Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reiseziele > Urlaub in Deutschland >

Das schöne Japan liegt in Düsseldorf

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Konnichiwa!  

Japan liegt in Düsseldorf

19.05.2016, 12:00 Uhr | Marco Wehr/srt

Das schöne Japan liegt in Düsseldorf. Japanische Geschäfte in Düsseldorf. (Quelle: Marco Wehr/srt)

Japanische Geschäfte in Düsseldorf. (Quelle: Marco Wehr/srt)

Mehr als 7000 Japaner leben am Rhein - die mit Abstand größte Kolonie aus dem "Land der aufgehenden Sonne". Die "Sushi, Sake & Co"-Stadtführung macht Lust auf eine Spurensuche. Schauen Sie sie sich auch in unserer Foto-Show an.

"Der Startschuss für die rheinisch-japanische Freundschaft geht zurück auf den Düsseldorfer Kaufmann Louis Kniffler, der 1859 in der Bucht von Nagasaki eine preußische Niederlassung gegründet hatte", erzählt Katja Stüben vor der Fensterfront der Buchhandlung Takagi im Zentrum der Rheinmetropole. Die freiberufliche Stadtführerin erläutert ihrer Besuchergruppe anhand einer ausliegenden Tageszeitung die Unterschiede zwischen den Schriftarten Kanji und Katakana.

Einige der staunenden Tourteilnehmer sind gebürtige Düsseldorfer. Doch über die asiatische Kolonie mitten in ihrer Stadt haben die meisten bisher nicht viel gewusst. Das soll sich in den kommenden zwei Stunden ändern: das Hotel Nikko, ein Kastanienmusbrötchen in der Bakery My Heart, der Shochiku-Supermarkt mit mindestens hundert verschiedenen Sojasaucen und die Restaurantszene in der Klosterstraße stehen auf der Agenda. 

Quiz & Spiele

Wie gut kennen Sie Deutschland?

Erholung in Bad Wörishofen

Testen Sie Ihr Wissen mit unserem Dart-Spiel und vielleicht lernen Sie auch noch etwas dazu.
zum Deutschland-Dart-Spiel

Ein Blick in die Nippon Connection

Mit viel Wissen und Freude macht Katja Stüben die Nippon Connection bei ihrer Sushi, Sake und Co-Führung sichtbar. Auf der anderen Rheinseite, in Niederkassel, schreitet sie mit der Gruppe über das Gelände des Eko-Hauses. Das offizielle "Haus der Japanischen Kultur" ist ein spirituelles Lern- und Begegnungszentrum. Es besteht aus einem traditionellen Holzhaus und einer buddhistischen Tempelanlage mit den typischen geschwungenen Dächern sowie einem akkurat getrimmten Garten. "Jedermann ist hier herzlich willkommen, gemeinsam mit uns unser Gartenfest zu feiern und auch an den buddhistischen Zeremonien im Tempel teilzunehmen. Viele Deutsche mit einem großen Interesse an Japan zieht es deshalb zu uns", beschreibt Mitarbeiter Michael Kuhl die Bedeutung der Einrichtung für den kulturellen Austausch. 

Nach über 30 Jahren hat es sich längst als feste kulturelle Größe etabliert. Veranstaltungen und Kurse wie Teezeremonien, Ikebana, Japanischer Tanz, Koto, Kalligraphie, Japanisch-Sprachkurse, Filme sowie buddhistische Veranstaltungen und Feste sorgen für einen prall gefüllten Kalender. "Die Anlage verkörpert schon optisch das, was wir gemeinhin mit Japan verbinden", erklärt Stüben. "Der Buddhismus und der Shintoismus, der Glaube, der sich auf die alten japanischen Gottheiten bezieht, existieren für die meisten friedlich nebeneinander und werden auch - je nach Anlass und Gemütslage - ganz undogmatisch parallel praktiziert. Für viele von uns ein Widerspruch - in Japan selbstverständlich", erläutert sie lächelnd, bevor sie schließlich die Teilnehmer mit einem Hinweis auf den großen Japan-Tag am 21. Mai verabschiedet. 

Der Japan-Tag - Klein-Tokio lässt es krachen 

Hunderttausende schieben sich durch Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt. Es geht vorbei an Origami-Ständen, wo aus Papierblättern mit ein paar Handgriffen Schwäne oder Elefanten gefaltet werden. Pfundige Sumo-Kämpfer folgen. Die Passanten lauschen mal guten, mal Mitleid erregenden Karaoke-Darbietungen, bestaunen Judo-Vorführungen oder Tanzshows der japanischen Kindergärten. Die Stimmung bei Düsseldorfs jährlichem Japan-Tag ist ausgelassen, von zurückhaltender Mentalität keine Spur. Als Mangafiguren verkleidete Cosplayer punkten mit fantasievollen Outfits. 

