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Touristische Schlusslichter: Keiner will nach Delmenhorst

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Touristisches Schlusslicht  

Kaum jemand will nach Delmenhorst

05.08.2015, 12:04 Uhr | mro, dpa

Touristische Schlusslichter: Keiner will nach Delmenhorst. Delmenhorst hat schöne Ecken, trotzdem kommen kaum Besucher. (Quelle: dpa)

Delmenhorst hat schöne Ecken, trotzdem kommen kaum Besucher. (Quelle: dpa)

Manche Städte haben es schwer auf der touristischen Landkarte, aber am schwersten hat es Delmenhorst. Da gibt es sogar ein paar Sehenswürdigkeiten und reizvolle Ecken und trotzdem kommen kaum Gäste. In der Stadt gibt man sich trotzdem gelassen.

Nirgendwohin in Deutschland kommen so wenige Touristen wie nach Delmenhorst. Gerade mal 26.940 waren es 2013 nach einer Statistik der Regionaldatenbank Deutschland. Die Auswertung berücksichtigt Kreise und kreisfreie Städte, die Daten kommen von den jeweiligen Ämtern. Im Vergleich: Ins ähnlich große Wilhelmshaven reisten fast viermal so viele Touristen wie nach Delmenhorst. Doch der Küstenort Wilhelmshaven hat einen entscheidenden Vorteil, wie Delmenhorsts Stadtmarketing-Chef Axel Langnau meint: "Die haben Wasser." Delmenhorst findet sich nach Gästezahlen in Gesellschaft von Orten wie Primasens, Zweibrücken oder Sömmerda.

Tabelle: Orte mit den wenigsten Gästen

Kreis oder kreisfreie StadtGästeankünfte
Delmenhorst26.940
Pirmasens27.821
Zweibrücken29.502
Sömmerda32.685
Neunkirchen36.111
Herne36.989
Amberg38.177
Landau in der Pfalz39.178
Weiden in der Oberpfalz40.247
Kaufbeuren40.513
Kusel40.950
Bottrop41.122
Ansbach41.570
Frankenthal (Pfalz)46.813
Steinburg46.819
Quelle: www.regionalstatistik.de. Die aktuellsten Zahlen sind aus dem Jahr 2013

Bremen wirft den Schatten auf Delmenhorst

Dabei hat Delmenhorst den einen oder anderen schönen Fleck. Einen Überblick über die rund 74.000 Einwohner zählende Stadt bekommen Besucher am besten von oben. Gästeführerin Dorte Wedekind beginnt ihre Tour an dem 44 Meter hohen Wasserturm direkt neben dem Rathaus. Von der Aussichtsplattform sieht man viel Grün, dazwischen Häuser aus der Gründerzeit, eine lange Einkaufsstraße und die Fabriktürme der Nordwolle, eines der größten Industriedenkmäler Europas. Im Westen reicht die Sicht bis nach Bremen (Gäste 2013: 957.068). In dessen Schatten steht Delmenhorst immer ein bisschen, profitiert aber auch.

Denn wenn in Bremen Messen und große Veranstaltungen sind, dann füllen sich auch die Zimmer in Delmenhorst. "Viele mögen es, dass es etwas kleiner bei uns ist", sagt Fleur Hammerschmidt, Juniorchefin vom City Hotel. Ihre Gäste schickt sie immer auf die Lange Straße, zum Marktplatz und auf die Burginsel, wo früher ein Wasserschloss stand. Alles schön übersichtlich in Laufweite. Aber auch Radtouristen und Reisegruppen, die mit dem Bus unterwegs sind, machen in Delmenhorst gerne einen Zwischenstopp. Vor allem im Frühsommer und Herbst sei viel los, sagt Hammerschmidt. "Im Juli und August ist es immer etwas ruhiger. Da haben die Leute andere Ziele."

Delmenhorst-Touristen bleiben meist nicht lange

So wie Ursula und Edwin Gronau. "Wir sind auf der Durchreise", sagt sie. Gerade sind sie mit dem Wohnmobil angekommen. "Wir kommen aus Stuttgart und wollen noch nach Spiekeroog." 40 Jahre haben sie in Delmenhorst gelebt und besuchen jetzt Freunde. Was finden sie sehenswert? "Der Park ist schön", meint Edwin Gronau. "Aber wir kennen ja schon alles." Damit sind sie die typischen Delmenhorst-Touristen: Sie bleiben kurz, dann geht es weiter.

"Wir sind kein Urlaubsstandort", sagt Stadtmarketing-Chef Langnau. "Viel wichtiger für uns sind die Tagestouristen." Zufrieden will sich Langnau damit jedoch nicht geben. Beim Tourismus sieht er in Delmenhorst noch Luft nach oben.

"Die meisten Touristen kommen, wenn wir Veranstaltungen in der Stadt haben." Zum Beispiel das Kartoffelfest, den Mittelaltermarkt oder Europas größtes Volleyballturnier. Im nächsten Jahr sollen weitere Events wie diese Besucher in die Stadt locken. Außerdem wollen Langnau und sein Team stärker für Delmenhorst werben. "Delmenhorst ist lebenswert, hat eine grüne Lunge und unheimlich nette Menschen." Das ist doch schon mal was, findet er.

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