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Die Altmark in Sachsen-Anhalt bietet Urlaubern Einsamkeit pur

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Die Altmark wirbt mit Einsamkeit  

"Wenn Sie niemanden sehen wollen, sind Sie hier richtig"

22.08.2015, 13:56 Uhr | dpa/tmn Nicole Jankowski

Die Altmark in Sachsen-Anhalt bietet Urlaubern Einsamkeit pur. Die Altmark besticht durch viel Natur und viele Tiere - aber Menschen gibt es kaum. (Quelle: dpa)

Die Altmark besticht durch viel Natur und viele Tiere - aber Menschen gibt es kaum. (Quelle: dpa)

Würde man es böse ausdrücken wollen, wäre die Beschreibung "Hier liegt der Hund begraben" wohl sehr treffend. Viele Menschen ziehen aus der Altmark in Sachsen-Anhalt weg, die Entwicklung der Gegend stagniert. Findige Public-Relation-Profis machen aus der Not eine Tugend und werben mit Ruhe und Einsamkeit. Schauen Sie sich die beschauliche Gegend auch in unserer Foto-Show an.

Der schönste Strand der Altmark - und kein einziges Schild weist den Weg! Das Wasser schwappt an Land, Bäume säumen die gegenüberliegende Flussseite, ein Hausboot fährt vorbei. Teilen muss man den feinen Sand am Havelufer in Schollene bei Havelberg in Sachsen-Anhalt nur mit ein paar Einheimischen.

Aus der Not eine Tugend machen

Nicht umsonst wirbt die dünn besiedelte Region mit dem Slogan "Wenn Sie mal niemanden mehr sehen wollen". Gerhard Faller-Walzer von der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark drückt es so aus: Das Weite und Ruhige der Gegend zwischen Salzwedel und Stendal sei ein Pfund, mit dem man wuchern müsse. "Grüne Wiese mit Zukunft" heißt die Kampagne, die nicht nur Touristen, sondern auch Investoren und Neubürger in die Altmark locken möchte.

Warum also nicht mal Arendsee statt Bodensee? Der Luftkurort im Nordwesten der Altmark schmiegt sich an den größten natürlichen See Sachsen-Anhalts. Mit dem Fahrrad lässt sich das Gewässer in einer guten Stunde umrunden. Kleine Stege und Buchten laden dazu ein, die Füße baumeln zu lassen. Und die Seele dazu.

Teilweise ist der Lack ab

Als lebendiges Städtchen präsentiert sich Salzwedel, 15 Minuten von Arendsee entfernt. Die Hansestadt prägen 570 Fachwerkhäuser entlang der mittelalterlichen Gassen. Unweit vom Schollener Strand lockt Havelberg mit seiner historischen, schmuck restaurierten Stadtinsel. Auch die Hansestadt Tangermünde am Ufer der Elbe hat sich herausgeputzt. Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert bilden im Altstadtkern einen reizvollen Kontrast zu Denkmälern der Backsteingotik und der herrschaftlichen Burganlage.

Nicht überall zeigt sich die Altmark so idyllisch. In manchen Dörfern blättert Farbe von den Häusern, die Straßen sind noch gepflastert, nicht geteert. Viele große Gehöfte stehen leer und sind verfallen. Auch der «Klosterkrug» in Kloster Neuendorf bei Gardelegen hat schon lange keine Gäste mehr.

Kein Ort für Massentourismus

Der hügelige Landstrich in der Gegend rund um Klötze auf halber Strecke zwischen Berlin und Bremen trägt den Beinamen Altmärkische Schweiz. "Hier gibt es keinen Massentourismus", sagt Christian Hinze-Riechers, Hauptamtsleiter der Stadt. Dafür biete der staatliche anerkannte Erholungsort saubere Luft und intakte Natur.

Beides erwartet den Besucher auch im Naturpark Drömling. Die imposante Parkanlage von Schloss Kunrau, unweit von Klötze gelegen, bildet das nördliche Tor in die weite Moorlandschaft. Einst ein undurchdringlicher Sumpfwald, ist der Drömling heute eine erholsame Kulturlandschaft mit weiten Wiesen und zahllosen Gräben. "Irgendwo ist immer Wasser", sagt Thomas Klöber, Parkmitarbeiter im Informationshaus Kämkerhorst. Wer Glück hat, sieht Biber, Fischotter und Seeadler in ihrem natürlichen Lebensumfeld.

Naturliebhabern empfiehlt der 45-Jährige die Erkundung mit dem Rad. Viele lange, gerade Wege durchkreuzen den Naturpark. "Zu Fuß zieht sich das ganz schön." In Planung ist ein 130 Kilometer langer Rundkurs durch den Drömling. Auch dieser Weg dürfte kaum überlaufen sein. Und das ist in der Tat sehr schön, hier in der Altmark.

Weitere Informationen

  • Anreise: Mit dem Auto aus Richtung Westen über Hannover und die A2. Aus Hamburg über die A24, aus Berlin über die B5. Aus Richtung Süden über Leipzig und die A9.
  • Unterkünfte: In der Region gibt es mehr als 200 Privatvermieter und Ferienwohnungen sowie rund 100 Hotels und Pensionen. Ein Doppelzimmer mit Frühstück kostet zwischen 60 und 90 Euro.
  • Info-Adresse: Tourismusverband Altmark, Marktstraße 13, 39590 Tangermünde (Tel. 039322/3460, info@altmarktourismus.de, www.altmarktourismus.de).

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