Plötzlich wächst ein grollendes Donnern langsam zu einem Bassgewitter heran. Taiko heißt die Kunst des Trommelns, bei der ganze Gruppen von entschlossen dreinblickenden Männern und Frauen in traditioneller Tracht auf die Pauken hauen. Richtig laut muss es werden, nur dann erwachen die glückbringenden Drachen und steigen zur Erde hinab. Nach Einbruch der Dunkelheit erhellt sich der Himmel strahlend. Ein gigantisches Feuerwerk füllt den Nachthimmel mit fantastischen Figuren. Mit einem Paukenschlag klingt das Festival aus. 

"Nippons Schreibtisch am Rhein"

Nachdem vergnüglichen Freudentag wartet wieder die Arbeit, denn nur dafür sind die rund 12.000 Japaner in den Westen Deutschlands gekommen. Die allermeisten sind Rheinländer auf Zeit, die es sich an "Nippons Schreibtisch am Rhein" bequem gemacht haben. Das Generalkonsulat, muttersprachliche Schulen und Kindergärten, Japancenter, Ärzte, Supermärkte, Buchhandlungen, Restaurants, Spielzeugläden, Bäckereien, Friseure, Karaoke-Bars: Die gewachsene Infrastruktur im "Klein-Tokio" rund um das Hotel Nikko an der Immermannstraße sowie in den Stadtvierteln Nieder- und Oberkassel trägt erheblich dazu bei, dass sich Neuankömmlinge schnell wohl fühlen. Mann trifft sich gediegen im Japanischen Club, Frau sich zum Kaffeekränzchen mit anderen Expat-Gattinnen in der Edel-Konditorei Heinemann, oder zum Lunch in den mehr als 20 japanischen Restaurants, Sushi-Bars und Nudelhäusern. 

Fortunas Mann für Nippon 

Im neuen Szene-Stadtteil Flingern sitzt Gengo Seta in seinem Büro auf dem Vereinsgelände von Fortuna Düsseldorf. Der studierte Sportmanager bringt viermal jährlich das Stadionmagazin "Fortuna Aktuell" auf Japanisch heraus und betreut - einmalig in Deutschland - die japanischsprachige Vereinswebsite. In der alten Heimat ist der "Düsseldorfer Jong" mittlerweile als TV-Experte gefragt und kommentiert dort Bundesligaspiele. Von Stadionführungen mit Schulkassen über Talent-Scouting im Mutterland bis zur Jagd nach Sponsoren lebt der 35-Jährige rund um die Uhr für den Altmeister. In seiner Freizeit trainiert er selbst Kindermannschaften und rührt dabei ganz nebenbei die Werbetrommel für seinen Arbeitgeber. "Fast alle Schüler der japanischen Schule in Düsseldorf sind inzwischen Fortuna-Fans, und die meisten bleiben es auch nach der Rückkehr nach Hause", ist sich Seta sicher. Das nächste große Ziel besteht darin, den Zweitligisten mit einem Spieler aus Japan zu verstärken, der das Team wieder in die erste Bundesliga schießt. "Dann", ist Seta überzeugt "ist die Identifikation der Japaner richtig da und die Arena voll mit unseren Leuten." 

Weitere Informationen: 

  • Düsseldorf Tourist Information am Hauptbahnhof, Immermannstr. 65b, 40210 Düsseldorf, Tel. 0211/17202844, www.duesseldorf-tourismus.de; Stadtführung Sushi, Sake & Co - Entdecken Sie Japan am Rhein: Dauer etwa zwei Stunden, Gruppenpreis für max. 25 Personen 129 Euro, Tel. 0211/17202854. 
  • Eko-Haus der Japanischen Kultur: Der einzige von Japanern erbaute buddhistische Tempel in Europa. Brüggener Weg 6, 40547 Düsseldorf, Tel. 0211/5779180, www.eko-haus.de
  • Anreise: Vom Düsseldorfer Hauptbahnhof ist das japanische Viertel rund um die Immermannstraße fußläufig innerhalb weniger Minuten erreichbar. Alternativ fahren U74, U75, U76 und U79 zu Haltestelle Oststraße. Die Stadt über die Autobahnen 3, 44, 46 und 52 erreichbar. Der internationale Flughafen Düsseldorf, www.dus.com, wird von vielen deutschen und internationalen Airports angeflogen. 

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal