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Schwimmende Ritterburg schippert über den Main

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Schwimmende Ritterburg schippert über den Main

06.07.2012, 13:13 Uhr | dpa

Schwimmende Ritterburg schippert über den Main. So sieht die Ritterburg aus. (Quelle: dpa)

So sieht die Ritterburg aus. (Quelle: dpa)

Ein Schiff kaufen, eine Burg daraus machen, die Lieblingspferde einpacken und durch Europa schippern. Diesen außergewöhnlichen Kindheitstraum hat sich ein Niederländer erfüllt. Seit 2006 ist er mit dem Museumsschiff unterwegs. Gerade macht er in Franken Station. Schauen Sie sich das Schiff auch in unserer Foto-Show an.

Mit der Burg auf dem Fluss

Das Schiff von Lenny Fries macht etwas her: Die roten Zinnen zeichnen sich klar und mächtig vor dem blauen Himmel ab, auf einem der zwei runden Burgtürme steht eine Ritterrüstung, und auf dem Deck wiehern zwei Pferde. Das Schiff ist eine schwimmende Mittelalterburg. Es reist als Museumsschiff durch die Lande. In diesem Sommer fährt es durch Franken. In den Niederlanden kennt das Museumsschiff des Lebenskünstlers Lenny Vries jedes Kind, durch Deutschland machen der 62-Jährige und seine Partnerin wahrscheinlich ihre letzte Reise.

Folter, Ritterkämpfe und Hexenverfolgungen

Auf drei Ebenen können die Gäste eine Zeitreise in das düstere Zeitalter der Folter, der Ritterkämpfe und der Hexenverfolgungen unternehmen. Dafür gibt es nicht nur Foltergeräte, Ritterrüstungen, Schwerter und Kampfkeulen zu sehen. An verschiedenen Stationen werden auf den mehr als 300 Quadratmetern im Bauch des Schiffes auch Szenen des Alltags gezeigt, etwa handwerkliche Arbeiten wie das Gerben von Leder oder das Spinnen von Flachs. "Das weiß ja heute keiner mehr, wie das geht", sagt Lebensgefährtin Christel Dattler. Sie war 42 Jahre lang Marktfrau in Freiburg, bevor sie sich für die Abenteuerreise auf die "Vlotburg" begab. Das ist niederländisch und heißt Floßburg.

Ausstellung verändert sich

Die Ausstellung auf dem Binnenschiff verändert sich jedes Jahr ein bisschen. "Wir bekommen viele Sachen geschenkt und auch Lenny findet immer wieder neue Gegenstände", sagt Dattler. Drei Jahre lang baute der gelernte Elektriker Vries gemeinsam mit Freunden das Frachtschiff zu einer Burg um. 2003 kaufte er es, seit 2006 ist er auf den Flüssen der Niederlande, Belgiens und Deutschlands unterwegs. "Das war schon immer ein Kindheitstraum von mir", erzählt der stets mittelalterlich gekleidete Niederländer. Er wuchs eigenen Angaben zufolge im Urwald Surinams auf - einem südamerikanischen Staat, der einst niederländische Kolonie war.

Das ganze Jahr auf dem Schiff

Winter wie Sommer, 365 Tage im Jahr wohnen die beiden auf dem Schiff. Mit ihnen die beiden Pferde Wodan und Hercules. "Die Kinder sind meist beeindruckt von den Pferden. Die Schüler begeistern sich für die Ritter", erzählt Dattler. Wenn die "Vlotburg" in den Städten anlegt, kommen oft ganze Schulklassen. Zumindest, wenn sie einen guten Anlegeplatz bekommt. Das ist schwieriger geworden, die Flusskreuzfahrt boomt. Die Liegeplätze sind meist schon ausgebucht. In Würzburg war es diesmal so, die 50 Meter lange "Vlotburg" musste deshalb acht Kilometer außerhalb der Stadt fest machen.

Liebevoll arrangierte Ausstellung

Für Vries und Dattler ist das ein schlechter Platz für gute Geschäfte. "Die Anlegeplätze in Stadtnähe waren alle belegt, die Kreuzfahrtschiffe buchen die Plätze meist schon ein Jahr im voraus", begründet eine Sprecherin der für die Plätze zuständigen Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH. Die fünf Liegeplätze der Stadt mit Platz für bis zu sieben Schiffe seien gut ausgelastet. "Wir haben das Schiff zufällig von der anderen Mainseite aus gesehen. Ich bin großer Mittelalter-Fan, da mussten wir einfach hin", sagt der 31 Jahre alte Patrick Stoy. Mit seinen drei Kindern wandert er langsam durch die liebevoll arrangierte Ausstellung. "Die Kinder lieben einfach alles, was mit Rittern zu tun hat", sagt Stoy.

"Wir kommen über die Runden"

Reich werden Vries und seine Lebensgefährtin mit dem Museumsschiff nicht. Aber das wollen sie auch gar nicht. Vries will, dass seine Arbeit, sein Lebenswerk wertgeschätzt wird. Das sei für ihn der schönste Lohn. "Ein Minusgeschäft ist es aber dennoch nicht. Wir kommen über die Runden", sagt die 65-Jährige. In den kommenden Monaten führt die Reise die beiden durch Franken. Bis Anfang August wird das Wandermuseum in Schweinfurt seine Burgtore öffnen und danach vermutlich weiter über Bamberg in Richtung Regensburg ziehen. Wenn es nach ihr geht, ist die Tour bis nach Wien für die "Vlotburg" die letzte große Reise. "Wir sind einfach nicht mehr die Jüngsten. Wir sollten uns endlich eine Heimat suchen, dort mit dem Schiff anlegen und bleiben."

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