doch aufschlussreich: Die Mannheimer Ausstellung "Schädelkult" zeigt Totenköpfe aus verschiedenen Kulturen und Zeitepochen. Besucher können Köpfe betrachten, in denen Nägel stecken, weil sie einst als Trophäe an die Wand genagelt wurden, oder auch Schrumpfköpfe aus Ecuador. Damit ist die Ausstellung die erste Schau der Welt, die sich der besonderen Bedeutung von Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen widmet. Sehen Sie die Exponate auch in unserer Foto-Show.

Mehr als 300 Schädel und Schrumpfköpfe

"Ich denke, also bin ich." Dieser Satz empfängt die Besucher der Mannheimer Ausstellung "Schädelkult" - und darunter sehen sie gleich seinen Entstehungsort: den Schädel des französischen Philosophen René Descartes (1596-1650). Schrumpfschädel, Ur-Schädel und berühmte Schädel: Dem "Schädelkult" widmen die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen jetzt eine Ausstellung. Gezeigt werden von Sonntag, dem 2. Oktober bis Ende April mehr als 300 Schädel und Schrumpfköpfe aus Südamerika, übermodellierte Ahnenschädel aus Kolumbien, Schädelschalen aus dem pfälzischen Herxheim oder Schillers angebliche Überreste.

Eine Leihgabe aus Israel ist zum ersten Mal außer Landes zu sehen

Es sei die weltweit erste Schau, die sich der besonderen Bedeutung von Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen widmet, versichert Projektleiter Wilfried Rosendahl. Stolz ist er auf den übermodellierten Schädel aus der Jungsteinzeit. Die erstmals außerhalb des Landes gezeigte Leihgabe aus Israel gilt als erster bekannter Nachweis dafür, dass die Menschen so früh schon ihrer Verstorbenen gedachten, indem sie ihr Gesicht mit Lehm auf den Schädeln nachmodellierten.

Schädel als Trophäen an der Wand

Noch immer geheimnisumwoben sind die Schädelschalen aus dem pfälzischen Herxheim, die auf einem einzigartigen Ritualplatz aus der Bandkeramik (um 5000 v. Chr.) freigelegt worden sind. "Die Interpretation ist schwierig", umschreibt es Rosendahl. Schaurig mutet dagegen etwa das Schädeldach eines vor etwa 170.000 Jahren gestorbenen Mannes an, das als Schale benutzt wurde. Ähnliche Gefühle wecken die Köpfe, in denen Nägel stecken, weil sie einst als Trophäe an die Wand genagelt wurden, oder die länglich deformierten Köpfe aus der Zeit der Hunnen. Sie hatten Kleinkindern Bandagen angelegt, um die in ihren Augen schöne Verformung zu erreichen, erklärt Rosendahl.

Mumifizierter und tätowierter Kopf eines Maori-Häuptlings

Gezeigt werden die Trophäen der indischen Naga, Schrumpfköpfe aus Ecuador oder Schädel aus Afrika, die mit Vorhängeschlössern und Bandagen gesichert dem Glauben nach den Geist noch immer im Kopf haben sollen. Das Inselvolk der Andamanen (Indischer Ozean) wiederum sah in den Schädeln ihrer gestorbenen Verwandten einen Schutz, diese wurden deshalb auf den Rücken gebunden. Als weiteres Highlight zeigt die Ausstellung einen mumifizierten und tätowierten Kopf eines Maori-Häuptlings, den der britische Seefahrer und Entdecker James Cook von seinen Reisen mitgebracht haben soll.

Der Schädelkult in Europa

Aber auch in Europa herrschte Schädelkult: Er reicht von Totenkopf-Motiven auf T-Shirts oder einer Fußball-Fanflagge von St. Pauli über kunstvoll bemalte Schädel in Beinhäusern bis hin zu Reliquien. Als Beispiel nennt Rosendahl die Suche nach Schillers Originalschädel. Ein vom Weimarer Bürgermeister Carl Schwabe in einer Nacht-und-Nebel-Aktion 1826 aus einem Massengrab geholter Schädel erwies sich nach einer DNA-Analyse als der falsche - anders als von Descartes ist von Schiller deshalb nicht das Original, sondern nur der sogenannte Schwabe-Schädel zu sehen.

Weitere Informationen:

Die Ausstellung: www.schaedelkult.de, "Schädelkult" ist vom 2. Oktober 2011 bis zum 29. April 2012 in der Regel dienstags bis sonntags zwischen 11 und 18 Uhr zu sehen. Preise: Erwachsene 12 Euro, ermäßigt 5 Euro, Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Weltkulturen D5, 68159 Mannheim, Tel. 0621 - 293 31 50, reiss-engelhorn-museen@mannheim.de

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